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19. März 2002
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Die Musikindustrie muss kreative Alternativen zu illegalen Online-Tauschbörsen anbieten. Ansonsten werde die Entwicklung zur Musikpiraterie weitergehen. Wie die BBC berichtet, wird der britischen Musikindustrie in dem Bericht des Department of Trade and Industry (DTI) geraten, alte Geschäftsmodelle zu überdenken und nicht dem Beispiel der USA zu folgen.

Bei weltweit fallenden Verkäufen für Musikträger sei es an der Zeit, das 100 Jahre alte Businessmodell der Musikindustrie zu überdenken, heißt es in dem Bericht. Britische Unternehmen müssen ausbaufähige Alternativen präsentieren. Bisher sei dies nicht der Fall. Aufhorchen lässt dabei der Vorschlag, Musiker sollten die traditionelle Form des Albums zur Veröffentlichung neuen Materials über Bord werfen. An Stelle des Sammelns für ein Album sollten über das ganze Jahr Songs in digitaler Form veröffentlicht werden. Vor allem das Geschäftsmodell im Bereich der Klingeltöne wird als Vorbild herangezogen. Der Kauf eines Songs müsse ähnlich einfach und bequem zu handhaben sein wie der Kauf von Klingeltönen. Nur so könne ein digitaler Musikservice erfolgreich bestehen. Zudem wird angeregt, Games, Bilder und Animationen als zusätzliche Assets anzubieten, um Kunden zu gewinnen.

Der Bericht des DTI und der Universität von Surrey sieht Großbritannien in einer guten Position, um die Führungsrolle beim digitalen Vertrieb von Musik zu übernehmen. Es bestehe jedoch das Risiko, international zurückzufallen, wenn man dem Beispiel der US-Musikindustrie folge. Wichtig sei in diesem Zusammenhang allerdings die Verbreitung von Breitband-Internet. Musik ist der drittgrößte Exportschlager Großbritanniens. Mehr als vier Mrd. Pfund (6,46 Mrd. Euro) fließen dadurch pro Jahr in die britische Wirtschaft.
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