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21. Juli 2012
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Die Raumplanung war nie eine Massenbewegung «von unten», sondern formierte sich in den 1930er Jahren als kulturpolitische Bewegung der Elite, die für den Schutz der Heimat plädierte und in der Folge zu einem Teil der «Geistigen Landesverteidigung» wurde. Armin Meili, Direktor der Landi 39 und Pionier der Schweizerischen Raumplanung, forderte 1941, die weitere «Verhüselung» der Landschaft zu verhindern, «die Schönheit unserer Heimat» zu erhalten und die künftige Entwicklung des Landes so zu gestalten, dass sie «dem Wohlergehen des einzelnen Menschen bestmöglich Rechnung trägt».

Die 1950er Jahre brachten der Schweiz Wirtschaftswachstum und Konsum, aber nicht zuletzt auch die Umweltproblematik. Das Jahr 1963 markierte einen Wendepunkt: Im März wurde die Typhusepidemie in Zermatt zu einem umweltpolitischen Schlüsselereignis. Im Juli reichten die SP und der Gewerkschaftsbund zusammen das «Volksbegehren gegen die Bodenspekulation» ein. 1967 wurde die Initiative abgelehnt. Aber ein immer grösserer Kreis von Führungspersönlichkeiten erkannte die Gefahren der «planlosen» Besiedelung und setzte sich für die Landesplanung ein. Seit 1980 trennt das Raumplanungsgesetz Siedlungsgebiet von Nichtsiedlungsgebiet und stellt Bund, Kantonen und Gemeinden ein Instrumentarium zur Verfügung, das eine geordnete Besiedlung und einen haushälterischen Umgang mit dem Boden erlaubt.

Gegenwärtig wird an einer Teilrevision des Raumplanungsgesetzes gearbeitet. Ziel der Revision ist es unter anderem, auf die Schaffung von kompakten Siedlungen zu reagieren und brachliegende oder ungenügend genutzte Flächen innerhalb der bestehenden Bauzonen besser zu nutzen – all dies um einem weiteren Hinauswachsen der Siedlungen in die Landschaft entgegenzuwirken.

Auf der Timeline der SRG zum Thema Raumplanung kann diese Entwicklung anhand von 57 Audio- und Videobeiträgen vom «Plan Wahlen» von 1941 über den Bau der Nationalstrassen in den 1960er Jahren bis hin zur Inkraftsetzung des Raumplanungsgesetzes im Jahr 1980 verfolgt werden.

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