Als erstes muss man, am besten zu zweit, den AV-Receiver vom Auto ins Wohnzimmer bringen. Leichter gesagt als getan, denn die 30 kg zehren an den Kräften. Die Anstrengungen habe ich jedoch spätestens beim Auspacken vergessen. Wahrhaftig ein schöner Anblick und sehr hochwertig verarbeitet, was ich auch erhofft hatte in dieser Preisklasse.
Der Onkyo TX-NR5009 mit seiner eleganten Front aus Aluminium.Den grössten Spass hatte ich beim anschliessen des Gerätes. Zuerst bin ich erschrocken, denn so viele Anschlüsse wie hier sehe ich nicht jeden Tag. Doch Onkyo hat auch hier beste Arbeit geleistet, die Anschlüsse sind gut angeordnet und sitzen fest im Gehäuse. Alle Anschlussterminals sitzen präzise und fest, somit wird dieser Klasse entsprechend eine hohe Kontaktsicherheit garantiert. Nachdem ich die Lautsprecher, den Blu-Ray-Player, die Set-Top-Box und die Spielkonsole angeschlossen hatte, konnte ich erstmals auf dem Sofa Platz nehmen.
Bedienung
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Auf den ersten Blick ist die neue Oberon 5 von Dali einfach ein sehr schöner und übersichtlicher Standlautsprecher mit schönem Design und nordischem Flair. Da ist nichts Aussergewöhnliches dabei, als ein gut gestalteter Lautsprecher für eine moderne Wohnatmosphäre.
Bei näherer Inspektion fällt aber der Soft-Dome-Kalottenhochtöner auf. Er hat einen sehr grossen Durchmesser von 29 mm. Dazu gesellen sich zwei Bass-Mitteltontreiber, wie man sie von Dali gut kennt. Die Membrane besteht aus einem bräunlichen Holzfaser-Material. Was man nicht sieht, ist das neue SMC-Material, aus dem die Permanentmagneten der Tief-Mitteltöner hergestellt wurden.
SMC bedeutet Soft Magnetic Compound. Ein von Dali akribisch entwickeltes Magnetmaterial geheimer Rezeptur. Es hat im Vergleich zu den üblicherweise verwendeten magnetisierbaren Metallen ein stark verringertes Verzerrungsverhalten und bewirkt eine – aus Sicht des Verstärkers – unproblematische Last. Die Lautsprechertreiber reagieren deutlich weniger empfindlich auf unterschiedliche Verstärker.
Das Besondere ist nun, dass man SMC in der Oberon-Modellreihe vorfindet, denn Oberon sind günstige Lautsprecher. Die hier getestete Oberon 5 kostet nur 998 Franken das Paar. Es ist sehr lobenswert, dass Dali eine proprietäre Materialtechnologie in einem Lautsprecher verwendet, welcher der sogenannten Einsteigerklasse zuzuordnen ist.
Zurück zu der Hochtonkalotte: Das sehr weiche Material, aus dem diese besteht, ist extrem leicht, und die Grösse bewirkt ein für Hochtonverhältnisse (in diesem Fall oberhalb von 2400 Hz) breites Abstrahlverhalten. Dali verspricht sich dank dieser Eigenschaft ein optimales räumliches Klangbild, ohne dass die beiden Lautsprecher auf den Hörplatz eingewinkelt werden müssen.
Das hat nun auch wieder Vorteile, sofern es so uneingeschränkt zutrifft. Lautsprecher, die parallel zur Rückwand stehen, wirken unauffälliger und schöner im Wohnraum als solche, die man einwinkelt. Über dermassen druckempfindlichen Kalotten-Hochtönern hängt allerdings das Damoklesschwert der Kleinkinder, auf die solche Schallwandler-Preziosen eine unkontrollierbare Anziehungskraft ausüben.
Dali hat auch dafür gesorgt: Die abnehmbare, stoffbespannte Abdeckung ist nämlich ein sehr stabiles Kunststoffgitter, wogegen «Kinderfingerchen» nichts ausrichten können. Damit ist die Regel klar: Dali Oberon + Kinder = mit Abdeckung.
Die Ausstattung des TX-NR5009 umfasst alles, was man sich als High Tech-Anwender wünschen kann. HDMI- sowie USB- und Component-Ein/Ausgänge machen nur einen kleinen Teil des gesamten Anschlussfeldes aus. Dank des Netzwerkanschlusses, welcher bei heutigen AV-Receivern zum Standard gehört, sind komfortable Software-Updates über die Internetverbindung möglich. Der Nutzer kann hier zwischen LAN oder WLAN wählen, wobei der WLAN-Adapter als Zubehör gekauft werden muss.Mittels der Internetradio-Funktionalität mit über 10000 Radiosendern weltweit ist ein riesiges Informations- und Musikangebot nutzbar. Audio Streaming von DLNA-kompatiblen Musikservern (MP3, WMA, WMA Lossless, FLAC, WAV, Ogg Vorbis, AAC, LPCM) stellen den Onkyo vor keine Probleme. Der TX-NR5009 kann auch ohne vorhandenen Musikserver ins heimische Netzwerk eingebunden werden. So kann auch ohne grosse technische Fachkenntnisse vom Wohnzimmer auf die im Computer abgespeicherten Musikdateien zugegriffen werden.
Neben dem HDMI-Anschluss an der Front ist dort auch ein USB vorhanden, welcher sich von einem USB-Stick oder vom iPhone/iPod füttern lässt. An der Rückseite des Gerätes ist ein weiterer USB vorhanden. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass es zwei USB-Anschlüsse hat, denn wer übers WLAN ins Internet geht, hat so immer noch einen Anschluss frei. Jedoch muss der optionale WLAN-Adapter an der Gehäusefornt eingesteckt werden.
Für Musikfans oder für solche, die einfach noch einen Plattenspieler anschliessen möchten, hat Onkyo auch vorgesorgt. Neben den vergoldeten Phono-Anschlüssen verfügt das Gerät über sieben digitale Eingänge (3 x koaxial/ 4 x optisch). Auch für Geräte ohne HDMI-Anschluss sind Anschlüsse wie Komponenten, S-Video oder FBAS vorhanden. Dank der Wandlung von Video zu HDMI reicht als Videoverbindung zum Fernseher ein Kabel aus.
Die Frontplatte besteht aus Kunststoff und ist auf ein schön verarbeitetes MDF-Holzgehäuse aufgesetzt. Sie ist weiss im optischen Zusammenspiel mit dem weissen Gehäuse, sowie auch mit dem hellen Holzfinish (beziehungsweise in Schwarz beim Walnuss-Finish mit schwarzem Gehäuse). Die Stoffbespannung ist entweder grau oder schwarz, je nach Farbvariante. In jedem Fall ergibt sich eine schön abgestimmte und modern wirkende Optik mit einem Schuss nordischer Nüchternheit.
Die Rückseite mit ihren hochwertigen Anschlüssen.Die zwei Tief-Mitteltontreiber haben einen Durchmesser von 5 1/4 Zoll (13,3cm). Die Holzfasermembran ist nicht nur optisch lecker, sie weist ähnlich wie Papiermembranen ein ideales Gewichts-Steifigkeits-Verhältnis auf und kennt keine spitzen Resonanzen. Man spricht von einer hohen inneren Dämpfung. Angetrieben werden die Systeme mit besagten SMC-Magneten.
Besonderes Lob verdient der Alu-Standfuss. Er verleiht dem Lautsprecher eine gewisse Leichtigkeit über dem Boden. Wenn man sich überlegt, wie viel ein Produktionswerkzeug für diesen Standfuss kostet, dann darf man sehr beeindruckt sein. Der grössere Standlautsprecher Oberon 7 kommt mit einem entsprechend grösseren Standfuss gleicher Machart.
Ob Teppiche (eher selten), Steinboden oder Parkett – man stellt sie einfach hin. Das ist praktisch und für genügende Entkopplung ist gesorgt. Dazu gibt es auch die passenden Spikes oder Gummiplättchen.
Dali (Danish Audiophile Loudspeaker Industries) sparen auch bei kostengünstigen Lautsprechern nicht am falschen Ort.
Fazit
Wer grosses Kinofeeling erwartet und dabei keine Kompromisse eingehen möchte, ist mit dem Onkyo TX-NR5009 auf der sicheren Seite. Der Netzwerk-AV-Receiver hat mich vollständig überzeugt und beeindruckt mit beinahe unzähligen Konfigurationsmöglichkeiten, was eine enorme Flexibilität gewährleistet. Dank des grafisch attraktiven OSDs bleiben die vielen Funktionen und Einstellungen stets überschaubar.Meiner Ansicht nach hätte aber Onkyo bei dieser Preisklasse den optionalen UWF-1 WLAN-Adapter mit in den Lieferumfang packen können. Ansonsten bin ich mit dem Preis-/Leistungsverhältnis einverstanden. Das Flaggschiff aus dem Hause Onkyo ist für 3790 Franken in Schwarz und in Silber erhältlich.

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