TESTBERICHT

Ausstattung und Technik

Das System hat Bose speziell für eine Aufstellung am Schreibtisch mit geringem Hörabstand konzipiert. Neben dem Acoustimass Bassmodul besteht es aus zwei kleinen Speaker Arrays und dem Control Pod. Die beiden kleinen, qualitativ hochwertig gefertigten Lautsprecher, wirken elegant und durch die kleinen Tischstative sind sie optimal auch bei engen Platzverhältnissen aufstellbar.

Im Inneren des gut verarbeiteten Gehäuses verrichten je zwei  Mittelhochtöner mit 4,2 cm Durchmesser ihre Arbeit. Für die tiefen Töne sorgt das Acoustimass Bassmodul, welches über ein 13,3 cm grosses Basschassis verfügt. Das Modul kann unter oder neben dem Tisch platziert werden. Es verfügt über alle Anschlüsse, die man für die Inbetriebnahme braucht. Im Inneren befinden sich sämtliche Verstärker und Equalizer des Systems, wie das von Bose entwickelte "TrueSpace Surround Processing". Dieses erzeugt einen Raumklang bei der Wiedergabe aus nur zwei Satelliten-Lautsprecher. Das Bose Companion 5 ist auch in der Lage, 5.1-kodierte Audiospuren zu verarbeiten, wie sie bei Filmen und Games Standard sind.

Acoustimass Bassmodul, Tischlautsprecher und Control PodAcoustimass Bassmodul, Tischlautsprecher und Control Pod

Die drei brandneuen Lautsprecher-Typen sind allesamt mit den bereits bekannten und bewährten Piega-Bändchen-Systemen bestückt. Während die "kleine" Classic 40.2 mit dem  LDR 2642 MKII Hochtonbändchen bestückt ist, setzt Piega bei der mittleren Classic 60.2  das "mittelgrosse"  C2 Koaxial Mittel-Hochton-Bändchen ein. Erst beim Top of the Range, der Classic 80.2 kommt das grosse C1 Koaxial Mittel-Hochton-Bändchen-System zum Einsatz. Damit wäre der Mittel-Hochtonbereich der Classic Series bereits mal mit dem Piega-Bändchen-Gütesiegel versehen.

Der Bassbereich aller drei Boxentypen ist mit grossen MDS-Bass-Chassis (Maximium Displacement Suspension) bestückt. Bei der 40.2 setzt man zwei 16 cm MDS-Bässe, bei der 60.2 zwei 22 cm MDS-Bass-Chassis und bei der grossen 80.2 zwei satte 26 cm MDS-Bass-Chassis ein. Bei allen Boxen dieser Serie stehen aber nicht nur eine bemerkenswert grosse Membranfläche, sondern auch bemerkenswerte Volumina zur Verfügung. Und was dies für klangliche Folgen hat, ist gleich im Hörtest zu erfahren.

Zu erwähnen ist noch, dass alle Boxen der Classic Serie nahe Verwandte mit Alu-Gehäusen haben. So steht der Classic 40.2 die Premium 50.2 gegenüber, der Classic 60.2 die Coax 70.2 und der Classic 80.2 die Coax 90.2. In dieser ersten Hörsitzung konnte diese Gegenüberstellung angehört und beurteilt werden.

Die Installation gestaltet sich sehr einfach. Auch Anwender, die über keine grossen Fachkenntnisse verfügen, können das Gerät von Bose ohne Schwierigkeiten anschliessen. Die Verbindung zum Computer findet mittels USB-Kabel statt. Als  minimale Systemanforderungen werden Windows XP und Mac OS X genannt. Beide Betriebssysteme erkennen Companion 5 eigenständig. Es ist keine zusätzliche Software-Installation nötig. Lediglich in den Audioeigenschaften müssen noch wenige Einstellungen vorgenommen werden, damit auch im 5.1-Surroundmodus wiedergeben werden kann.

Wie der Hörtest sehr rasch zeigte, bringen die Boxen der Classic Serie keinen tieferen und auch keinen präziseren Bass als die entsprechenden Verwandten im Alu-Gehäuse. Was die grösseren Bass-Chassis der Classic Serie in ihren weiträumigen Gehäusen jedoch bringen, ist ein überwältigender Druck im Tiefbass. Und dieser Druck erschüttert nicht nur das Zwerchfell der Zuhörer, er beeinflusst das gesamte Klangbild und unterstützt dieses mit einem äussert stabilen Fundament.

Wie erwartet, sind die Höhen und Mitten der Classic Series-Boxen durchwegs feingezeichnet und - ohne beissende Schärfe - gerade bei Streichern sehr brillant. Auch perkussive Instrumente werden in Bändchen-typischer Manier mit einer erstaunlichen Schnelligkeit reproduziert. Speziell zu erwähnen sind Beckenimpulse, bei denen man glaubt, die einzelnen Drähte der Schlagzeugbesen fühlen zu können. Und trotz dieser hohen Auflösung wirkt der Klang nie überzeichnet, sondern natürlich und damit auch grundmusikalisch. Bezüglich Mitten liefert das Coax-Bändchen einen äusserst transparenten und lupenreinen Klang.

Coax-Bändchen - eine Klasse für sich

Über die Bedienung muss man sich Bose-typisch keine Gedanken machen. Neben der USB-Verbindung braucht kein weiteres Kabel am Computer angeschlossen zu werden. Eingeschaltet wird das Gerät über das runde, formschöne Control Pod, das im Normalfall auf dem Schreibtisch platziert wird, mit leichtem Druck auf die Oberfläche des Gehäuses. Mittels der integrierten LED wird dem Benutzer angezeigt, ob das Gerät "An" oder "Aus" ist. Danach kann am äusseren Kunststoffring die Lautstärke verändert werden. Zusätzlich befinden sich am Control Pod ein 3,5 mm Kopfhöreranschluss und ein 3,5 mm Line-In-Anschluss.

Sound

Als erstes verwendete ich Internetradio als Quelle, um die Allround-Qualitäten des Systems zu testen. Bereits hier zeigte sich, wie räumlich auch Stereoübertragungen dargestellt werden.

Die musikalische Probe aufs Exempel machte ich mit dem Film „Walk the Line“ mit 5.1 DTS. Johnny Cash ist bekannt für seine markante Bassbariton-Stimme und den „Boom-Chicka-Boom“-Sound seiner Begleitband. Genau dies wollte ich mit dem Bose-System wiedergeben. Beim Song "Folsom Prison Blues" Klang die Bassgitarre so eindrücklich, als würde ich in der ersten Reihe in einem Konzert sitzen. Die markante Stimme wurde mit allen Feinheiten ihres sonoren Spektrums wiedergegeben. Im Gesamtklangbild ging die Gitarre etwas unter. Eine Rücknahme des Bassvolumens brachte keine wesentliche Verbesserung.

Als nächstes wählte ich die DVD von Robbie Wiliams „Live at the Albert“ für den Hörtest. Exakt definiert und klangfarbenrichtig ist die Stimme von Robbie im akustischen Zentrum positioniert. Sehr beeindruckend ist, wie um den Bildschirm fast eine akustische 360-Grad-Kulisse aufgebaut wird. Logischerweise ist die räumliche Zuordnung der Klangquellen im Vergleich zu einem reinen 5.1-Set nicht so genau möglich.

Mit dem Companion 5 kommen auch Actionfilm-Fanatiker auf ihre Kosten - zum Beispiel im Film „Die Hard 4.0“, als der Hubschrauber aus einem Auto abgeschossen wird. Das Kinofeeling am Schreibtisch ist einmalig, die Bässe sind satt und die klirrenden Splitter detailliert und räumlich differenziert zu hören. Durch die virtuelle Darstellung des Centerspeakers werden Dialoge gut verständlich wiedergegeben.

Ob Pop, Rock, Klassik oder einfach nur Sprachwiedergabe, das Companion 5 überzeugt mit einem differenzierten, vollen Klang. Dieser wirkt nirgends aufdringlich, sondern klingt angenehm homogen. Der Subwoofer bringt dabei die nötige Tiefe. Die satten Bässe werden auch bei voller Lautstärke sauber wiedergegeben.

Fazit

Satte Bässe und ein gutes Gesamtklangbild lassen am Schreibtisch Kinofeeling aufkommen. Je nach Quelle dürfte der Mitteltonbereich etwas angehoben werden. Was ich vermisst habe, ist ein Netzschalter, um das Companion 5 komplett vom Strom zu trennen. Bei der Verarbeitung und der Optik hingegen muss man gar keine Abstriche machen. Das Design passt in viele Umgebungen; die einzelnen Komponenten sind sauber verarbeitet. Das Bose Companion 5 ist die optimale Lösung für Games, Musik, Filme oder Internet und für alle, die gehobene Ansprüche an den multimedialem Klang haben. Der Preis von 549 Franken ist gerechtfertigt.

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