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Aktiv – innovativ.

Schliesslich kommt die ausgefeilte, rein analoge Aktivtechnik von Relec ins Spiel, wie sie in den PSI-Audio-Monitoren arbeitet. Diese Technik wurde vor über 30 Jahren entwickelt, als Auftragsarbeit für STUDER. Und sie gilt bis heute als State-of-the-Art. Solange sich die grosse Mehrheit der Lautsprecherhersteller im High-End-Segment nach wie vor mit passiven Lautsprechern beschäftigt, dabei unbestreitbare Nachteile unter den Tisch wischt, darf die Relec-Aktivtechnik quasi als Retro-Avantgarde gelten.

Retro deshalb, weil inzwischen durchaus innovative Aktivkonzepte auf dem Markt sind, die Erfolge feiern, aber mit Digitaltechnik (DSP=Digitale Signalprozessoren) und Class-D-Endstufen arbeiten. Relec wirkt mit ihrer analogen Aktivtechnik aus der Zeit gefallen, aber ist gerade deshalb spannend, weil kein Kompromiss durch die zwangsläufige Digitalisierung des Eingangssignals notwendig ist. Analog bleibt analog, und die Qualität der digitalen Zuspieler bleibt wählbar.

ELLA 3 – Endverstärker in eigenem Abteil, mit Silent Blocs gedämpft.ELLA 3 – Endverstärker in eigenem Abteil, mit Silent Blocs gedämpft.

Damit operiert Relec innerhalb der analogen Grenzen, dies aber raffiniert. Die Relec-Aktivtechnik ist ganzheitlich. Sie betrachtet Lautsprecherchassis, Gehäuse (Innenvolumen, Resonator) und Verstärker als ein in sich geschlossenes System. Dabei regelt der Verstärker über ein Feedback die Bewegung der jeweiligen Membranen und kompensiert deren parasitäre Schwingneigung (adaptive Ausgangsimpedanz).

Die einzelnen Endverstärker (in Class-A/B- und Class-G-Technik) gewöhnen den Membranen quasi deren systembedingtes Fehlverhalten ab. Weiter optimiert das Aktivfilter das Phasenverhalten, damit die Chassis im zeitlichen Verlauf sauber zusammenspielen und der Hochton nicht wie üblich vorauseilt. Konsequent spricht Relec als Slogan für ihre PSI-Audio-Monitore vom «Right Sound» – und nicht vom «Best Sound». Dieses Gefühl, dass es «richtig» klinge, hatten mehrere Tester auch den ELLAs unabhängig attestiert.

Abseits formaler und akustischer Überlegungen ist dies die Basis für eine stimmige Musikwiedergabe. Passiv wäre dies in der Kombination schlicht nicht möglich, auch nicht mit dem aufwändigsten Verstärker des Planeten! Auch wenn diese Aktivtechnik alleine nicht das alles überragende Kriterium bildet, so bin ich überzeugt, dass Aufwand und Ertrag damit in einem hervorragenden Verhältnis stehen und die Stimmigkeit und «Richtigkeit» der Wiedergabe für mich unverzichtbar geworden sind. Und ohne die Relec-Technik hätte ich unmöglich einen derart kompakten, eleganten und leistungsfähigen Lautsprecher entwerfen können.

Aktiver Bass – gerne!

Wenn es einen Frequenzbereich gibt, wo man sich mehrheitlich einig ist, dass die Aktivtechnik im Vorteil ist, dann ist es der Bass. Egal ob der Lautsprecher teilaktiv oder vollaktiv ist, oder ob man einen aktiven Subwoofer nutzt, der aktive Bass klingt sauberer, konturierter, benötigt kleinere Volumina und man kann die Wiedergabe einfacher an die Raumakustik anpassen. Mit der Regeltechnik à la Relec erreicht man eine weitere Qualitätsstufe. Interessant ist, welche Qualitäten mit Bassreflexsystemen möglich werden. Diese stehen ja im Ruf, geschlossenen Systemen unterlegen zu sein, wenn es um Sauberkeit und Impulstreue geht.

Das stimmt durchaus für passive Systeme. Mit aktiven Systemen hat man zwei entscheidende Vorteile: unterhalb der Resonanzfrequenz des Reflexsystems verhält sich ein solches wie ein offenes Gehäuse und es kommt zu unnötigen, grossen Auslenkungen der Chassis, falls so tiefe Frequenzen gespielt werden. Dies erhöht massiv die Verzerrungen. Abhilfe schafft ein Hochpassfilter, welches diese Frequenzen beschneidet. Erst damit nutzt man den Vorteil der viel geringeren Membranauslenkung von Reflexsystemen konsequent aus.

Der zweite Vorteil ist die freiere Wahl von Volumen und Abstimmfrequenz. In einem passiven System kann die Wahl dieser Parameter nur in engen Grenzen erfolgen, um einen linearen Frequenzgang im Bass zu erzielen. In einem aktiven System à la Relec wählt man bewusst ein zu kleines Volumen und begradigt dann den Frequenzgang elektronisch. Damit einher geht eine effizientere Energieverteilung: auf der Abstimmfrequenz, also wo die Membranauslenkung am kleinsten ist, erhöht man den Pegel am stärksten. Das Ergebnis sind druckvolle Bässe, ohne dass sich die Membranen stark bewegen müssen. Die Membranregelung hilft zudem der Präzision. Vergleicht man dies mit einem geschlossenen aktiven System, so steht die Präzision der Wiedergabe diesem kaum nach, bei einer wesentlich gesteigerten Dynamik und Wucht.

Bei der ELLA nutzten wir noch eine weitere Option, um die Membranbewegung zu reduzieren: die Bassreflexkanäle treten unten am Gehäuse in Bodennähe aus, wo die Raumanregung maximal ist. Damit reicht ein leicht fallender Frequenzgang für eine lineare Tieftonwiedergabe. All diese Massnahmen helfen, dass die 3xHDA-Membranen mit ihren kurzen Schwingspulen und geringen Auslenkungen eine derart druckvolle Tieftonwiedergabe erzielen. Wandnahe Positionen gleicht man durch den Roll-Off Regler aus. Das wäre er also, der Sportwagen.

In grossen Räumen, für sehr hohe Pegel und ganz allgemein für Bassfreaks empfiehlt sich aber, einen oder mehrere Subwoofer einzubinden, wozu man sich aus dem Programm von PSI Audio bedienen kann. Das Zusammenspiel gelingt damit optimal. Weil der Roll-Off Regler nun zurückgedreht wird, um als Hochpass zu wirken, entlastet dies die 3xHDA-Membranen. Es gilt das Bonmot: «Membranfläche ist durch nichts zu ersetzen, wie noch mehr Membranfläche!».

Fluch und Segen: das Gehäuse

Segen: Das Gehäuse ist klein und resonanzarm. Ein weiteres Bonmot: «Kleine Lautsprecher, kleine Probleme – grosse Lautsprecher, grosse Probleme!». Ein Gehäuse verhält sich letztlich wie ein zusätzlicher, parasitärer Lautsprecher. Es macht sich immer bemerkbar, irgendwie. Die Kunst besteht darin, dessen Einfluss zu minimieren und den Restklang so zu integrieren, dass er nicht störend auffällt. Dazu gibt es unzählige Ansätze und der betriebene Aufwand kann extrem werden. Die Kunst besteht darin, Aufwand und Ertrag zu optimieren und eine stimmige Form zu finden.

Die einfachste Gehäuseform ist der Quader und am besten aus MDF gefertigt, wenn Aufwand und Ertrag hervorragend sein sollen. Nicht zufällig sind die allermeisten Gehäuse so gebaut. Gerne wird dies als funktionale Lösung missinterpretiert, doch gibt es leistungsfähigere Formen, allerdings zum Preis eines erhöhten konstruktiven Aufwands. Ich wählte mit der ELLA eine solch exklusivere Lösung mit einem Quader als Grundform, der aber an den Enden konisch zuläuft.

Zudem entschied ich mich für eine doppelschalige Konstruktion mit einem MDF-Gehäuse als Basis und einer Frontplatte aus schwerem Kunststein (Creanit), die aufgedoppelt wird. Das MDF-Gehäuse ist eher dünnwandig, aber innen mit Schwerfolien beklebt und verstrebt. Alle Materialien haben eine hohe innere Dämpfung. Die verbleibenden Gehäuseresonanzen gelangen damit in tiefe Frequenzlagen, wo sie wenig stören. Das Gehäuse ist zudem verhältnismässig klein, es besitzt also nicht so viele abstrahlende Flächen.

ELLA 3 – Innenleben und Creanit-Schale.ELLA 3 – Innenleben und Creanit-Schale.

In jeder Standbox entsteht inwendig eine lästige Längsresonanz, wogegen die Querresonanzen in so hohen Frequenzbereichen entstehen, dass sie vom Dämmmaterial recht gut absorbiert werden. Die Längsresonanz hingegen nicht. Bei üblichen Standboxen von rund einem Meter Höhe liegt sie um die 170 Hz und ist in der Impedanzkurve gut zu erkennen, wenn der Hersteller die Resonanz nicht unterdrückt, was erstaunlicherweise selten der Fall ist.

Das ELLA-Gehäuse verläuft zwar an den Enden konisch zu, trotzdem entsteht eine Längsresonanz, welche durch geschickte Platzierung von festerem Dämmmaterial gut unterdrückt werden konnte.

Fluch: so logisch wie der Aufbau der ELLA erklärt werden kann, so aufwändig gestaltete sich die Umsetzung. Das Gehäuse wurde in der Fertigung teuer. Es sind viele kleine Arbeitsschritte notwendig für die formale Extravaganz und die akustische Effizienz. Mein Schreiner bemerkte süffisant, dass er noch nie ein Gehäuse mit so vielen Einzelteilen zusammengebaut hätte – und dann sei es noch so klein! Sein Vorgänger, der das Gros der MDF-Gehäuse gebaut hatte, schloss vor einer Weile aus gesundheitlichen Gründen seine Tore (was jedoch nicht in Zusammenhang mit dem Auftrag stand).

Seinem Goodwill verdankte ich akzeptable Preise. Denselben Goodwill beanspruchte ich bei der Firma, welche die gebogenen Schalen aus Kunststein herstellte. Der Chef bemerkte stets, dass dies für sie ein willkommenes «Forschungsprojekt» sei und sie dies nicht kostendeckend rechnen würden. Normalerweise produzierten sie Produkte für Bäder und Küchen. Die Firma ging leider Konkurs und bei der Nachfolgefirma mochte ich nicht mehr die Goodwill-Karte ziehen. Zudem ist inzwischen ist der Schweizer Franken im Vergleich zu den anderen Währungen massiv gestiegen.

Nun einfach die Verkaufspreise zu erhöhen wäre keine überzeugende Lösung. In der Summe stimmt die Ausgangslage für die weitere Produktion der ELLA bedauerlicherweise nicht mehr, weshalb ich mich nach langem Zögern entschloss, das Projekt zu beenden.

Aktive Zukunft

Wenn ich Musik über die ELLAs höre und die Lautsprecher so betrachte, erfreuen sie mich noch immer wie am ersten Tag! Die Leichtigkeit der Wiedergabe, die Lebendigkeit, ihre räumliche Präsenz und die weitgehende Absenz eines Eigenklangs finde ich gelungen. Sie geben jegliche Art von Musik überzeugend wieder, und ich würde sie mit keinem der durchaus bekannten Lautsprecher, die ich in den 20 Jahren im Showroom hatte, tauschen.

Kunden, die sich die ELLA leisteten, entschieden sich meist spontan – oft war es Liebe auf den ersten Blick. Wer sich auf die Erklärungen einliess, verstand auch die versteckten Qualitäten. Nun warten die letzten Paare (alle mit weisser Schale), die ich von internationalen Partnern zurückkaufen konnte, auf glückliche Musikfreunde. Wer neugierig geworden ist, darf sich gerne im Geschäft selbst ein Urteil bilden.

Ein Nachfolgemodell steht nicht bereit, denn überzeugend war bisher kein geprüfter Ansatz. Mit der ELLA legte ich die Latte hoch, PSI Audio baut selbst hervorragende Aktivlautsprecher, die nicht nur als Monitore taugen, und auch die passiven Partner der ELLA sind auch nicht von schlechten Eltern. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und zuhause steht ein überaus inspirierendes aktives Lautsprechersystem, das noch viel älter ist, nämlich bald 50-jährig!

Klangwerk ELLA:
Analoger Aktivlautsprecher
2-Wege-Design mit Bassreflex
Masse: 113 x 21,6 x 19 cm (H x B x T)

Preis/Paar in CHF inkl. 7,7 % MwSt.: CHF 14'800.-

Infos: klangwerk.ch/lautsprecher/ella_de.html

ELLA zum Entdecken – immersive Stereodays:
Freitag, 3. November 2023, von 13–18 Uhr
Samstag, 4. November 2023, von 12–17 Uhr

Anmeldung erwünscht: info@klangwerk.ch

Klangwerk GmbH
Wieslergasse 6
8049 Zürich

Markus Thomann Gastautor

Markus Thomann war als Architekt tätig, bevor er vor gut 25 Jahren seine Passion für Audiotechnik professionalisierte und die Firma Klangwerk gründete. Unter diesem Label stellt er exklusive Lautsprecher her und betreibt in Zürich ein Fachgeschäft. Jeden Frühling organisiert er zudem das «Klangschloss», eine Audiomesse im Schloss Greifensee.
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