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Publikationsdatum
18. März 2005
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Die CeBIT 2005 hat ihre Tore geschlossen. Die Messe der Informations- technik und Telekommunikation hatte auch viel in Sachen Unterhaltungs- elektronik zu bieten.

Zum einen überschneiden sich die Anwendungen immer stärker, und zum anderen rücken die Geräte dieser Bereiche durch Vernetzung immer näher zusammen.

Ein Schlagwort an der CeBIT war denn auch die Konvergenz - das Zusammenwachsen von Informations- und Telekommunikationstechnik sowie Unterhaltungselektronik.

High Definition (HD) war ebenfalls ein aktuelles Thema: Auf der CeBIT wurde die gesamte Produktpalette von der Aufnahme über die Bearbeitung bis zur Wiedergabe von hochauflösendem HD-Videomaterial präsentiert.

Mobile Dienste und Digital Lifestyle waren weitere wichtige Schwerpunkte. Im Bereich Telekommunikation ging es vor allem um UMTS und Voice over IP, die mittlerweile auch für Privatanwender attraktiv sind.

Zukunfstmusik

Im Innovations- zentrum "future parc" präsentierten Hochschulen, Spin-off- und Start-up- Unternehmen sowie Forschungs- einrichtungen ihre Ideen und Entwicklungen im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik.

Zu sehen war etwa eine "mp3blue" genannte Jacke voller Multimedia-Technik. Eingebaut sind Funktionen wie "Mobil telefonieren per Bluetooth", ein MP3-Player oder ein Mikrofon.

Guger Technologies aus Graz zeigte, wie ein Anwender mit ein paar Elektroden, die am Kopf befestigt werden, den Cursor eines Pocket-PC mit seinen Gedanken steuert.

Die Kabel sind mit dem Pocket-PC verbunden. Die Person muss intensiv an die Bewegung nach rechts oder links denken. Schon nach wenigen Minuten Training hat sich das Gerät auf den Probanten eingestellt und bewegt den Cursor präzise in die richtige Richtung.

Hintergrund des Experiments: Jeder Gedanke beeinflusst die Gehirnströme. Bestimmte Gedanken verursachen allerdings ganz spezifische Änderungen, die vom Computer erkannt und in bestimmte Bewegungen umgesetzt werden können.

Hochauflösendes Fernsehen

Die Entwickler aus Korea zeigten auf der CeBIT das grösste Plasma-Display der Welt mit einer Bildschirmdiagonalen von 102 Zoll – das sind etwa 2,59 Meter.
HDTV ist das aktuelle Thema der Unterhaltungs- elektronik. Es ermöglicht eine neue Dimension des Fernsehens.

Seine Einführung, die dieses Jahr zügig voranschreitet, wird in den Auswirkungen mit dem Übergang vom Schwarz/Weiss- zum Farb-Fernsehen verglichen.

HDTV macht erst mit grossen Bildschirmen Sinn. Hier kommt die höhere Auflösung richtig zum Zug. Der Trend nach grösseren Bilddiagonalen ist denn auch sowohl bei den Plasma- wie auch bei den LCD-Bildschirmen ungebrochen.

Ein Beispiel dafür ist das Plasma-Display von Samsung mit einer Bildschirm-Diagonalen von 102 Zoll - das sind etwa 2,59 Meter.

Damit ist dieser Prototyp gemäss Samsung der grösste Plasma-Fernseher der Welt. Seine Auflösung beträgt 1920 x 1080 Bildpunkte. Er stellt 68,7 Milliarden Farben und 4096 Graustufen dar.

Mit seinem 6.1-Kanal-Audiosystem SRS Trusurround XT verspricht der neue Plasma-TV dem Zuschauer darüber hinaus echten Surround-Sound.

HD-Recorder

Sharp präsentierte den Blu-Ray-Recorder BD-HD100. Er hat zwei Laufwerke: eines, mit dem sich normale DVDs bespielen lassen, und eines für Blu-Ray-Discs mit 25 GB.
Die grossen Datenmengen, die für ein hochauflösendes Bild notwendig sind, erfordern auch neue Speichermedien, die die bislang vorherrschenden DVD-Standards ersetzen beziehungsweise ergänzen.

Sharp als Gründungsmitglied der Blu-ray Disc Association setzt auf den blauen Laser als Format zur Aufzeichnung und Wiedergabe der HD-Bilder.

Das Unternehmen brachte bereits im Dezember 2004 einen kombinierten Blu-ray-, Festplatten- und DVD-Recorder auf den japanischen Markt.

Der BD-HD100 verfügt über zwei Slots für Blu-ray Discs und DVDs sowie eine 160 Gigabyte grosse Festplatte für zirka 19 Stunden HDTV-Aufnahme.

Die getrennten Laufwerke ermöglichen somit eine Kopie von DVD auf Blu-ray und umgekehrt. Die voll digitale Übertragung von Audio- und Video-Daten auf den Bildschirm und zur Audioanlage erfolgt über eine HDMI-Schnittstelle (High-Definition Multimedia Interface).

Erste, speziell auf den europäischen Markt zugeschnittene Geräte sollen noch 2005 vorgestellt werden.

Das Haus der Zukunft

Wie können wir morgen noch bequemer und praktischer wohnen? Die Antwort gab das Telekom-Haus.
Das Telekom-Haus war voller Innovationen aus der Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungs- technologie. Es wurde von einem Personal Digital Assistant (PDA) bedient.

Aus der zentralen Mediendatenbank liessen sich Texte, Musik, Bilder und Videos in jeden gewünschten Raum des Hauses übertragen.

Ein spezielles "Mood-Programm" sorgte auf Wunsch dafür, dass ein ausgewähltes Licht- und Musik-Ambiente den Besuchern durch verschiedene Räume folgte.

Auf einem elektronischen Message Board, dem Family Whiteboard, konnte man im Eingangsbereich des Hauses Nachrichten in Form von Texten, Videos, SMS oder MMS hinterlassen oder sie abrufen.

Von einem WLAN-Hotspot konnten das Licht ein- und ausgeschaltet sowie die Jalousien hochgezogen oder herunterlassen werden.

Konvergenz

Mit dem ShowCenter 200 hat Pinnacle seine Multimedia-Box erneuert. Schlanker als der Vorgänger, bringt das ShowCenter im WLAN (802.11g) und Ethernet-Anschlüsse mit.
Bereits heute die Unterhaltung vom PC ins Wohnzimmer bringt das ShowCenter 200 von Pinnacle.

Die Box empfängt die auf dem Heim-PC gespeicherten digitalen Videos, Fotos und Musikdateien wireless oder per Netzwerkkabel und spielt diese auf dem Fernseher und der Stereoanlage ab.

Der PC muss dazu nicht im Wohnzimmer stehen. In Verbindung mit Pinnacle ShowCenter 200 kann somit der bereits vorhandene PC von jedem beliebigen Zimmer aus auch als Multimedia-Home-Server genutzt werden.

Die gesamte Steuerung aller Abspielfunktionen erfolgt dabei bequem per mitgelieferter Fernbedienung direkt über den Fernsehbildschirm und die daran angeschlossene Pinnacle ShowCenter 200-Box.

Die neue Version des ShowCenters stellt dank High Definition-Unterstützung auch hochaufgelöste HD-Videos und Megapixelfotos dar.

Fernsehen unterwegs

Vodafone präsentierte auf der CeBIT erstmals Live-Fernsehen auf dem Handy.
Vodafone präsentierte mobiles Fernsehen nach dem neuen DVB-H- Standard.

DVB-H steht für "Digital Video Broadcast- Handheld" und ist ein für mobile Endgeräte, also Handys und PDAs, modifiziertes Übertragungs- verfahren, das auf dem terrestrischen Digitalfernseh-Standard DVB-T basiert.

Bei DVB-H können bis zu 30 Fernsehprogramme live übertragen werden. Für die Live-Demo auf der CeBIT kam ein Handy-Prototyp von Siemens zum Einsatz, auf dem sich die Messebesucher TV-Sendungen anschauen konnten.

Erste Testläufe in Berlin waren bereits erfolgreich, doch technisch wird DVB-H frühestens in zwei Jahren einsetzbar sein.

Fernsehen weltweit programmierbar

Der internet-basierte Personal Video-Recorder macht die Aufnahmen weltweit programmierbar.
TC1 stellte mit shift.tv einen ganz speziellen digitalen Videorecorder vor. Der als Internet-basierter Personal Video Recorder (iPVR) bezeichnete Dienst nimmt TV-Sendungen auf und stellt sie übers Internet zum Abspielen über verschiedene Endgeräte zur Verfügung.

Die Vorteile: weltweite Programmierbarkeit sowie Verfügbarkeit der Aufnahmen auf nahezu allen Geräten mit breitbandigem Internetschluss vom PC über das TV-Gerät bis hin zu Portable Media Player, Handy und PDA.

So kann man beispielsweise auch auf Reisen weltweit seine Lieblingssendung programmieren oder ein Fussballspiel anschauen.

Ab dem ersten CeBIT-Tag stehen für mehr als sechs Millionen DSL-Kunden und geschätzte acht Millionen Nutzer mit Breitband-Anbindungen in Firmennetzen in Deutschland zunächst 20 deutschsprachige TV Sender zur Verfügung.

Eine runde Sache

Die Handycam DCR-DVD7 von Sony bringt neuen Schwung ins Camcorder-Design.
Dass ein DVD-Camcorder im wahrsten Sinne des Wortes eine runde Sache sein kann, bewies Sony mit der Handycam DCR-DVD7, quasi eine runde DVD-Flunder.

Doch nicht nur das Design, auch die technischen Werte können sich sehen lassen: Ein Carl Zeiss Vario-Tessar-Objektiv mit 10fach optischem (120fach digitalem) Zoom holt weit entfernte Objekte zum Greifen nah heran.

Und auf dem 6,35 Zentimeter Hybrid-LC-Display können die Motive auch bei hellem Umgebungslicht gut erkannt werden.

Sonys Design-Modell ist mit der Easy Handycam-Funktion ausgestattet: Ein Knopfdruck, und die Kamera über¬nimmt alle wichtigen Einstellungen, wie Verschlusszeit oder Weissabgleich. Auch kleine Wackler korrigiert der kleine Camcorder selbstständig durch die SteadyShot-Funktion.
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