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Publikationsdatum
3. März 2003
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Das breite Bild mit dem Seitenverhältnis 16:9 statt dem bisherigen 4:3 entspricht den Anforderungen des Heimkinos rund um die DVD. Treibende Kraft bei der Einführung des Formats sind die neuen Modelle von Flachbildschirmen in Plasma- und LCD-Technik, die vorwiegend im 16:9-Format angeboten werden.

4:3-Fernseher sind populär: Die meisten Fernsehsendungen werden in diesem Format übertragen. Auch eigene Aufnahmen haben dieses Seitenverhältnis: Camcorder nehmen in 4:3 auf, genauso wie digitale Fotoapparate.

Doch kaum ein Mensch schaut so quadratisch wie das 4:3-Format. Das Gesichtsfeld ist breiter, ein Umstand, den das Kino schon lange erkannt hat. Der Bildschirm zieht nach und erlaubt damit, Kinofilme bildschirmfüllend im Breitbildformat wiederzugeben.

Kinofilme auf 4:3-Fernsehern

Die meisten Kinofilme haben ein Bildseitenverhältnis von 1,85:1. Damit sie in diesem Format wiedergegeben werden können, müssen auf einem 4:3-Bildschirm (dies entspricht 1,33:1) oben und unten schwarze Balken eingefügt werden. Bei diesem Letterboxformat bleiben 28% der verfügbaren Bildfläche schwarz.

Wird der Film hingegen durch Aufzoomen so dargestellt, dass er das 16:9-Format ausfüllt, geht links und rechts insgesamt mehr als ein Viertel des Bildinhaltes verloren. Dies fällt meist bei den Titeln auf, die links und rechts abgeschnitten sind.

Das 16:9-Format

Das 16:9-Breitbild ist der menschlichen Sehweise besser angepasst als das quadratischere 4:3-Format.
Das 16:9-Breitbild ist der menschlichen Sehweise besser angepasst als das quadratischere 4:3-Format.
Anders beim 16:9-Format. Sein Seitenverhältnis von 1,78:1 (= 16:9) entspricht recht genau der Vorgabe aus dem Kino. Für Spielfilme ist dieses Format ideal und daher auch auf den meisten Film-DVDs anzutreffen.

Noch breitere Filme (z.B. Superscope mit einem Seitenverhältnis von 2,35:1 – dies entspricht 21:9) benötigen jedoch immer noch schwarze Streifen oben und unten.

Zunehmend werden auch Fernsehsendungen in 16:9 ausgestrahlt. Sinn macht das bestimmt bei Natursendungen oder Sportübertragungen. Das künftige hochauflösende Fernsehen (HDTV) arbeitet ebenfalls mit diesem Seitenverhältnis.

4:3-Sendungen auf 16:9-Fernsehern

Beim Betrachten von 4:3-Sendungen auf einem 16:9-TV bleiben links und rechts schwarze Streifen. Um den breiten Bildschirm besser auszunutzen, kann das Bild gezoomt werden.

Je nach Fernsehgerät stehen dabei unterschiedlich intelligente Zoomfunktionen zur Verfügung. Optimal ist ein Zoom der nicht linear vergrössert, da die Figuren sonst aufgeblasen wirken. Das Zentrum mit der bedeutenden Bildinformation sollte weniger stark gedehnt werden als die Ränder.

Einige TV-Geräte haben als gute Zwischenlösung ein Zoom auf das Verhältnis 14:9.

Breitbildfernseher

Auch Fernsehgeräte mit grossen Bilddiagonalen können elegant aussehen, wie der 82cm HighVision-Flachbild-TV HV-32D25 von JVC
Auch Fernsehgeräte mit grossen Bilddiagonalen können elegant aussehen, wie der 82cm HighVision-Flachbild-TV HV-32D25 von JVC
Bildgeräte im 16:9-Format gibt es vor allem mit grossen Bilddiagonalen. Seinen Durchbruch hatte das Format im Heimkino mit Filmen ab DVD, die meist im Breitbildformat aufgezeichnet sind. Hier steigert ein grosses Bild den Genuss deutlich.

Bereits sind auch Fernseher mit kleinen Bilddiagonalen im 16:9-Format erhältlich, vielfach mit flacher Bildröhre und in 100 Hz-Technik für reduziertes Flimmern.

Fernseher mit Bildröhre werden mit zunehmender Diagonale immer tiefer. Zudem ist eine weitere Vergrösserung der Röhrenabmessungen technisch schwierig. Daher kommen beim grossen Bild andere Techniken zur Anwendung.

Flachbildschirme

Die neuen Fernseher in Plasma- und LCD-Technik sind flach, wie der Tharus 51 LCD-TV von Grundig.
Die neuen Fernseher in Plasma- und LCD-Technik sind flach, wie der Tharus 51 LCD-TV von Grundig.
Stark im Trend sind Flachbildschirme. Sie sehen nicht nur elegant aus, sondern brauchen dank Bautiefen von 10 cm und weniger auch wenig Platz und können gar an die Wand gehängt werden.

Aktuell sind zwei Techniken. Der Plasma-Bildschirm erreicht Diagonalen von 1,5 Metern. LCD-Fernseher (Flüssigkristall-Displays) haben bereits Diagonalen bis zu 1 Meter. In die schlanken Rahmen sind vielfach die Lautsprecher bereits integriert.

Zusammen mit einer abgestzten Einheit mit Fernseh-Empfänger und Anschlüssen für weitere externe Geräte wie DVD-Spieler sind sie die TV-Geräte der Zukunft.

Projektoren

Ein preisgünstiger Heimkinoprojektor mit 16:9-Panel ist der Sanyo PLV-Z1.
Ein preisgünstiger Heimkinoprojektor mit 16:9-Panel ist der Sanyo PLV-Z1.
Das grösste Bild erreichen nach wie vor Projektoren. Die meisten von ihnen können 16:9-Bilder darstellen, auch wenn sie ein 4:3-Panel haben. Dabei wird einfach oben und unten ein Teil der Projektionsfläche nicht benutzt, ähnlich wie beim Letterbox-Verfahren. Damit geht Auflösung verloren, was sich bei der Grossprojektion deutlich zeigt. Einige Projektoren haben jedoch ein 16:9-Panel, das heisst sie können das Breitbild in der vollen Auflösung darstellen.

Für ein optimales Bild ist es notwendig, den Raum so gut wie möglich abzudunkeln. Dann sind leuchtkräftige Bilder mit Diagonalen ab zwei Meter zu erzielen. Die Grösse des Bildes hängt von der Optik und von der Projektionsdistanz ab.

Rückprojektoren

Mit einer Bilddiagonalen von 127 cm (50 Zoll) sieht der LCD-Rückprojektor Grand Wega von Sony gar nicht klobig aus.
Mit einer Bilddiagonalen von 127 cm (50 Zoll) sieht der LCD-Rückprojektor Grand Wega von Sony gar nicht klobig aus.
Bei den Rückprojektoren sind der Projektor und der Bildschirm zu einer Einheit zusammengebaut. Dadurch sind sie bei der Installation und im Betrieb so einfach zu bedienen wie ein Fernsehapparat.

Bedingt durch ihre Arbeitsweise mit der Projektion des Bildes nach hinten und Umlenkung über einen Spiegel auf den Bildschirm haben sie eine einigermassen grosse Bautiefe. Neue Projektionssysteme erlauben jedoch zusammen mit raffiniertem Design, Rückprojektoren elegant erscheinen zu lassen.

Vom Breitbild zur 3. Dimension

Das 16:9-Breitbild in Kombination mit einem 5.1- oder 6.1-Surround-Sound erzeugt das ultimative Kino-Feeling zu Hause.
Das 16:9-Breitbild in Kombination mit einem 5.1- oder 6.1-Surround-Sound erzeugt das ultimative Kino-Feeling zu Hause.
Mit dem breiten Bild öffnet sich der Horizont, und da wir natürlicher schauen, werden wir stärker ins Geschehen hineingezogen.

Vollends auf 360° öffnet der Ton das Panorama. Mit fünf und mehr Tonkanälen wird in Heimkinoanlagen der Filmton rundum wiedergegeben. Die Kombination von Breitbild und Surround-Sound mit der DVD, die das breite Bild und den mehrkanaligen Ton in hoher Qualität zu speichern vermag, hat als Heimkino viel zur Popularität der aktuellen 16:9-Geräte beigetragen.
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