Viele gestandene HiFi-Enthusiasten sind auch heute noch der Ansicht, dass In-Ear-Kopfhörer klanglich minderwertige Ohrstöpsel sind. Sie haben generell eine grosse Abneigung gegen alles, was man in die Gehörgänge stopfen muss. Doch die Entwicklung dieser Kopfhörer ist nicht stehengeblieben. In den letzten Jahren wurden enorme klangliche Fortschritte erzielt. Ja, es gibt heute sogar etliche Experten, die behaupten, die In-Ear-Kopfhörer seien den grossen Kopfhörern klanglich ebenbürtig. Auch der grosse avguide.ch-Vergleichstest mit sieben True-Wireless-In-Ear-Kopfhörern hat das Potenzial der In-Ear-Kopfhörer angedeutet.
Schlagwort «IEM»
Unter IEM versteht man In-Ear-Monitoring. Und dieses Monitoring aus dem aktiven Musikerbereich gehört mit den Gehörhilfen für Schwerhörige zu den Vorfahren der High-Fidelity-In-Ear-Kopfhörer. Für Musiker, die auf den Bühne stehen, sind die praktisch unsichtbaren IEMs heute unentbehrlich geworden. Sie ermöglichen neben einem Schutz des Gehörs einen individuellen Mix, den sich der Musiker selber vom Soundmixer wünschen kann. Viele der Entwicklungen aus dem professionellen Musikerbereich gingen in die HiFi-In-Ear-Kopfhörer über. Bestes Beispiel ist der Toningenieur Jerry Harvey, der etliche Patente im Bau von hochwertigen IEMs besitzt und nun mit einer eigenen Firma High-End-IEMs sowohl für den Musiker- als auch für den HiFi-Bereich produziert und für die Firma Astell&Kern HiFi-In-Ear-Hörer entwickelt.
Kabelgebunden und angenehm zu tragen
Ein grosses Thema für In-Ear-Kopfhörer der Superklasse ist das Schlagwort «HiRes». Und da man dieses wirklich ernst nimmt, verzichtet man in der Regel trotz aptX HD und dergleichen auf die Bluetooth-Übertragung mit ihrem unvermeidlichen Daten-Flaschenhals und setzt deshalb auf Kabel.
So eigenartig es klingt, aber kabelgebundene Kopfhörer bieten in der Regel noch einen deutlich besseren Tragekomfort als die True-Wireless-In-Ear-Hörer! Letztgenannte müssen straff und satt im Gehörgang sitzen, damit sie auch beim Joggen nicht aus dem Gehörgang fallen. Damit sie gut sitzen, müssen die meist nicht sehr kleinen und nicht sehr leichten Dinger regelrecht im Ohr verriegelt werden. Dies kann einen gewissen Druck erzeugen, der auf die Dauer unangenehm werden kann. Ganz anders die kabelgebundenen Hörer, die nicht nur kleiner, sondern auch leichter sind, und deren Kabel via einer biegbaren Schlaufe über die Ohren geführt werden, um ihnen einen angenehmen Halt zu verleihen.
Durchgesetzt hat sich die geschlossene Version mit ihren abdichtenden Silikon-Ohrpassstücken. Aus einer ansehnlichen Menge von mit den Kopfhörern mitgelieferten und unterschiedlich grossen Ohrpassstücken wird das passende Paar ausgewählt. So wird der Tragekomfort meist sehr hoch. In-Ear-Hörer, die nicht abdichten und lose im Gehörgang baumeln, haben in der Regel keinen Tiefstbass und lassen Umgebungslärm voll und ganz zum Gehör durch. So schirmen geschlossene In-Ear-Kopfhörer auch ohne aktives Noise Cancelling recht gut gegen Umgebungslärm ab und ermöglichen so auch unterwegs einen recht störungsarmen Musikgenuss.
Schall-Wandler
Wie bei den Lautsprechern werden bekanntlich auch bei Kopfhörern die verschiedensten Wandlerarten eingesetzt. Während alle getesteten True-Wireless-In-Ear-Hörer mit dynamischen Chassis im Kleinstformat arbeiten, werden die meisten neuen High-End-In-Ear-Hörer mit Schallwandlern ausgerüstet, deren Prinzip wohl seit Jahrzehnten bekannt ist, nun aber im Micro-Format zur Verfügung stehen. Es sind dies die Balanced-Armature-Driver und die Moving-Armature-Treiber, die recht teuer herzustellen sind. Die BA-Treiber werden gerne auch mit dynamischen Chassis im Bass und im Superhochtonbereich kombiniert. Nur selten sind In-Ear-Hörer mit anderen Schallwandlern anzutreffen. Zu diesen Raritäten gehören zum Beispiel der CL2 Planar von RHA und der Audeze LLC I-Sine20 mit magnetostatischen Wandlern.
Messungen
Die Messung des Frequenzganges wird bei allen unseren Tests dazu benutzt, die Ergebnisse des Hörtests entweder zu bestätigen oder aber – was bis jetzt noch nie vorgekommen ist – in Frage zu stellen. Entsprechen die Urteile der Jury den Erkenntnissen der Messungen, ist die Sicherheit gross, dass das End-Urteil als richtig betrachtet werden kann. Es gehört zu den extrem seltenen Ausnahmen, dass ein Kopfhörer mit einem total unausgewogenen Frequenzgang sehr gut klingt. Paradebeispiel für die praktisch perfekte Übereinstimmung von Messungen und Hörergebnissen zeigen die Testresultate des RHA CL2 Planar, aber auch des Sony Z1R.
Die Messung des Frequenzganges wird bei allen unseren Tests dazu benutzt, die Ergebnisse des Hörtests entweder zu bestätigen oder aber – was bis jetzt noch nie vorgekommen ist – in Frage zu stellen. Entsprechen die Urteile der Jury den Erkenntnissen der Messungen, ist die Sicherheit gross, dass das End-Urteil als richtig betrachtet werden kann. Es gehört zu den extrem seltenen Ausnahmen, dass ein Kopfhörer mit einem total unausgewogenen Frequenzgang sehr gut klingt. Paradebeispiel für die praktisch perfekte Übereinstimmung von Messungen und Hörergebnissen zeigen die Testresultate des RHA CL2 Planar, aber auch des Sony Z1R.

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