22. Juli 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Optik, Haptik und Technik

Erst auf den zweiten Blick oder nach kurzen Recherchen stellt sich heraus, dass es sich beim verwendeten Material um "liquid wood", also um "flüssiges Holz" handelt.

Die Kopfhörermuscheln unseres Testobjekts sehen auf den ersten Blick wie aus glänzendem Plastik aus. Erst auf den zweiten Blick oder nach kurzen Recherchen stellt sich heraus, dass es sich bei dem verwendeten Material um "liquid wood", also um "flüssiges Holz" handelt. Laut Hersteller werden dabei Pflanzenfasern verwendet, die durch den Prozess der Verflüssigung in eine Kopfhörerpassform gegossen und dort gehärtet werden. Die klanglichen Eigenschaften seien dabei weitaus besser als beim billigen Plastik. Hört hört!

Optisch erinnert mich die Halterung, an der die Kopfhörermuscheln angebracht sind, an das runde Auge eines Nachtvogels, was bestimmt kein Zufall sein dürfte bei dem Kopfhörer, der zu Deutsch "Nachteule" heisst. Besonders prominent im Erscheinungsbild ist der biegsame Metallbügel, der bei jeder noch so fülligen Haarpracht einige Zentimeter hervorstehen wird.

Das Auge ...

Der Nightowl ist alles andere als ein kleiner Kopfhörer – was seine Vor- und Nachteile hat. Der Nachteil ist offensichtlich der Stauraum, den er benötigt. Ebenso gibt es wahrlich geeignetere Kopfhörer, die man in Musikpausen als modisches Accessoire um den Hals tragen kann. So getragen, drücken die Ohrhörer wegen ihrer Grösse tendenziell zu stark auf die Kehle. Allerdings passt der Nightowl garantiert auf alle Ohren, egal wie gross diese sind. Diesen Eindruck wurde mir wiederholt bestätigt von Leuten, die ganz anders als ich einen sehr kleinen Schädel haben.

In einem gewaltigen Kontrast zur Grösse und zum Gewicht von 346 Gramm steht der Tragekomfort. Ich habe noch nie Kopfhörer in dieser Preiskategorie getestet, die sich derart sanft an den Kopf anschmiegen. Das mit Elastikverstrebungen verbundene Lederband sorgt dafür, dass der Kopfhörer mühelos an die jeweilige Kopfgrösse angepasst wird. Ebenso sorgt der runde Bügel dafür, dass die Hörer sanft auf den Kopf gepresst werden. Die Entwickler von Nightowl haben scheinbar den Goldilock-Effekt entdeckt, was Kopfhörerbügel angeht: Weder zu straff, noch zu wacklig. Ein gewaltiger Pluspunkt auf das Konto der Portabilität.

Neben den innovativen Materialien in den Kopfhörermuscheln und den Wahlmöglichkeiten bei den Ohrpolstern (ja, es werden Ersatzohrpolster mitgeliefert, die mehr Bass versprechen) sind die Kopfhörertreiber beim Klang das ausschlagende Element. Dabei handelt es sich um einen dynamischen 50-mm-Treiber, der sich an der Technik moderner Lautsprecher orientiert. Er besteht aus einer eigens hergestellten Bio-Cellulose-Membran, einer Schwingspule und einer Gummiummantelung. Das Resultat ist laut Hersteller nicht nur sichtbar, sondern auch deutlich hörbar.

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