
Es heisst, schöne Menschen hätten es leichter im Leben. Das ist schwierig zu beweisen. Klar ist jedoch, dass schön designte Geräte schon mal mit ihrem Äusseren punkten. Und der Philips Network Music Player gehört zu dieser Gruppe: Noch bevor ich ihn zu installieren begann, erfreute mich sein schlichtes, elegantes Design. Den NP2500 stellt man gerne sichtbar auf ... wenn nur die schnöden Kabel nicht wären.
Schnell im Internet

«Ganz ohne Kabelsalat» steht auf der Verpackung. Das trifft jedoch nur für die Internetverbindung zu: Das Gerät ist WiFi tauglich. Der Netzadapter sowie die Audio-Verbindung zur Stereoanlage sind nach wie vor auf Kabel angewiesen. Und da ich aus diversen Gründen kein WiFi-Freund bin, benütze ich sogar für den Internetzugang ein Ethernetkabel.
Die rückseitigen Anschlussbuchsen sind übersichtlich und leicht zugänglich angeordnet, die Installation somit ein Kinderspiel. Ein paar Minuten später höre ich Internetradio in ausgezeichneter Qualität über meine Stereoanlage (die Musikqualität hängt natürlich in erster Linie vom Sender resp. dem generierten Stream ab, doch spielen die Wandler und Vorverstärker eine nicht zu vernachlässigende Rolle).
Dank dem dauernden Internetzugang ist auch ein Firmwareupdate jederzeit problemlos möglich. Während dieses Tests wurde ich automatisch informiert, dass neue Firmware bereitstehe. Auf Knopfdruck werden Download und Installation initiiert. Nach einem Neustart hiess es unter anderem, dass WiFi nun «secure» sei.
Programmierung

Um aus dem riesigen Angebot von Sendern, die sich sowohl inhaltlich als auch klangmässig qualitativ enorm unterscheiden, auswählen zu können, gibt es diverse Möglichkeiten:
- 10 programmierbare Sender unter «Voreinstellungen»
- eine grosse Zahl «Lieblingssender»
- eine Suchfunktion, in der man den Namen eines Senders eingeben kann
- Suchfunktionen unter «Alle Sender» nach diversen Kriterien wie Musikgenre, Land, Sprache u.v.m.
Navigation

Wer mit einem Handy umzugehen weiss, kann relativ flott im Streamium navigieren. Allerdings scheint mir der Datenbuffer etwas klein geraten, muss er doch während der Suchfunktion regelmässig nachladen.
Die Bedienung würde mit einem grösseren Display (oder gar zwei oder drei über die Front verteilte Bildschirmchen - es müssen nicht alle farbtauglich sein) wesentlich vereinfacht und viel übersichtlicher (das spendierte farbfähige Display ist zwar qualitativ ausgezeichnet (OLED?) aber nur gerade mal 7 x 5 cm klein). Leider wird der farbige Hintergrund (Sender Logo resp. CD Cover) noch von einem Infostreifen oben und diversen Schriftinformationen (evtl. ID3-Angaben in Laufschrift, darunter Sender- oder Album-Information, Log-in Dauer und Ortszeit) überdeckt.
Für viele Funktionen gibt es diskrete Tasten auf der Fernbedienung, ohne die übrigens fast nichts geht, da am Streamium nur gerade vier Taster vorhanden sind: Ein/Aus, Stumm, Lautstärke plus und minus. Es lohnt sich also, nicht nur die Bedienungsanleitung (als PDF auf der CD) sondern auch die diversen Tasten der vielseitigen und relativ übersichtlichen Fernbedienung zu studieren - und die Fernbedienung nicht zu verlegen.
Und wenn wir schon bei der Fernbedienung sind: Wieso muss man, um einen Schritt zurück zu machen, die spezielle «back»-Taste drücken und nicht einfach die linke Cursortaste wie bei den meisten Geräten?
Musik aus dem Rechner

Analog aufnehmen - Musik pur ! Ralph Zünd - Toningenieur,
Sonntag 30. April, 12 UhrFazit
Philips bietet mit dem Streamium ein Gerätchen an, das schon durch sein Äusseres besticht. Dank der einfachen Installation, dem raschen Erfolgserlebnis und der bemerkenswerten Audioqualität wird es viele Internetradio Fans begeistern. So macht Radiohören wieder Spass!
Alles, was Philips verspricht (und das ist weit mehr als «üblich»), wird auf mehr oder weniger elegante Weise erfüllt. Schade finde ich, dass die direkte Abspielmöglichkeit via USB fehlt.
Gutes Design und ein gutes (wenn auch kleines) Farbdisplay haben eben ihren Preis, der, alles berücksichtigt, gerechtfertigt scheint.

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