26. Mai 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Tragkomfort

Neuseeländisches Schafsleder sorgt für hohen Tragekomfort
„Noch nie hat das Tragen eines Kopfhörers so viel Spass gemacht", steht in der Broschüre des P5. Da durfte man gespannt sein, wie sich der P5 am Ohr benimmt. Dank geschlossener Konstruktion sollen Umgebungsgeräusche effizient gedämpft werden. Tatsache ist: Kaum ein Kopfhörer wird beim Langzeithören als wirklich angenehm empfunden. Die winzigen In-Ear-Hörer beginnen auf die Dauer im Gehörgang genauso zu nerven wie die grossen ohrumschliessenden Hörer, die an heissen Sommertagen beim Hörer wahre Sauna-Effekte bewirken. Auch die On-Ear-Hörer sind nicht der Weisheit letzter Schluss, denn je nach Form der Ohren können sie ebenfalls lästig werden. Damit ein On-Ear-Hörer satt am Ohr sitzt, braucht es einen gewissen Anpressdruck, der auch beim P5 nicht fehlt. Wem der originale Andruck etwas zu stark ist, der kann den Bügel ganz sachte (!) etwas aufbiegen. Ein zu geringer Anpressdruck kann aber zu einem Bassabfall führen, und die Umgebungsgeräusche werden nur noch geringfügig gedämpft. Das Gewicht des immerhin knapp 200 Gramm wiegenden P5 spürt man hingegen kaum. Insgesamt ist sein Tragkomfort ganz gewiss mit einem „gut" zu bezeichnen.

Im Konzert

Der aufwendig konstruierte Schallwandler sorgt für vollen Sound

Wer den P5 aufsetzt, ist erst einmal erstaunt, wir gut er Umgebungsgeräusche abschirmt. Seine Empfindlichkeit ist hoch, und auch an etwas schwachbrüstigen MP3-Spielern kann er einen vollen, satten Sound erzielen. Wer den P5 mit stark datenreduzierter Musik anhört, entwürdigt dieses kleine Meisterwerk. In unserem Test wurden denn auch nur Aufnahmen, die mit MP3 und 320 kbit/s, Apple-Lossless- und WAV-Format ins iTunes importiert wurden, angehört.

Der Klang dieses Hörers begeistert vom ersten Moment an mit seinem angenehm warmen, charmanten Charakter. Freunde von Streichinstrumenten stellen hocherfreut fest, dass dieser Wiedergabe jegliche Grellheit fehlt. Selbst in den höchsten Lagen klingt eine Violine nie aggressiv. Blechbläser behalten auch im Fortissimo ihren herrlich edlen Charakter, ohne jemals billig zu scheppern. Bei Orgelwerken erstaunen die Weiträumigkeit des Klangbildes und die breitbandige Wiedergabe vom Subbass bis zur höchsten Mixtur. Der Bass ist für einen Kopfhörer geradezu sensationell, und man glaubt doch tatsächlich, die Subbässe auch mit dem Körper zu spüren! Bei rockigen, jazzigen Klängen begeistert der Hörer durch seinen locker-beschwingten, nie gestressten Sound. Da heisst es entspannen und in höhere musikalische Ebenen entschweben. Und wer sich ab und zu eine kleine, kurzzeitige (!) Pegelorgie leisten will, stellt fest, dass der P5 auch mal höhere Pegel verkraftet, ohne das Gehör mit Verzerrungen zu peinigen. Was aber viel wichtigerist: Er behält auch leise seinen vollen, runden und überaus angenehmen Klang. Beim Einsatz als Abhörinstrument zum Beurteilen von Probeaufnahmen eines Ensembles, bestehend aus Gesang, Querflöte, Keyboard und Kontrabass, brachte unser Newcomer die Stimme der Sängerin überaus charmant und glockenrein. Die Flötistin begeisterte sich am Klang ihrer Querflöte, welchen der P5 wohl charaktervoll, aber ohne übertriebene Blasgeräusche darbot. Sehr zur Freude des Bass-Spielers - in unserem Falle der Autor dieses Berichtes - rückte der P5 sein Instrument dezent nach vorne, was zu einem herrlichen, tiefen und stabilen Fundament führte und wieder einmal die alte Weisheit bestätigte: ohne Bass kein Spass!

Fazit

Das Erstlingswerk von B&W auf dem Gebiet der Kopfhörer bringt genau das, was man von einem Highend-Lautsprecher-Hersteller erwarten darf: ein elegantes und exzellent gefertigtes mobiles Kunstwerk mit einem Klang, den man am besten mit „charmant" umschreiben kann.
Übersicht zu diesem Artikel
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STECKBRIEF
Modell:
P5
Profil:
Exzellent gefertigter Kopfhörer mit einem Klang, den man am besten mit ?charmant? umschreiben kann.
Pro:
Klang;Verarbeitung
Preis:
450.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2010
Vertrieb:
Masse:
0 mm
Gewicht:
0.195 kg
Farbe:
silber
Bauprinzip:
dynamisch, on-ear
Wettbewerb