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Publikationsdatum
14. Juni 2004
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Im Auto hat sich das Navigationssystem etabliert. Man gibt Ortschaft, Strassennamen und Hausnummer ein, und schon lotst einen eine freundliche Stimme vor die Haustüre –Einbahnstrassen und Sackgassen werden elegant umschifft.

Neue Systeme mit entsprechender Ausstattung berücksichtigen sogar die momentane Verkehrssituation und schlagen Ausweichrouten vor. Das sind Vorteile, von denen sich längst nicht mehr nur Landkarten- und Stadtpläne-Analphabeten überzeugen lassen.

Dynamische Navigation

Universelles Navigationsgerät: Während der Fahrer den vorderen Monitor zur Navigation nutzt und Radio hört, sehen die Passagiere im Fond gleichzeitig eine DVD-Video.
Die Navigation selbst wurde inzwischen via Verkehrsfunk dynamisiert, d.h. aktuelle Verkehrsinformationen fliessen in die Routenempfehlung der Geräte ein.

Zusätzlich kann sich der Fahrer ohne Mühe Auskünfte zu touristischen und gastronomischen Zielen, zu den nächsten Parkplätzen, Tankstellen, Hotels oder Krankenhäusern einholen.

Als nächster Schritt zeichnet sich die Verknüpfung von Navigation und Telekommunikation ab. Damit kann der Benutzer in Verbindung mit dem Mobiltelefon e-Mails im Auto empfangen und eine Vielzahl weiterer Telematik- und Internetdienste abrufen.
Bereits sind auch Navigations-DVDs auf dem Markt. Sie bieten unter anderem die Möglichkeit, die jeweiligen Länder nur für einen bestimmten Zeitraum – z.B. während den Ferien – gegen Gebühr frei schalten zu lassen.

Persönliche Navigatoren

Nicht nur Plattform für das persönliche Informations-Management, sondern auch für Mobility Solutions: Die Erweiterbarkeit dank Kartensteckplätzen erlaubt unter anderem die Navigation.
Auf dem Weg zur Multifunktionalität, den praktisch alle modernen elektronischen Geräte gehen, sind mittlerweile auch Notebooks, Handheld-Computer und Handys zu Navigations-Systemen geworden.

Wer in seinem Auto ein Notebook mitführt, kann dieses jetzt auch als Navigationshilfe einsetzen. Ist das Programm auf die Festplatte aufgespielt und die mitgelieferte GPS-Antenne eingesteckt, präsentiert sich das Notebook als komplettes mobiles Navigations-System.

Ebenfalls für den portablen Einsatz sind Navigationsgeräte bestimmt, die schnell von einem Fahrzeug ins andere mitgenommen werden können. Sie lassen sich via Touchscreen-Bildschirm oder Fernbedienung steuern. Als Grundlage dient eine Europa-Basiskarte.

Detailkarten lassen sich von einer CD via PC auf eine kleine Speicherkarte laden, die dann im Hauptgerät eingesetzt wird. Ein Schnellbefestigungssystem sorgt für Halt im Fahrzeuginnenraum.

Handheld-Computer, so genannte PDA, eignen sich natürlich auch als Navigationsgeräte. Für solche Geräte lässt sich das digitalisierte Kartenmaterial mit einer Speicherkarte auf den PDA übertragen.

Mit dem Stift wird das Ziel schliesslich auf dem Touchscreen-Display eingegeben. Weil sich auch TMC-Radiomeldungen (Traffic Message Channel) ins System integrieren lassen, können lokale Störungen des Verkehrsflusses berücksichtigt werden.

Navigieren mit dem Handy

Kartenlesen in der Grossstadt gehört bald zum Abenteuer-Tourismus. Handhelds und Handys mit Navgationssoftware führen einen direkt zum Hotel oder zur Sehenswürdigkeit.
Ganz neu ist die Navigation mit PDA und Handy nicht. Seit kurzem sind jedoch erste Handys mit serienmässiger Navigationssoftware im Handel.

Mit einem speziellen Programm können Kartendaten und Routenempfehlungen per GPRS-Übertragung (General Packet Radio Service, ein weiterentwickelter Mobilfunkstandard) abgerufen werden.

Zusätzlich mit Bluetooth-GPS-Empfänger ausgerüstet, sind diese Handys jedoch vollwertige Navigationssysteme mit Satellitenortung und Fahranweisungen.

Im Zug der allgemeinen Fitnesswelle kommt vielen sportlich-aktiven Zeitgenossen das Armband-GPS-Gerät wie gerufen. Mit seiner Hilfe findet der Jogger auch in unbekannter Umgebung zum Ausgangspunkt zurück, und mit GPS-Unterstützung kann er auch Wegstrecke und Geschwindigkeit ermitteln.

Dass er daneben auch den Kalorienverbrauch kontrollieren und Trainingsdaten über längere Zeit speichern kann, dürfte den engagierten Sportler ebenfalls freuen.

Marktsituation

Europaweit sollen laut gfu dieses Jahr 1,755 Millionen Geräte allein für die Navigation im Auto verkauft werden. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr ist von Land zu Land verschieden; es sind aber zweistellige Prozentwerte.

Günstigste GPS-Empfänger sind bereits ab 200 Franken zu haben. Günstige PDA-Systeme gibt es (ohne PDA) bereits ab ca. Fr. 500.–, wer ein Bluetooth-PDA hat, braucht nur die Software (ca. 200.–) und den GPS-Empfänger (ca. CHF 200.–) und somit nur 400 Franken Investition.

Navigationsgeräte fürs Auto kommen stets zusammen mit weiteren Funktionen. Ein CD-Receiver mit Navigation kostet um die 2500 Franken, eine Multimedia-Navigations-Einheit mit DVD-Spieler und Bildschirm um die 4500 Franken.