Bose Cinemate 1SRDie Verpackung ist lang, zu lang, um beide Handgriffe bequem erreichen zu können. Und leicht ist sie auch nicht gerade. Wieder einmal packe ich die Einzelteile im Untergeschoss aus. Diese sind, wie immer bei Bose, sauber gekennzeichnet, die Kleinteile und Kabel in separaten Schachteln verpackt.
Ausgepackt
Das Digital Home Theater System Cinemate 1SR von Bose besteht im wesentlichen aus drei Teilen:
Hauptverantwortlich für den Klang ist die Soundbar, die als Speaker Array bezeichnet wird. In der Soundbar ist auch eine Verstärkerplatine untergebracht, die über zwei Eingänge gefüttert wird: Der Audioeingang, zu dem das Audiosignal des Fernsehers geführt werden soll, verfügt über einen analogen und zwei digitale (optical und coaxial) Eingänge. Somit sollte das Cinemate 1 SR System mit jedem einigermassen zeitgemässen Fernseher verwendet werden können. (Natürlich darf nur eine Verbindung gewählt werden, vorzugsweise digital).
Die beinahe 1m lange Soundbar ist hochwertig gefertigtDer ausschliesslich digitale (optical und coaxial) Aux-Eingang dient zum Anschluss eines zusätzlichen Gerätes, z.B. eines Blu-Ray Players, damit eine optimale Klangqualität gewährleistet wird. Diese Verbindung ist optional und dient nur als Ergänzung, ersetzt also die Hauptverbindung nicht.
Alle möglicherweise benötigten Kabel liegen bei.
Die Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite der Soundbar Um satte Bässe und auch die vor allem spürbaren Subbässe zu generieren, benötigt man einen Subwoofer, der bei Bose Acoustimass Modul heisst und bei der Cinemate 1SR kabellos mit der Soundbar kommuniziert.
Massig und doch elegant: der Subwoofer der Cinemate 1SRAnschlussmässig hat der Subwoofer nicht allzuviel zu bieten, benötigt man doch nur das mitgelieferte Netzkabel. Es gibt da zwar noch zwei weitere Buchsen, «Service» und «Data», doch sind diese «for service use only».
Und dann findet man an gleicher Stelle noch einen Regler, den «Bass control knob», den man jedoch (zumindest für die Einmessung) in der einrastenden Mittelstellung belassen sollte. Danach kann man den Bassanteil dem eigenem Gusto (oder der Wohnsituation) anpassen.
Das Bedienpanel des Bose Acoustimass ModulAls drittes Utensil, das zwar nichts zur Klangverbesserung direkt beiträgt, jedoch für die ersten Schritte absolut unverzichtbar ist, liegt dem Paket eine «Universal-Fernbedienung» bei, mit der man, neben dem Cinemate 1SR, bis zu fünf Geräte steuern kann. Mehr dazu später.
Einmessen
Ein viertes Teil, das ich oben nicht erwähnte, da es im Idealfall nur einmal benötigt wird, ist das Adaptiq Audio Calibration System. Dieses besteht aus einem Kunststoffbügel, der wie ein Kopfhörer aufgesetzt wird, nur dass die beiden Bügelchen auf den Ohren aufliegen sollen. In beiden Bügeln ist je ein Messmikrofon eingelassen. Deshalb sollte man beim Einmessvorgang den Kopf in «normaler Fernsehposition» halten.
Das enorm lange Kabel mit dem Mini-Stereo-Klinkenstecker am anderen Ende wird (nach erfolgter Systeminstallation) in die (normalerweise abgedeckte) Buchse auf der linken Seite der Soundbar eingesteckt.
Beiden Kameras liegt je ein Hersteller-eigener Bild-Browser bei: Canon Zoom Browser für Windows bzw. ImageBrowser für Mac OS X, Nikon View NX für Mac und Windows.
Diese Bild-Browser bieten grundlegende Bearbeitungsfunktionen, ermöglichen den Bildtransfer aus der Kamera sowie den Upload zu den kostenlosen Online-Bildplattformen (Web-Alben) "Canon Image Gateway" und "Nikon Picture Town".
Bei Canon gibt es noch den recht guten RAW-Entwickler Digital Photo Professional, das EOS-Utility und Canon PhotoStitch dazu. PhotoStitch erzeugt aus mehreren Einzelaufnahmen ein Panoramabild (stitching). Interessant ist auch das EOS-Utility, das die Fernbedienung-/auslösung via USB vom PC sowie Intervallaufnahmen ermöglicht. Letzteres ist bei Nikon ja bereits in der Kamera integriert.
Nikon bietet ähnliche Programme dagegen nur als teure Extras. Das Fernsteuerungsprogramm Camera Control 2 kostet 228 Franken und der extrem hochwertige und vielseitige, jedoch bedächtige RAW-Entwickler Nikon Capture NX2 schlägt gar mit 318 Franken zu Buche. Um übrigens RAW-Fotos einfach (ohne ausgefeilte Bearbeitung) zu konvertieren, reicht das erwähnte kostenlose Nikon View NX.
Harte Währung
Die Kameras gibt es übrigens als Gehäuse ohne Objektiv, aber auch mit verschiedenen Objektiven (in diversen Kits) zu kaufen. Am günstigsten ist jeweils das Kit mit dem 18-55 mm-Standardzoom.
Die Nikon D5100 ist preislich etwas günstiger angesiedelt, denn ihr empfohlener Verkaufspreis (Listenpreis) liegt bei 868 Franken für das Gehäuse und bei 998 Franken inklusive dem 18-55 mm-Objektiv. Die Canon 600D kostet dagegen 1018 und 1148 Franken. Die tatsächlichen Strassenpreise liegen je nach Händler darunter, wobei der Preisunterschied von rund 100 Franken bislang bestehen blieb.
Diese Fernbedienung ist Bestandteil des Bose Cinemate 1SR SystemsDoch wollte ich natürlich wissen, wie einfach es ist, die Bose Remote für meinen bunt gemischten Gerätepark zu programmieren. In einer 34seitigen Broschüre sind nichts als Codes für die möglichen Produkte aufgeführt. Meine fünf Exoten fand ich auf Anhieb und konnte sie ausnahmslos aktivieren, allerdings musste ich bei zweien mit mehreren Codes versuchen. Von all den aufgeführten Produktenamen hatte ich über die Hälfte noch nie gehört.
Klang
Nach meinen bisher eher mässigen Erfolgserlebnissen mit Soundbar-Systemen wurde ich vom Bose-Klang positiv überrascht: Kein Vergleich mit dem nun eher als quäkend empfundenen Originalsound des Fernsehers. Doch in Begeisterungsstürme brach ich auch nicht aus, als ich mir eine Musiksendung via Satellit anschaute. Bei durchschnittlichen TV-Sendungen war klar eine Verbesserung da, der Ausdruck «Raumfüller», diesmal mit mehr Boden dank dem Subwoofer, schien angebracht, doch das durfte erwartet werden.
Also legte ich eine Blu-ray ein: Naturfilm mit Klangeffekten, bombastische Meeresbrandung, zirpende Grillen, kreischende Vögel ... Wow! Nun zeigte die Cinemate 1SR ihre Qualitäten. Die Soundkulisse wirkte plötzlich überzeugend.
Stereo
Natürlich wollte ich nun noch wissen, ob die Bose-Kombination auch eine Stereoanlage ersetzen könnte, also echten Musikgenuss ohne (ablenkendes) Bild ermöglicht. Dazu organisierte ich weitere Ohrenpaare, da ich die Beurteilung nicht alleine vornehmen wollte. Interessanterweise waren wir uns jedoch mehrheitlich einig: Die Cinemate 1SR plaziert die einzelnen Instrumente nicht gleich exakt wie die Stereoanlage, wirkt eben (vor allem bei viel rhythmischem Höhenanteil) eher als Raumfüller und Eindrucksverstärker. Der grosse Vorteil ist jedoch, dass es bei der Cinemate keinen sogenannten «Sweet Spot» gibt, also keine örtliche Einschränkung für das optimale Stereoerlebnis; dank der Einmessung an fünf Stellen im Raum ist das Klangempfinden überall beinahe identisch.
Was man vom Cinemate 1SR nicht erwarten darf, ist ein «Surround» Eindruck. Der Raum ist zwar gefüllt, doch kommen die Informationen immer klar aus der Richtung Fernseher resp. Soundbar, was auch richtig ist.
Vielseitig
In der ersten Position deckte die Soundbar dummerweise das Fernbedienungs-Empfangsfensterchen meines Fernsehers ab. Deshalb wollte ich auch andere Positionen ausprobieren. Da sie nun nicht mehr auf dem gleichen harten Untergrund stand und auch etwa 20 cm nach vorne gerückt worden war, veränderte sich der Klang. Also packte ich erneut das Adaptiq System aus, steckte die Buchse ein ... und wenig später hatte ich wieder das genau gleiche Klangerlebnis wie vor der Positionsänderung. Das Audio Calibration System arbeitet hervorragend.
Die Position der Soundbar ist in einem weiten Feld möglich, da durch das Einmessen der fünf Positionen der optimale Klang gewährleistet bleibt.Übrigens könnte die Soundbar auch 90° gedreht an die Wand montiert werden (Montagematerial separat erhältlich), z.B. wenn der Flachbildschirm schon an der Wand hängt. Ich habe auch dies simuliert, neu eingemessen - perfekt.
Fazit
Wir wissen es schon längst: Bose Produkte sind weder für Schnäppchenjäger noch für «Audiophile» mit Vorurteilen.
Für mich zählt einzig die persönliche Erfahrung. Und die ist, in Stichworten zusammengefasst:
Qualitätseindruck: Hervorragend gefertigt.
Installation: Einfacher geht’s kaum mehr.
Klang: In jedem Fall eine Verbesserung des TV-Sounds. Je besser der Originalsound, desto grösser der Qualitätszuwachs.
Also: Kein Ersatz für die Stereoanlage, jedoch (wie der Name schon verspricht) ein Cine Mate (ein «Kino Kumpel»), ein Klangaufpäppler für einen grossartigeren Bildgenuss - jedoch ohne Surroundeffekt.

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