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Testbericht · Technics · Plattenspieler

Neu: Technics-Plattenspieler

Test des Technics-Plattenspielers SL-1500C

Von Christian Wenger · · Seite 4 von 5

Einfach bedient und stramm musiziert

Die vormontierte Ortofon-2M-Red-MM-Tonzelle ist eine gute Wahl und kostet einzeln um 130 CHF.Die vormontierte Ortofon-2M-Red-MM-Tonzelle ist eine gute Wahl und kostet einzeln um 130 CHF.

Wer noch nie Schallplatten mit einem Technics-Plattenspieler gehört hat, der kennt es nicht, dieses simple Ritual, welches hier geboten wird. Die Einschalttaste setzt das ganze System in Betrieb. Die drei Geschwindigkeiten werden mit 2 Tasten gewählt. Für die selten benötigten 78 Umdrehungen/Minute betätigt man beide Tasten gleichzeitig. Die grosse Starttaste bringt den Teller auf die gewählte Geschwindigkeit und benötigt dafür ca. eine halbe Umdrehung.

Die Geschwindigkeit kann im Lauf geändert werden, was allerdings kaum Sinn macht, ausser man hat versehentlich die falsche gewählt. Man kann den Tonarm auch im Ruhezustand auf die Schallplatte absenken und dann starten. Das Drehmoment des Antriebs ist hoch, ich kann mit dem Finger einen deutlichen Druck auf den Tellerrand ausüben, und der Teller dreht immer noch mit Sollgeschwindigkeit.

Die Endabschaltung scheint berührungslos zu agieren und sie nimmt sich etwas Zeit. Es dauert etwa eine Minute, bis der Tonarm in der Auslaufrille angehoben wird. Die Vorrichtung verhindert das früher oft beklagte zu frühe Abschalten effizient. Der Teller dreht bei abgehobenem Tonarm weiter.

Musikalisch stramme Darbietung

Die Variablen der klanglichen Performance des SL-1500C sind der Tonabnehmer mit Headshell und der integrierte Phono-Vorverstärker. Das sind die «Stellschrauben», mit denen man überhaupt noch etwas verbessern kann. An einer der Stellschrauben habe ich gedreht, um eine gute Basis für meine Einschätzung der Klangqualität zu finden: Ich betrieb den SL-1500C mit einem externen Phono-Vorverstärker, dem Aria von Rega.

Der integrierte Phono-Vorverstärker ist klanglich völlig in Ordnung, wie ein kurzer Quercheck bewies, und bietet natürlich höchste Anwenderfreundlichkeit. Mit dem externen Phono-Vorverstärker von Rega hatte ich jedoch einen guten Quervergleich mit meinem Referenzlaufwerk.

Der 2M Red von Ortofon ist sehr solide und einer der besten Tonabnehmer auf dem Markt im tieferen Preissegment. Von dieser Seite kamen keine Überraschungen. Das Referenzlaufwerk bot zwar insgesamt eine entspanntere und differenziertere Darbietung mit mehr Klangfarben und wunderbarer Harmonie, der SL-1500C hingegen spielt erstaunlich nahe – und das bei 10 % der Investition. So gut jedenfalls, dass man sich mit diesem Gerät auf die Qualität der Aufnahme und der Schallplatte konzentrieren und alles andere getrost weglassen kann.

Besonders beeindruckend ist die Dynamik und Intensität im Bassbereich – Eigenschaften, die auf den sehr guten Direktantrieb zurückzuführen sind. Die negativen Eindrücke, wie eine gewisse Schärfe und eine leichte Gefühlskälte sind wiederum eher auf den Tonabnehmer des Technics zurückzuführen – und da ist man mit der 2M Red von Ortofon weit entfernt vom Ende der Fahnenstange. Insgesamt spielt diese Kombi sehr ansprechend, munter und stramm auf, wie die Blasmusik-Kapelle an einem Sommerfest.

Mit dem SL-1500C ist die 80/20-Regel erfüllt. Man kriegt mit 20 % Geldeinsatz 80 % der Performance.

Der Autor Christian Wenger

Christian Wenger war Elektrotechniker und Marketingfachmann in der Industrielektronik und Inhaber von InConcert Audio in Olten. Von 2013 bis 2024 schrieb er als Redaktor für avguide.ch. Heute lebt der Connaisseur und Weinliebhaber pensioniert in Südfrankreich und bleibt Mitinhaber der avguide.ch GmbH.

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