TESTBERICHT
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Die Aavik Stream App und Roon

Am einfachsten ist Streaming und Musikwiedergabe mit der Aavik Stream App ausschliesslich für iPads (Apple). Die App ist übersichtlich, einfach und logisch gestaltet, ohne Firlefanz und sie funktioniert einwandfrei. Der Aavik S-180 integriert die Streamingdienste Tidal, Qobuz und Spotify. Für Internetradio steht der bewährte VTuner zur Verfügung. Man kann natürlich auch Cloud-Speicher anzapfen: Dropbox, OneDrive und iCloudDrive stehen zur Auswahl. Lokale Server kommen hinzu: Bei mir erschienen sogleich mein NAS und mein iPad auf dem Schirm. Die Bedienung ist intuitiv und auf den folgenden drei Bildern (als Beispiele) veranschaulicht.

Die sehr gute Aavik Stream App: Rechts ist ersichtlich, aus welchen Quellen man die Musik streamen kann. In jenem Moment lief gerade SRF1 mit dem integrierten vTuner. Unten sieht man den Player.Die sehr gute Aavik Stream App: Rechts ist ersichtlich, aus welchen Quellen man die Musik streamen kann. In jenem Moment lief gerade SRF1 mit dem integrierten vTuner. Unten sieht man den Player.
Links oben das Setup-Menü. Rechts sind einige Alben vom NAS sichtbar.Links oben das Setup-Menü. Rechts sind einige Alben vom NAS sichtbar.
Rechts sieht man eine Auswahl an Playlisten.Rechts sieht man eine Auswahl an Playlisten.

Wer Roon bevorzugt, hat mit dem Streamer Aavik S-180 leichtes Spiel, sofern ein Rechner mit Roon-Core-Applikation irgendwo im Netzwerk den Streamer als Endpoint bedient. Das kann bekanntlich ein PC/Mac sein oder ein Intel NUC oder was auch immer sich dafür eignet. In meiner Testumgebung versorgt ein Roon Nucleus allfällige Roon-Ready-Klienten wie den S-180. Man braucht in der Aavik Stream App nichts zu verändern, um den Roon-Betrieb zu aktivieren. Man legt sie einfach zur Seite, öffnet stattdessen die Roon-App und sucht sich unter Einstellungen/Audio den S-180 und aktiviert ihn.

Wer kein iPad sein Eigen nennt, steht vor der Wahl, ein iPad oder aber eine Roon-Lizenz zu kaufen. Roon kann dann mit allen Smartgeräten bedient werden. Da man die Systemeinstellungen des S-180 ohne App vornehmen kann, ist sie für die Betriebshygiene auch nicht zwingend erforderlich.

Roon Audio Settings: Der Aavik S-180 wird als Endpoint sichtbar.Roon Audio Settings: Der Aavik S-180 wird als Endpoint sichtbar.
Signalweg bei der Wiedergabe eines MQA-codierten Tracks von Tidal.Signalweg bei der Wiedergabe eines MQA-codierten Tracks von Tidal.

Das Bedienkonzept und die Aavik Stream App überzeugen. Die Beschränkung auf iPad (Apple) ist zur Kenntnis zu nehmen. Wer Roon nutzen will, wird ebenfalls glücklich, kann den Streamer dann mit allen Smartgeräten bedienen und dazu in ein Multiroomsystem integrieren.

Musikerlebnis

Ich testete den Aavik S-180 an einem Kii-THREE-BXT-System, einem DSP-gesteuerten Vollbereichs-Standlautsprecher und verwendete dafür den SPDIF-Digitalausgang (coaxial). Als Vergleich zog ich den Innuos-Statement-Musikserver zurate. Der kostet in etwa das Doppelte des S-180. Das ist allerdings schon durch den enormen Aufwand an Technik und Funktionalität verständlich. Beide Geräte bezogen die Musik mittels Roon aus exakt derselben Quelle, entweder gespeicherte Inhalte von meinem NAS oder solche von Qobuz und Tidal.

Beim Aavik S-180 konnte ich zudem die Musik über die Aavik Stream App oder Roon wiedergegeben und vergleichen. Bei diesem ersten Vergleich konnte ich keine reproduzierbaren Qualitätsunterschiede feststellen, die eine Relevanz hätten. Es schien nicht immer exakt gleich zu klingen, aber die Unterschiede, die ich festzustellen glaubte, schienen schnell wieder zu verpuffen. Sie sind nicht zu validieren und nicht zu reproduzieren. Etwas einfacher wurde es mit dem Vergleich zum Innuos Statement. Der A/B-Vergleich konnte direkt erfolgen durch Umschalten der Quelle mit meiner Fernbedienung. Es gab keinen Unterbruch von A nach B und zurück.

Der S-180 überzeugt mich mit einer beeindruckenden Ruhe und Ordnung im Klanggewebe. Es kam nie – auch nicht bei weniger guten Aufnahmen – irgendeine Nervosität auf. Man hört die Musik fast wie eine Ebene tiefer. Das Mass an Entspanntheit ist nicht zu überhören und bedeutet eine höhere Stufe in Qualität und Musikalität. Damit sind Klangfarbe aller Art völlig unverschleiert zu hören. Eine exakte Beschreibung dieser emotionalen Komponente ist kaum zu bewerkstelligen. Im Vergleich zum Referenzgerät konnte ich geringe Defizite in der Dynamik ausmachen. Das führte auch zu einer geringfügig wahrnehmbaren Verkleinerung der Klangbühne. Punkto «Schönheit» hingegen, kann der S-180 wirklich auftrumpfen und sorgt für perfekte Entspannung beim Musikhören.

Streaming Galore!Streaming Galore!

Fazit

Der Aavik S-180 zeigt mit seiner wunderschönen Musikwiedergabe überzeugend, wie man sorgfältig und mit Bedacht die mannigfaltigen Stör- und Geräuschquellen der digitalen Musikwiedergabe in den Griff bekommt. Dieses Negativum, verursacht durch komplexe Netzwerke, kann wirkungsvoll überwunden werden, wie das Beispiel zeigt – auch dann, wenn man die Chemie und Alchemie dahinter nicht immer verständlich serviert bekommt. Der Avik S-180 überzeugt mit wenigen Einschränkungen sehr und liegt auch in Bezug auf Preis/Leistung nicht daneben. Das Gerät ist sehr schön verarbeitet und damit auch für das stimmungsvolle Ambiente geeignet – und nicht nur fürs martialische HiFi-Rack.

Übersicht zu diesem Artikel
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STECKBRIEF
Modell:
S-180
Profil:
Netzwerk-Spieler (Streamer) mit integriertem DA-Wandler. Systemkomponente der 180 Serie passend zum D-180 DA-Wandler und dem I-180 Vollverstärker.
Pro:
Klangqualität und Musikalität
Bedienungskonzept
Aavik Stream App
Roon Ready
Contra:
Kein asynchroner USB-Ausgang
Aavik Stream App nur für iPad (Apple)
Preis:
6,000.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2021
Vertrieb:
Masse:
102 x 384 x 380 mm
Gewicht:
5.2 kg
Farbe:
schwarz
Airplay:
Nein
CD-Ripper:
Nein
Chromcast:
Nein
Roon Ready:
Ja
Spotify Connect:
Nein
Analog Output:
RCA Stereo
Audioformate:
alle inkl. DSD und MQA Codierung
Digital Output:
SPDIF coaxial und Toslink bis 24bit 192kHz
Display:
LED Dot-Display
Leistungsaufnahme Standby:
0.5 W
Multiroom Support:
mit Roon
Musikdienste:
Qobuz, Tidal, Spotify
Remote App:
Aavik Stream App
Speichermedien:
externe USB oder im Netzwerk