TESTBERICHT

Ausstattung und Technik

Das System hat Bose speziell für eine Aufstellung am Schreibtisch mit geringem Hörabstand konzipiert. Neben dem Acoustimass Bassmodul besteht es aus zwei kleinen Speaker Arrays und dem Control Pod. Die beiden kleinen, qualitativ hochwertig gefertigten Lautsprecher, wirken elegant und durch die kleinen Tischstative sind sie optimal auch bei engen Platzverhältnissen aufstellbar.

Im Inneren des gut verarbeiteten Gehäuses verrichten je zwei  Mittelhochtöner mit 4,2 cm Durchmesser ihre Arbeit. Für die tiefen Töne sorgt das Acoustimass Bassmodul, welches über ein 13,3 cm grosses Basschassis verfügt. Das Modul kann unter oder neben dem Tisch platziert werden. Es verfügt über alle Anschlüsse, die man für die Inbetriebnahme braucht. Im Inneren befinden sich sämtliche Verstärker und Equalizer des Systems, wie das von Bose entwickelte "TrueSpace Surround Processing". Dieses erzeugt einen Raumklang bei der Wiedergabe aus nur zwei Satelliten-Lautsprecher. Das Bose Companion 5 ist auch in der Lage, 5.1-kodierte Audiospuren zu verarbeiten, wie sie bei Filmen und Games Standard sind.

Acoustimass Bassmodul, Tischlautsprecher und Control PodAcoustimass Bassmodul, Tischlautsprecher und Control Pod

Anschluss

Die Installation gestaltet sich sehr einfach. Auch Anwender, die über keine grossen Fachkenntnisse verfügen, können das Gerät von Bose ohne Schwierigkeiten anschliessen. Die Verbindung zum Computer findet mittels USB-Kabel statt. Als  minimale Systemanforderungen werden Windows XP und Mac OS X genannt. Beide Betriebssysteme erkennen Companion 5 eigenständig. Es ist keine zusätzliche Software-Installation nötig. Lediglich in den Audioeigenschaften müssen noch wenige Einstellungen vorgenommen werden, damit auch im 5.1-Surroundmodus wiedergeben werden kann.

Die Lautsprecherkabel sind Lautsprecher seitig fix montiert, und am Subwoofer sind die Anschlüsse farbig markiert, so dass man ganz einfach und ohne gross zu Überlegen, einstecken kann. Ist das Control Pod auch eingesteckt, welches zum Ein/Ausschalten und zur Lautstärkeregelung dient, muss nur noch die Stromzufuhr gewährleistet werden. An der Rückseite des Bassmoduls befindet sich noch ein Regler, um die Intensität des Basses zu regeln.

Bedienung

Über das Control Pod wird das System eingeschaltet.

Über die Bedienung muss man sich Bose-typisch keine Gedanken machen. Neben der USB-Verbindung braucht kein weiteres Kabel am Computer angeschlossen zu werden. Eingeschaltet wird das Gerät über das runde, formschöne Control Pod, das im Normalfall auf dem Schreibtisch platziert wird, mit leichtem Druck auf die Oberfläche des Gehäuses. Mittels der integrierten LED wird dem Benutzer angezeigt, ob das Gerät "An" oder "Aus" ist. Danach kann am äusseren Kunststoffring die Lautstärke verändert werden. Zusätzlich befinden sich am Control Pod ein 3,5 mm Kopfhöreranschluss und ein 3,5 mm Line-In-Anschluss.

Bei anspruchsvoller klassischer Musik, aber auch bei Jazz, bringt das System einen akzeptablen, aber ganz gewiss nicht hifi-mässig oder gar audiophil angehauchten Klang. Die Klangverfärbungen sind tolerabel, das System wirkt etwas mittenbetont, was für eine Soundbar gar nicht schlecht ist und den Klang klar und präsent macht.

Wenn es aber um Verfärbungsfreiheit und Klangdefinition geht, kann auch das Umschalten auf ClearAudio+ nicht viel helfen. Diese Pseudo-Klangverbesserungs-Schaltung erhöht vor allem die Lautstärke, eine echte Verbesserung ist beim besten Willen nicht festzustellen. Der steile Abfall im Hoch- und Obertonbereich macht den Klang matt, es fehlt an Feinzeichnung. Wer dem Klang dennoch mehr Brillanz verpassen will, kann dies mit der Voice-Einstellung +2 tun. Aber highfidel klingt das auch dann nicht.

Der Übergang von Soundbar zu Subwoofer glückt hier auch bei unterschiedlicher Platzierung des Subwoofers nicht perfekt. Dies führt, nicht zuletzt aufgrund der sehr kleinen Mitteltönern der Soundbar, zu einem etwas unterbelichteten Mibass, was gerade einem Flügel die Kraft und Vitalität in den unteren Lagen nimmt. Erhöht man den Pegel des Subwoofers, verstärkt sich wohl der Tiefbass, aber leider nicht der Übergangsbereich zwischen Soundbar und Woofer. Weniger stört das bei Rock und Pop, wo das System bis zu mittleren Pegeln mit gehörigem Dampf aufspielen kann.

Die voreingestellten Sound-Programme klingen bei der Wiedergabe von stereofoner Musik recht unterschiedlich. Gegenüber dem Standardprogramm erscheint eine Kirchenorgel auf Movie doch recht viel räumlicher. Punkto Klangcharakter verändert sich nicht viel, jedoch bezüglich der räumlichen Projektion. Hier wird genial getrickst und die Sony-Klangtüftler zeigen hier beachtliches Können. Im Klartext: Hier geht es nicht um eine hochpräzise, puristische Musikwiedergabe, sondern um einen beeindruckenden Show-Effekt.

Movie-Sound

Als nächstes wählte ich die DVD von Robbie Wiliams „Live at the Albert“ für den Hörtest. Exakt definiert und klangfarbenrichtig ist die Stimme von Robbie im akustischen Zentrum positioniert. Sehr beeindruckend ist, wie um den Bildschirm fast eine akustische 360-Grad-Kulisse aufgebaut wird. Logischerweise ist die räumliche Zuordnung der Klangquellen im Vergleich zu einem reinen 5.1-Set nicht so genau möglich.

Mit dem Companion 5 kommen auch Actionfilm-Fanatiker auf ihre Kosten - zum Beispiel im Film „Die Hard 4.0“, als der Hubschrauber aus einem Auto abgeschossen wird. Das Kinofeeling am Schreibtisch ist einmalig, die Bässe sind satt und die klirrenden Splitter detailliert und räumlich differenziert zu hören. Durch die virtuelle Darstellung des Centerspeakers werden Dialoge gut verständlich wiedergegeben.

Ob Pop, Rock, Klassik oder einfach nur Sprachwiedergabe, das Companion 5 überzeugt mit einem differenzierten, vollen Klang. Dieser wirkt nirgends aufdringlich, sondern klingt angenehm homogen. Der Subwoofer bringt dabei die nötige Tiefe. Die satten Bässe werden auch bei voller Lautstärke sauber wiedergegeben.

Fazit

Satte Bässe und ein gutes Gesamtklangbild lassen am Schreibtisch Kinofeeling aufkommen. Je nach Quelle dürfte der Mitteltonbereich etwas angehoben werden. Was ich vermisst habe, ist ein Netzschalter, um das Companion 5 komplett vom Strom zu trennen. Bei der Verarbeitung und der Optik hingegen muss man gar keine Abstriche machen. Das Design passt in viele Umgebungen; die einzelnen Komponenten sind sauber verarbeitet. Das Bose Companion 5 ist die optimale Lösung für Games, Musik, Filme oder Internet und für alle, die gehobene Ansprüche an den multimedialem Klang haben. Der Preis von 549 Franken ist gerechtfertigt.

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