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Publikationsdatum
22. Dezember 2017
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Roon überzeugt in rasantem Tempo eine stark wachsende Zahl von vorwiegend audiophilen Nutzern, die dank Roon auch mit Tidal sehr gut zurechtkommen. Tidal HiFi ist eine Basis von Roons Erfolg, denn auch die Qualitätsversessenen nutzen diesen Streamingdienst immer öfter. Nicht zu unterschätzen die zunehmende Zahl von HiFi-Händlern und Herstellern, die an Fachmessen Musik auf ihren edlen Systemen vorführen. Da wird schon mal in gefühlten 30% der Fälle auf Tidal als Song-Lieferant zurückgegriffen.

Mit Roon klingt Tidal optimal, könnte man daraus schliessen. Während vor knapp zwei Jahren die meisten Kunden der audiophilen Fraktion Streamingdienste ablehnten oder ihnen kritisch gegenüberstanden, sieht das heute ganz anders aus: Es gibt immer mehr Musikhörer, die Tidal bevorzugen und ihre gespeicherte Musik kaum mehr erweitern. Davon profitiert natürlich auch Qobuz, nur werden die von Roon (noch) nicht unterstützt.

Innovative Partnerschaften

Obwohl bei Roon abgesehen von der Wiedergabequalität auf den ersten Blick die hohe Qualität der Metadaten überzeugt und dazu die umfangreich redigierten Inhalte, Basis für eine intuitive Navigation durch ein Meer von Musik, ist der Erfolg vor allem bei den überzeugenden Partnerschaftsmodellen zu orten.

Roon bietet drei Partnerschaftsmodelle für Hersteller von Audio-Hardware und -Software an und berichtet monatlich in ihrem Blog über neu hinzugewonnene Partner. Darunter befinden sich sehr bekannte Hersteller und auch solche, die mit eigener Software sehr erfolgreich sind. Beispiele sind Naim, Auralic oder Bluesound.

Die drei Partnerschaftsoptionen ermöglichen Roon fast jede Konnektivität, von  «Roon Ready Network Players» über «Roon Tested DAC's», der Optimierung von DA-Wandlern mit dem Ziel optimaler Kompatibilität bis zu «Roon Core Servers» für die Integration von Roon Core als Server in den Geräten dieser Partner.

Die stark wachsende Zahl an Nutzern hochwertiger Streaming Clients und Musikservern scheint die Anwendung von Roon auf diesen Geräten als wichtige Voraussetzung zu definieren, sonst wäre diese Entwicklung kaum zu erklären. Viele Musikhörer wollen Roon mit im Boot haben, wenn sie ein Gerät kaufen, lässt sich daraus schliessen.

Ebenfalls wachsend ist die Zahl der Gerätehersteller, die gleich von Beginn auf eigene Software verzichten. Proprietäre Hard- und Software muss nicht sein, wenn sie keine Vorteile bringt und man für die Entwicklung gleich zig Software-Entwickler einstellen muss.

Pakt mit dem Teufel?

Es mach also Sinn, eigene Kompetenzen gar nicht erst aufzubauen, wenn man sie mittels Partnerschaft z.B. mit Roon nutzen kann. Es macht auch Sinn, nicht immer das eigene Süppchen zu kochen, ausser es mundet besser als andere. Aber das ist schwierig, denn Roon scheint mir aus eigener Erfahrung recht weit voraus in der Kategorie «schmackhafte Suppe».

Dann stellt sich die Frage nach der Abhängigkeit, aber hier gilt es, keinen Pakt mit dem Teufel als Szenario heraufzubeschwören. Die unzähligen industriellen Linux-Anwender sind schliesslich auch noch am Leben (oder die Todesursache war eine andere). Zudem könnte es ja auch einmal wieder etwas Besseres geben (...als Roon). Bis dies eintritt, lautet die Devise wohl einmal mehr:

The winner takes it all.

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