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Testbericht · Sennheiser · Over-Ear Kopfhörer

Von brav bis feuerspeiend

Test Sennheiser PXC 550 Wireless

Von Hans Jürg Baum · · Seite 5 von 6

Wundertüte Captune

Das Captune-App bietet neben diversen voreingestellten Klangprogrammen einen grafischen und einen parametrischen Equalizer.Das Captune-App bietet neben diversen voreingestellten Klangprogrammen einen grafischen und einen parametrischen Equalizer.

Nun wird der Hörer via Bluetooth verbunden. Der Klang ist kaum schlechter als übers Kabel. Die App Captune kommt nun erstmals zum Einsatz. Hier alle Möglichkeiten aufzuzählen, würde den Rahmen des Berichtes sprengen. So konzentrieren wir uns auf die Möglichkeiten der Klangbeeinflussungen. Neben diversen voreingestellten Klangprogrammen gibt es hier zwei Equalizer: einen mit fixen Einsatzfrequenzen und einen parametrischen Equalizer, mit dem sich praktisch alle Klangbilder erzielen lassen, die man sich nur wünschen kann.

Von dumpf wummernd bis kristallklar lässt sich jeder Sound einstellen. Das ist nicht unbedingt sinnvoll beim Anhören von natürlichen Instrumenten wie Violine, Cello, Gitarre oder Klavier. Wenn es aber um rockig-poppige und Techno-Sounds geht, die viel mit elektronischen Effekten und Klangmanipulation arbeiten, eröffnet sich hier eine wahre klangliche Spielwiese, in der man sich so richtig austoben kann. Der eher brav klingende PXC 550 kann so in eine feuerspeiende Soundmaschine verwandelt werden.

Um die bereits erwähnte dünn-grell klingende Rock-Aufnahme geniessbar zu machen, werden Bässe am parametrischen Equalizer angehoben und die Präsenzlage um 5 kHz abgesenkt. So erhält diese Aufnahme einen schönen Druck im Bass und die nervende Grellheit macht einer angenehmen Brillanz Platz.

Leise hören mit vollem Sound

Diese hier gewählte Kurve entspricht (zufälligerweise?) annähernd einer der Fletcher-Munson-Kurven, die bekannt sind als "Kurven gleicher Lautheit". Sie beschreiben die Eigenschaft unseres Gehörs, dass bei leisen Schallpegeln sowohl Bass als auch Höhen leiser wahrgenommen werden als bei lauten Pegeln.

Mit diesen Loudness-artigen Kurven lässt sich auch bei niedrigen Lautstärken – und dies auch bei Klassik – einen vollen, runden und im Bass druckvollen Klang geniessen. Der Klang wirkt dabei durch diese Kurve nicht verfärbt, sondern angenehm voll. Mehr über dieses hochinteressante Thema erfährt man im Internet unter "gehörrichtige Lautstärke". So eingesetzt, ist ein Equalizer vor allem für Leute, die gerne eher leise, beruhigende Musik hören wollen, weitaus mehr als nur ein Spielzeug.

Der Autor Hans Jürg Baum

Hans Jürg Baum ist Mitgründer von avguide.ch und war zehn Jahre lang Geschäftsführer. Der Musiker schrieb zwei Jahrzehnte lang über Audio-Komponenten, Kopfhörer und Musik — Schwerpunkt Klassik und Barock in HiRes.

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