BaschungAngeschlossen wurden die Systeme dank der Durchverkabelung ohne weiteres Phonokabel sowohl mit der MC-Stufe des Röhrenvorverstärkers Octave HP 500 SE als auch mit dem Linn Linto sowie dem frisch überholten EAR 834P. Zum Vergleich standen das Laufwerk Clearaudio Anniversary mit verschiedenen Armen und Systemen zur Verfügung.
Vielseitiges Angebot
In diesem eher unscheinbaren Gebäude bietet die WD Oensingen AG in drei Etagen mit zahlreichen bestens bestückten Vorführräumen ein fast unglaublich breites Spektrum vom Heimkino bis zum esoterischem High End.Das Fachgeschäft WD Oensingen AG bietet eine ganze Menge an Produktekategorien und Dienstleistungen an: Hi-Fi, High End, Home Cinema, Beamer, Lautsprechersysteme für Business und Heim-Beschallungen, In-Wall-Einbaulautsprecher für Decken und Wände, Multiroomlösungen, Flachbildschirme, eigene Reparaturwerkstatt, Planung, Projektierung, Installation von Satelliten Empfangs-Anlagen, Heimberatung und individuelle Projektierung.
Ernst Baschung führt als Klipsch Stützpunkt-Händler aber auch namhafte Audio- Marken wie Bose, Cocktail Audio, Duetto, Sonos,Vincent, Thorens, T.A.C. Onkyo, Yamaha, Elac, Jamo, GURU und bietet dem Kunden somit ein Fülle von vielseitigen Kombinations- und Lösungsmöglichkeiten.
Gleich zu Beginn meines Besuches kommen wir zum leidigen Thema: "Sich im Fachhandel informieren und im Internet kaufen". Ganz allgemein stellen wir beide fest, dass es heute unglaublich dreiste Konsumenten gibt, die im Internet möglichst billig kaufen und dann, wenn das Gerät nicht funktioniert oder sie die Funktionen nicht begreifen, sich im Fachgeschäft gratis beraten lassen wollen!
Doch das ist nicht neu, und gestandene Semester erinnern sich an den legendären Eschenmoser, der ganz unverblümt meinte: "Hört Euch die Produkte im Fachhandel an und kauft sie dann bei mir!" Dienstleistungen können nicht gratis sein, und wer Produkte mit Beratung, Heimlieferung, kulanter Garantie etc. kaufen will, ist im Fachgeschäft nach wie vor gut beraten. Siehe auch das Interview mit Ernst Baschung.
Klipsch im Wandel der Zeit
Die Ur-Klassiker von Paul W. Klipsch: Klipschorn, La Scala, Belle, Cornwall und HereseyDer legendäre Paul W. Klipsch gründete seine Firma anno 1946 in Hope, Arkansas. Am Anfang stand und musizierte das legendäre Klipschorn. Es waren dies die goldenen Zeiten der kühlschrankgrossen Riesen-Boxen, die mit minimalen Röhren-Verstärkerleistungen imposante Klangvolumina bringen konnten. Es folgten nicht ganz so gigantische und dennoch exzellent klingende Lautsprecher wie La Scala, Belle, Cornwall und Heresey. Alles Lautsprecher, die auch heute noch anhörenswert sind! Unglaublich aber wahr ist, dass das legendäre Klipschorn seit 1946 nach wie vor produziert wird!
Doch der Markt veränderte sich und der FAF (Frauen-Akzeptanz-Faktor) sank für grosse, kistenförmige Lautsprecher ins Bodenlose! So veränderte auch Klipsch seine Boxenformen und ging vom Kistendesign zu den immer aktueller werdenden Säulen-Lautsprechern. Zudem erweiterte man das Sortiment in verschiedene Richtungen. Neben den Hi-Fi-Lautsprechern kamen nicht nur kleine Bluetooth-Systeme auf den Markt, auch bei den Kopfhörern ging die Miniaturisierung bis zu winzigen, aber sehr hochwertigen In-Ear-Hörern.
Verschiedene Tests bei avguide.ch zeigen, dass Klipsch Lautsprecher und sogar winzige In-Ear-Hörer nicht sogenannte 0815 Billig-Produkte sind, sondern durch sorgfältige Verarbeitung, gekonnte Konstruktion und ihren speziellen Klang auf sich aufmerksam machen:
Stöpselhörer High Society: Vergleichstest In-Ear-Hörer
Music is in the air: Vergleichstest Bluetooth-Lautsprecher
Sound of Silence: Vergleichstest Kopfhörer mit Rauschunterdrückung
The American Way: Test des High End-Lautsprechers Palladium P-39F
Das tangentiale Prinzip
Klang der Neuzeit: Klipsch P-38F (rechts) Reference RF 82II. Elektronik: Vincent 400 er Linie mit Tuner, Verstärker und CD Spieler. Lautsprecherkabel Artkustik
Nach einem Rundgang durch Ernst Baschungs Fachgeschäft setze ich mich vor ein Paar zierlich schlanke Klipsch Reference 42 II, angetrieben von der CD-Receiver-Kombi Yamaha CRX560D, Lautsprecherkabel Analysis und erfreue mich mich an der spritzigen und vitalen Wiedergabe von Jazz-Rock und poppigen Sounds. Auch Klassik kommt hier mit erfreulichem Niveau. Erstaunlich ist es, welch grosses Klangvolumen diese schlanken Säulen im allerdings eher kleinen Abhörraum bringen können.
In einem wesentlich grösseren Raum spielen dann die schon respektabel grossen Klipsch Palladium P-38F, welche über die gleiche Technologie wie ihre grosse Schwester die P-39F (siehe avguide.ch-Test The American Way) verfügt. Ernst Baschung kombiniert die P-38F mit dem Vincent Verstärker SV 237 und dem CD-Spieler Vincent CD-S7 DAC. Bei dieser Hörsession bestätigen sich die Ergebnisse des avguide.ch-Tests voll und ganz: Auch die P-38F ist ein absout hervorragender Lautsprecher. Nicht unbedingt der ideale Lautsprecher für Freunde klassischer Streichquartette, sondern für Leute, die einen dynamischen Powersound lieben, bei dem die Post bei jazziger und rockiger Musik so richtig abgehen kann. Trotz ihrer hohen Potenz verfügt sie über eine beachtenswerte Feindynamik und bringt auch kleinere Unplugged-Ensembles stimmig und nuanciert.
Klang der Superlative
Dass man auf einen Klang der Superlative locker noch einen drauf setzen kann, hört man beim Erklingen der Klipsch RF-7 II sofort. Ja, dieser Sound mit einem abgrundtiefen Tiefstbass und brillanten Mitten und Höhen geht unter die Haut und präsentiert sich in bester Klipsch-Manier. Damit meine ich lupenrein in allen Lautstärkebereichen und mit einer absolut umwerfenden Grob- und Feindynamik. Nähert man sich brachialen Schallpegeln, so schlagen die Gehörsnerven bereits Alarm, lange bevor die Boxen an ihre Grenzen gelangt sind. Natürlich spielt die Ansteuerung dieser ultrapotenten Lautsprecher eine entscheidende Rolle, und Ernst Baschung setzt hier die Rega Maya 3 oder die beiden Vincent SP-998 für Power ohne Ende ein.
Gurus aus dem hohen Norden
Die Guru QM 10two sind kompakte Lautsprecher aus Schweden für die wandnahe Aufstellung in Wohnräumen in denen nicht all zu laut Musik genossen werden kann. Ihr Klang ist absolut verblüffend.Im selben Raum erblicke ich zudem sehr kompakte, fast würfelförmige und aus Schweden, genauer Uppsala, stammende Lautsprecher. Diese Schallwandler verblüffen nicht nur durch ihren seltsamen Namen, Guru QM 10 two, sondern durch ein fast unglaubliches Klangvolumen, verbunden mit einer ebenso verblüffenden Klangqualität.
Laut Ernst Baschung sollen das ideale Lautsprecher für Wohnblöcke sein, in denen man nicht allzu hohe Pegel fahren kann und dennoch einen satten vollen Klang geniessen will. So erklingen bei gemässigter Lautstärke nicht nur Mozarts Klavier-Trios, sondern auch jazzige und poppige Klänge mit einem sehr ansprechenden Klangtimbre und einem Klangvolumen, das einem bei geschlossenen Augen vergessen lässt, dass hier doch sehr kompakte Lautsprecher zum häuslichen Konzert aufspielen.
Pantoffel-Kino in allen Grössen
Zwischen Himmel und Erde
Ernst Baschung hat während all der langen Jahre erfahren, dass Shakespeare in seinem Hamlet nicht zu unrecht schrieb: "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt".
Und schon sind wir mitten im esoterischen Klangtuning mit irgendwelchen magischen, nicht erklärbaren und geheimnisumwitterten Produkten. Auch das Märchen "Des Kaisers neue Kleider" sei hier wieder einmal erwähnt, und wer im High End-Bereich nicht das Gras wachsen hört, taugt eben nicht zu seinem Amte.
Doch Ernst Baschung geht einen ganz anderen Weg. Er führt zahlreiche "magische" Produkte und gibt sie, ohne den Kunden zu "überschnurren", mit nach Hause. Nach ausgiebiger Erprobung kann der Kunde die Wunderdinger zurückgeben, wenn er keine Verbesserung hört, oder im anderen Falle kaufen.
Von Submolekular-Energie-Impulsen und ähnlichem
Da gibt es wohlklingende Sicherungen, ausgetüftelte Stromschienen mit hochglanzpolierten Kontaktstellen und Klangschalen, die den Klang mittels wohlklingender Glockenbronze veredeln sollen. Oder dann auch Lautsprecher-Chips, welche gezielt sämtliche Bestandteile einer Lautsprecher-Box und der darin befindlichen Luft beeinflussen sollen. Diese werden innen oder aussen an die Box geklebt. Dann heisst es 10 Minuten warten und dann geniessen.
Das französische "Diapason Hi-Fi Magazin" vergab in seiner April-Ausgabe 2014 sechs von sechs möglichen Sternen in den Kategorien Musikalität und Verarbeitungsqualität und schreibt: "Sagenhaft! Das beste Hi-Fi Zubehör, das wir jemals getestet haben. Setzt materialbeeinflussende Submolekular-Energie-Impulse auf den gesamten elektrischen Strom eines Hauses frei.
Ob das bloss hochgestochener Unsinn oder hörbare Magie ist, muss jeder selber entscheiden...
Ende gut - alles gut
Für ausgiebiges Hören und Vergleichen dieser Tunig-Teile fehlt uns leider nun die Zeit, und ich muss daran denken, mich ins abendliche Verkehrschaos nach Zürich einzugliedern. So verabschiede ich mich von Ernst Baschung und seiner Crew und erhalte als Abschieds-Präsent drei magische Glas-Unterlagen mit der geheimnisvollen Bezeichnung "adunare". Sie sollen zum Beispiel ein darauf gestelltes Glas Wein deutlich spürbar veredeln, einem darbenden Blumenstrauss zu neuer Blüte verhelfen und natürlich auch den Klang von darauf oder daneben gestellten Hi-Fi-Komponenten verbessern.
Zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Reportage sei nur so viel verraten, dass sich die nicht mehr ganz frische Rose auf der "adunare" - Glas-Unterlage auch nach einigen Tagen noch in schöner Pracht präsentierte und das auf die adunare-Platte gestellte Glas Wein meiner Frau besser denn je mundete.
"Hochwissenschaftliche", aber durchwegs lustvoll-spassige Blind- und Doppel-Blindtests mit Hefe-Weissbieren, Single Malt Whiskys - insbesondere mit meinem Lieblingsgetränk, dem legendären Laphroaig - aber auch in audiophilen Einsätzen sind geplant!
Der Hörtest
Der Tonarm musste sich mit verschiedenen Pickups bewähren: Hier das Clearaudio MC Concept.Der Autor fängt solche Tests gerne mit alten Monoaufnahmen an. Erstens lässt das Hintergrundrauschen schon Rückschlüsse auf den Gesamtcharakter zu. Zweitens kommt man so einer instabilen Mittenabbildung sofort auf die Schliche. Und drittens lässt man immer wieder gerne die alten Helden aufmarschieren. So Dirigenten-Genius Wilhelm Furtwängler mit seiner 1950er-Einspielung von Beethovens 7. Sinfonie (EMI). Sofort fielen das unaufgeregte Rillengeräusch und das von allem nervösen Zischeln befreite Rauschen auf. Beim Einsatz der Instrumente standen alle präzise zwischen den Lautsprechern, ohne je nach Tonhöhe und Klangcharakter zu wandern. Nicht nur die fummelige Azimuth-Justage war wohl gelungen, sondern das Gesamtsystem offenbarte eine selbstverständliche Souveränität, die in dieser Preisklasse eher selten anzutreffen ist.
Gleiches Werk, anderer Ausnahme-Dirigent, viel besserer und stereophoner Klang: Carlos Kleiber hat für die Deutsche Grammophon die wohl intensivste Lesart dieser rhythmusbetonten Sinfonie vorgelegt. Die Tangential-Kombi hielt Kurs: Die Streicher, Bläser und der Paukist der Wiener Philharmoniker sassen genau am angestammten Platz, die Tiefenstaffellung stimmte, das Feuerwerk der Klangfarben glühte, ohne allzu sehr zu gleissen.
Das machte schon Lust auf viele Plattenwechsel, auch wenn das anstossfreie Auflegen durch den Tangentialtonarm etwas erschwert war. Der TT 5 verzichtet aus Preisgründen auf den praktischen Kipp-Mechanismus seiner Brüder. Doch auch hier kann man Abhilfe aus dem Clearaudio-Zubehör-Regal schaffen. Dort gibt es für 437 Franken die Swing Base, die dem TT 5 eine schwenkbare Basis schafft. Praktisch!
Der Lift will mit sanfter Hand bedient sein, damit der Kurzarm nicht ins Schlackern gerät, beziehungsweise die Nadel nicht zu rasant in die Rille saust.