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19. Mai 2008
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Im Nationalrat wird demnächst eine Motion von Simonetta Sommaruga behandelt. Diese fordert ein Verbot der Verschlüsselung von Digital-TV via Kabelnetze. Der Verband der Kablenetzbetrieber, Swisscable, lehnt diese Motion entschieden ab.

Die Motion Sommaruga verlangt, dass sämtliche freien Programme im Bereich des digitalen Fernsehens in Kabelnetzen unverschlüsselt verbreitet werden. Alternativ fordert die Motion die Einführung eines offenen Standards des Betriebssystems für alle Hardware-Anbieter in der Schweiz. Swisscable lehnt beide Forderungen mit Hinweis auf den scheinbar funktionierenden Markt ab.

Wo die Swisscable allerdings angesichts der Übermacht von Cablecom einen funktionierenden Markt sieht, ist schleierhaft. In den meisten Gegenden besteht nicht mal eine Konkurrenz mit Bluewin TV, da ein schnelles ADSL/VDSL Datennetz noch längst nicht überall aufgebaut ist.

Auch SAT-TV ist nun mal nicht in jeder Wohnung möglich. Mobile TV oder Internet TV (Zattoo) als Konkurrenz zu bezeichnen, ist wohl eher ein Witz. Tatsache ist, dass hierzulande gerade die Cablecom ihr Quasi-Monopol relativ schamlos ausnutzt. Ihre Settop-Box ist alles andere als ideal, verursacht zusätzliche Abo-Gebühren und patzt mit einem eklatantem Stromverbrauch. Viele moderne Fernseher beinhalten bereits einen Tuner für digitalen Kabelempfang (DVB-C) und bräuchten überhaupt keine zusätzliche Settop-Box. Der Konsument hat somit keine freie Wahl des Empfängers für digitalen TV über Kabel.

Die Swisscable verspricht sich mit der Verschlüsselung ein grösseres Geschäft bei den zukünftigen Video-On-Demand Services. Nur ein Grossteil der Konsumenten möchte lediglich einfaches und unkompliziertes Digital TV im Haushalt wie das auch in anderen Ländern möglich ist.

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