Selbst produzierter 4K-Content
Die Swisscom-Tochter Teleclub wird selber 4K-Sportcontent erzeugen.Natürlich stellt sich auch beim Swisscom TV die Frage, woher denn letztlich der 4K-Content kommen soll. Einerseits will man das Angebot an 4K-Satellitensender in den Dienst einspeisen. Astra und Eutelsat übertreffen sich derzeit mit entsprechenden Ankündigungen. Swisscom hofft, beim Start auch erste 4K-Inhalte in der Miet-Videothek anbieten zu können. Dabei sind sie aber von den US-Studios abhängig.
Bezüglich Bildqualität ist die neue Box auch für künftige Techniken gerüstet. Erhöhter Kontrastumfang und erweiterter Farbraum (10-Bit) werden unter dem Sammelbegriff HDR bereits von der Box unterstützt. Um davon zu profitieren, braucht man aber einen HDR-tauglichen Fernseher und muss wohl auch noch länger auf ein grösseres Angebot an HDR-Filmen warten. Auch die für nächstes Jahr angekündigte Box von Sunrise wird übrigens HDR unterstützen.
Überrascht hat die Ankündigung, dass die Swisscom-Tochter Teleclub im Sportbereich selber 4K-Content erzeugen will. Während das Schweizer Fernsehen noch immer mit der Umstellung auf Full-HD beschäftigt ist, beginnt die private Konkurrenz voraussichtlich bereits nächsten Frühling mit der Ausstrahlung von Fussballspielen in 4K-Auflösung. Der Content wird allerdings Kunden von Swisscom-TV vorbehalten sein. Gespannt wird auch darauf gewartet, welche Spiele der nächsten Fussball-EM in 4K-Auflösung erhältlich sein werden. Laut Swisscom laufen dabei schon erste Verhandlungen.
Gamen und US-Serien
Dank Spiele-Streaming wird Swisscom TV 2.0 auch zur Zokker-Box. Allerdings ist dabei die Videoqualität nicht so gut, wie im Bild.Neue und bereits vorhandene Swisscom-Boxen werden sich demnächst in Spielkonsolen verwandeln. Swisscom wird nämlich - wie bereits Samsung und Philips - mit dem Spiele-Streaming-Dienst Gamefly kooperieren. Dabei laufen PC-Games auf einem zentralen Server ab, lediglich der Videostream wird auf TV oder Box gestreamt. Steuerbefehle eines drahtlosen Gamecontrollers steuern in der Gegenrichtung das Spielgeschehen. In der Praxis funktioniert das recht gut, man konnte bei der Demo problemlos mit einem Rennwagen durch die Gegend kurven, ohne dass es zu schrotterzeugenden Steuerverzögerungen kam. Die Gamequalität entspricht dabei ungefähr einer Spielkonsole der letzten Generation. Die Auflösung erreicht knapp 720p, liegt also einiges unter Full-HD (1080p) moderner Konsolen.
Swisscom-Kunden können über die Box ab Anfang nächsten Jahres gegen eine Flatgebühr unbeschränkt unter bis zu 100 Spielen auswählen oder sich einzelne Games für 30 Tage mieten.
US-Serien schnell und im Originalton
US-Serien landen nun wenige Tage nach der Ausstrahlung in der Originalfassung auch im Video-on-damand Angebot von Swisscom TV.Ab sofort gehören zum Mietangebot von Swisscom-TV auch US-Fernsehserien mit Originalton. Diese sollen wenige Tage nach der US-Ausstrahlung bereits in der Schweiz verfügbar sein. Teilweise werden sie mit deutschen Untertiteln versehen. Einzelne Episoden kosten aber rund drei Franken, Serienjunkies müssen also für komplette Staffeln tief in die Tasche greifen. Ein ähnliches Angebot hatte vor wenigen Wochen bereits Hollystar angekündigt. Auch UPC Cablecom bietet US-Originale in ihrem Mietsortiment.
Was macht UPC Cablecom
Die technische Überlegenheit von Swisscom-TV 2.0 gegenüber der Box von UPC Cablecom zeigt sich auch im Grössenvergleich.Fazit: Bisher waren 4K-Inhalte praktisch nur via Netflix oder Satellitenschüssel zu haben. Ab Frühling 2016 dürfen sich nun aber Besitzer von 4K-Fernsehern endlich über ein breiteres Angebot freuen. Einerseits werden bis dann wohl erste 4K-Silberscheiben (UHD BD) und Abspielgeräte verfügbar sein. Andererseits rüsten die Fernsehversorger Netze und Boxen auf 4K auf. Dabei ist ein schneller Internetanschluss allerdings Voraussetzung. Ein einziger 4K-Stream benötigt eine Datenrate von 25 bis 30 Mbit pro Sekunde. Wollen im Familienhaushalt gleichzeitig noch andere youtuben, audiophil Musik streamen oder videochatten, gelangen auch teure Internetanschlüsse schnell an ihre Leistungsgrenzen.
Sunrise betont, dass sie mit dem Angebot konkurrenzieren kann. Die Inhalte, welche Swisscom mit „Hot from the US“ bewirbt, seien bei Sunrise TV bereits seit Frühjahr 2015 verfügbar. Ferner werden bei Sunrise am 1. November folgende Dienste freigeschaltet:
- Zeitversetztes Fernsehen auf 230+ Kanälen
- Sunrise TV App für zusätzlichen Fernsehgenuss auf fünf Smartphones/Tablets
- Neue Menuführung
- TV-Guide oder Schnellsuche mit „Push to TV“-Funktion (vom Smartphone/Tablet)
- Aufnahme bis zu 1200 Stunden (inkl. Möglichkeit von Aufnahmen im ComeBack)
- ComeBack TV Agent (einzigartige Suchfunktion)
Ferner wird Sunrise neu auch ein spezielles Internet-Modem mit schnellem WLAN speziell für das TV-Angebot anbieten.
Die Qualitäts- und Angebotserweiterung von Sunrise und Swisscom werden nicht nur das jetzige 4K-Monopol von Netflix aufbrechen, sondern auch UPC Cablecom und andere Kabel-TV-Versorger in Zugzwang bringen. Auf die Frage, wie es bei UPC Cablecom mit 4K-Box und Inhalten aussieht, erhielten wir folgende Antwort: "Diese Fragen betreffend könne wir zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Details nennen."

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