Weniger Rauschen bei wenig Licht
Der neue 10,2-Megapixel-Digital-Live-MOS-Sensor mit Dual-Native-ISO-Technologie und Venus-Engine gibt gemäss Panasonic selbst dunkelste Bildbereiche originalgetreu wieder. Zum einen ist dafür die grössere Fläche pro Pixel verantwortlich. Gegenüber der GH5 hat sie sich beinahe verdoppelt.
Zum anderen kommt beim neuen Sensor die Dual-Native-ISO-Technik mit zwei unterschiedlichen Grund-Sensorempfindlichkeiten zur Anwendung. Hinter jedem Pixel gibt es zwei Schaltkreise mit den nativen ISO-Werten von 400 und 2500. Die Kamera legt entweder im Auto-Modus selbständig fest, welcher ISO-Wert vor der Signalverstärkung zur Anwendung kommt, oder der Benutzer wählt zwischen den beiden Werten aus.
So kann die GH5S bei genügend Licht im tieferen ISO-Bereich bleiben und bei weniger Licht auf den höheren Wert umschalten und erst dann mit der Signalverstärkung beginnen. Die kann jetzt viel behutsamer ausfallen, als wenn vom tieferen Wert aus eine viel kräftigere Verstärkung mit entsprechendem Rauschen nötig wäre.
Damit arbeitet die neue Kamera gegenüber einer GH5 oder einer G9 bei ungünstigen Lichtverhältnissen mit weniger Hintergrundrauschen. Dank der höheren Empfindlichkeit und der optimierten Abstimmung des Sensors bietet die Kamera gemäss Hersteller zudem mit Low-Light-Autofokus einen bis auf -5 EV (Belichtungswerte) erweiterten Arbeitsbereich.
Kaum Unterschiede bis ISO 1000
Bei den Vergleichsaufnahmen traten die Unterschiede am stärksten bei den 20-Megapixel Fotos der GH5 (5184 x 3888 Pixel) und den 10-Megapixel-Bildern der GH5S (3680 x 2760) auf. Wurde die GH5 mit halber Auflösung betrieben, also auch mit rund 10 Megapixel pro Foto (3712 x 2784), waren die Differenzen geringer.
Bei Bildern bis ISO 800 sind kaum Unterschiede oder Schärfeverluste festzustellen, trotz der geringeren Auflösung der GH5S. Manchmal war der Bildeindruck bei ISO 1600 sogar noch etwas besser. Ab ISO 3200 sind die Bilder dann nicht mehr so detailstark und Rauschen und Artefakte treten auf. ISO 6400 sind fürs Fotografieren je nach Motiv noch brauchbar, die nicht abschaltbare Kantenanhebung greift jedoch schon stark ein.
Diese Werte sind im Vergleich zu Kameras mit Vollformat- oder APS-C-Sensorgrösse zwar nicht berauschend, aber für Micro-FourThird mit dem deutlich kleineren Sensor schon sehr gut.
Erweiterte Dynamik in dunklen Bereichen
Weniger Rauschen bei wenig Licht
Die neue Kamera hat weitere praktische Features eingebaut. Der Live-View-Boost erlaubt die Bildkontrolle selbst bei völliger Dunkelheit. Dabei wird die Empfindlichkeit ausschliesslich für das Live-View-Bild erhöht, was zum Beispiel bei der Astrofotografie helfen kann.
Genau das Gegenteil passiert im Nachtmodus. Hier werden Monitor- und Sucherbildschirm in gedämpftem Rot-Schwarz angezeigt. So kann nachts oder bei geringer Umgebungsbeleuchtung besser gesehen werden, da die Anzeigen nicht blenden. Gut auch für Natur- und Tierfilmer, die sich möglichst unauffällig im Dunkeln bewegen, um keine Tiere aufzuschrecken.
Der Aufnahmebildschirm lässt sich in Schwarz und Weiss anzeigen. Beim manuellen Fokussieren kann das Bild der GH5S als Einstellhilfe bis zu 20-fach vergrössert werden. Die GH5 erlaubt maximal eine 10-fache Vergrösserung.

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