Blues-Altmeister Doug MacLeod mit dem Titel, There's A TimeWenn sich zwei Meister treffen, freut sich der Hörer: Das neuste Album von Blues-Altmeister Doug MacLeod mit dem Titel „ There's A Time“„ wurde von keinem geringeren als vom HDCD-Guru Prof. Keith O. Johnson aufgenommen und ist sowohl als LP-Set mit zwei 45-Touren Half Speed Master LP's, als HDCD-Disc, im Format der originalen Aufnahme als Flac 176 kHz/24 bit aber auch in 88,1 kHz/24 bit erhältlich.
Gleich die ersten Paar Takte in Doug MacLeods neustem Album packen den Zuhörer. Hier stimmt einfach alles: Musik, Interpretation und Aufnahme! Ja, diese Stimme, dieser Ausdruck und kein Schimmer von Routine oder Altersgebrechen. Nein, Doug McLeod, der inzwischen immerhin rund 67 Lenze auf dem Buckel hat, ist nach wie vor für mich einer der besten Blues-Sänger.
Über ihn, seine Geschichte und seine Fähigkeiten zu schreiben, hiesse Eulen nach Athen zu tragen. Dafür gibt es ja das Internet. Also widmen wir uns hier vor allem dem neusten Album, welches, wie bereits erwähnt, von Meister und Professor Keith Johnson anno 2012, genauer am 23, Mai im Skywalker Sound Studio in Marin County aufgenommen wurde.
Zur dieser Aufnahme meinte MacLeod:"Making this album was different than any other one I've done in the past. They put Jimi, Denny and me on this huge soundstage at Skywalker Sound in Marin County. We sat around in a circle where we could see each other. We played live, no overdubs, just three guys playing some music together." Und genau diese lockere, faszinierende Live-Stimmung kommt nicht zuletzt auch dank dem Bassisten Denny Croy und Jimi Bott am Schlagzeug voll und ganz zum Hörer.
Audiophiles Highlight
Obwohl die Aufnahme in einem offenbar grossen Studio gemacht wurde, vermittelt sie eher den Eindruck eines Kammermusiksaales mit absolut hervorragender Akustik. Der Klang dieses Trios wirkt aber ganz und gar nicht studiomässig-steril oder gar klinisch sauber, sondern – mindestens stimmungsmässig! - verhüllt durch leichte Rauchschwaden und dem dezenten Geruch von Tennessee Whiskey. Und das ist nicht nur den Musikern zu verdanken, sondern auch Keith Johnson, der mit seiner ersten Blues-Aufnahme (!) gleich wieder mal Massstäbe gesetzt hat.
Zu Keith Johnson muss gesagt werden, dass er im Grunde genommen ein Toningenieur der klassischen Muse ist und hier absolute Meisterwerke vollbracht hat. Er ist der Könner beim Einfangen gigantischer Klangkörper und kann diese auch genau so gross bei der Wiedergabe wieder erscheinen lassen. Das hat er mit unzähligen Reference Recording Aufnahmen bewiesen.
Zudem war er ein Vorreiter in Sachen Hi-Res-Aufnahmen und brachte zusammen mit Michael "Pflash" Pflaumer von Pacific Microsonics Inc. im Zeitraum von 1986 bis1991 die HDCD-Technik (HDCD = High Definition Compatible Digital) auf den Markt (siehe auch „Audio-Disc-Nostalgie“).
Lobenswerterweise hat er es bei seiner ersten Blues-Aufnahme geschafft, die natürliche Grösse des Klangkörpers beizubehalten und nicht in effektvollen Klang-Gigantismus zu verfallen, was für ihn ein leichtes gewesen wäre. Trotzdem hat das Klangbild eine unglaubliche Tiefe und eine natürliche Breite und ist zudem völlig von den Boxen gelöst. Und von den klanglichen Feinheiten gebührend zu schwärmen, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen. Summa Summarum ein absolutes audiophiles Highlight!

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