Die Technologie
Übereinander gestellt ergibt sich das stimmige Gesamtbild: Volumenregler im Zentrum, Acryl-Blenden oben und unten.Technics hat immer noch den Hang zu vollmundiger Technologie-Prosa. Die Feingeister mit Hang zu geölten Hölzern foutieren sich darüber wohl ein bisschen. Ich bin da offen, finde es aber auch etwas dick aufgetragen. Erlauben Sie mir eine Aufzählung und eine kurze Zusammenfassung:
JENO Engine (Jitter-Elimination und Noise Shaping Optimisation)
LAPC (Load Adaptive Phase Calibration)
Ultraschnelles, geräuscharmes Linearnetzteil
Batteriebetriebener Taktgenerator
Virtueller Batteriebetrieb
Intelligente Schaltkreisaktivierung
Technics Music App
Lautsprechersystem mit Punktschallquelle
Phase Precision Treiber
Ultra Wide Range Reproduction
Zusammenfassung
Das System lasse sich vollständig aber nicht ausschliesslich mit einer App steuern. Der Datenstrom soll, effektiv von Jitter befreit, in eine Schaltendstufe münden, die (nebst sehr geringem Rauschen) auch Last- und Phasenverhalten der Lautsprecher mit dem Ziel einer perfekten Raumabbildung berücksichtigt. Man erreiche das unter anderem mit punktuellem Batteriebetrieb und Quasi-Batteriebtrieb. Die Lautsprecher würden als Punktschallquellen arbeiten, zudem phasenrichtig, und wären in der Lage, hochauflösende Musikquellen mit Frequenzanteilen bis 100 kHz zu reproduzieren.
Alle Achtung, aber auch Phönix war nur ein Vogel.
Der Set-Up
Harware Set-Up von hinten.Es geht einfach: Mit dem Netzwerkkabel an den (WLAN) Router, damit die Verbindung zu Speichermedien im Netzwerk hergestellt ist. Die DAB/UKW-Antenne versorgt das System mit terrestrischen Radiowellen.
Netzwerk-Player und Verstärker können analog oder digital verbunden werden. - Je nach dem, ob man den DA-Wandler im einen oder anderen Gerät nutzt. Wichtig ist die Control-Verbindung der Geräte: Damit kann man auch den Verstärker über die App steuern.
Die Technics Music App auf einem iOS- oder Androidgerät installieren. Alles einschalten. Nach kurzer Zeit steht alles abspielbereit zur Verfügung.
Werkbild mit App-AnsichtST-C700 Netzwerkplayer und App
Der Netzwerkplayer für USB-Speichermedien und DLNA-kompatible ServerDer Netzerkplayer entspricht dem Stand der Technik hinsichtlich Funktionsumfang und Bedienung. Hervorzuheben ist der integrierte DAB+ und UKW-Empfang mit einer Wurfantenne. Ich finde das sehr praktisch. Die meisten Netzwerkplayer "beschränken" sich auf den "Empfang" von Internet-Radio. Hier ist das nicht der Fall. Wer DAB+ gewohnt ist und UKW nicht verschmäht, braucht sich mit Internetradio gar nicht erst zu befassen und kann wie gewohnt seine lokal verfügbaren Radiosender geniessen. Das ist ein grosses Plus.
Ausgänge
Die Verbindung zum SU-C700 Verstärker kann sowohl analog als auch digital erfolgen. Ja nach dem kommt der DA-Wandler im Netzwerkplayer oder Verstärker zum Einsatz.
USB-Speichermedien...
...können als USB-Stick frontseitig oder als Festplatte rückseitig (wie auch der PC/Mac) angeschlossen werden. Wählt man mittels Fernbedienung oder App die Datenquelle, findet man die Musikdaten entsprechend der Ordner-Struktur auf dem jeweiligen Speichermedium. Das ist einfach, kann aber etwas unübersichtlich sein. Mehr darüber bei der Beschreibung zur App.
DLNA-Server und NAS
Zu DLNA-Server kann ich keine praktische Aussage machen. Mein NAS findet der Netzwerkplayer ohne Tadel. Die Netzwerkverbindung erfolgt mit einem Ethernet-Kabel zu Router oder Netzwerkdose.
Airplay und Bluetooth
Mit dem für die Bedienung verwendeten iPad oder Tablet kann man auch mit Airplay oder Bluetooth Musik an den Netzwerkplayer senden und abspielen. Das ist praktisch für die Nutzung von Musikstreaming-Diensten und Internetradio oder Podcasts.
Datenformate
Die unterstützten Datenformate finden Sie hier im unteren Bereich der Seite. Das Gerät unterstützt alle gängigen Formate bis 192 kHz Samplingrate inkl. DSD64/128.
Konventionelle Fernbedienung
Konventionell hin- oder her, man braucht auf die Schnelle für die wichtigsten Befehle kein Phone/Tablet zu greifen. Man kommt zu seiner Musik auch so und kriegt eine verständliche Rückmeldung vom Gerätedisplay. Damit vermindert man die Abhängigkeit vom Tablet, welches man vielleicht, wie ich manchmal, im Geschäft vergessen hat. Das ist ebenfalls ein grosses Plus.
Die App...
...funktioniert intuitiv und umfassend. Bedienungsanleitung nicht erforderlich. Ist das Control-Verbindungskabel mit dem SU-C700 Vollverstärker verbunden, lässt sich dieser ebenfalls bedienen, z.B. für Klangregelung und Lautstärke. Verändert man die Lautstärke mit der App, dreht sich das Potentiometer brav auf dem Verstärker mit. Das sah ich zum ersten Mal. Man kann das System somit mit der konventionellen Fernbedienung etwas eingeschränkt oder mit der App vollumfänglich bedienen. Hut ab! Das nenne ich Redundanz.
Weniger begeistert mich die Musik-Oberfläche für die Musikwahl: Man hat sich mit der Ordnerstruktur des Speichermediums zu begnügen. Es steht keine übersichtliche, anpassbare Coverbild-Oberfläche zur Verfügung. Man hangelt sich vom Interpret zum Album (mit Coverbild in Listenansicht) und kommt von da aus zur Player-Ansicht, die dann wieder stimmig ist.
Playlisten: Kein Problem.
SU-C700 ein intelligenter Schaltverstärker
Moderne Schaltverstärker-Technologie mit Qualitätsanspruch und Technics-DesignDer SU-C700 ist natürlich kein "volldigitaler Verstärker" wie im Beschrieb erläutert. Es ist ein Schaltverstärker mit analogen und digitalen Eingangsstufen. Schaltverstärker arbeiten mit Pulsweitenmodulation. Das ausggangsseitige "Schaltsignal" ist analog und wird mit einer Tiefpassfilterung wieder zu einer Schwingung. Transistoren sind als Schalter viel effizienter und linearer und es wird keine Gegenkopplung benötigt. Das einfache Prinzip geniesst auch in audiophilen Kreisen eine immer grössere Aktzeptanz.
Der SU-C700 ist aber nicht auf viel Leistung ausgelegt. 2 x 45 Watt (8 Ohm) und 2 x 70 Watt (4 Ohm) stehen an den Ausgängen zur Verfügung. Die verwendeten Lautsprecher sollten einen Wirkungsgrad von min. 85 dB aufweisen und keine massiven Impedanzeinbrüche produzieren. Eine Besonderheit ist die Last-adaptive Phasen-Kalibrierung (LAPC). Mit einem Testsignal wird das Phasenverhalten der verwendeten Lautsprecher optimiert. - Eingangsseitig allerdings, sonst müsste man das Tonsignal mit einem Messmikrophon aufnehmen. Die Effizienz dieser Anpassung ist nicht eindeutig nachvollziehbar.
Es stehen nicht weniger als fünf digitale Eingänge zur Verfügung. Dazu ein analoger Line-Eingang mit wählbarer Dämpfung und ein MM-Eingang für den Plattenspieler.Digitale Quellen können asynchron über USB oder S/PDIF mit Chinch und optisch angeschlossen werden. Insgesamt sind fünf digitale Quellen bis 32 Bit und 192 kHz nutzbar. Die Analogeingänge berücksichtigen den Plattenspieler (MM, 47 kOhm Impedanz) und eine Hochpegel-Quelle. Letztere kann mit einem Schalter gedämpft werden, falls erwünscht. Die Control-Ausgänge erlauben die kombinierte Fernbedienung mit dem Netzwerk- oder CD-Player. Die Control-Kabel liegen bei.
Frontseitig domieren die eisblau ausgeleuchteten, grossen VU-Meter, die wie schon damals, auch bei kleinen Pegeln gut sichtbar zittern. Die LAPC-Funktion wird angezeigt. Der gewählte Eingang wird darunter angezeigt. Der Kopfhörer-Ausgang darf natürlich nicht fehlen.
Die Verarbeitungsqualität stimmt. Schraubt man den Deckel ab, erblickt man das darunter liegende Innengehäuse und sonst nichts. Da ist nichts mit Fummeln.

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