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10. April 2002
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Der Medienkonzern Bertelsmann will nach einem Bericht von "BusinessWeek" die Online-Tauschbörse Napster übernehmen. Kolportiert wird ein Kaufpreis von 15 Mio. Dollar (17,2 Mio. Euro). Bertelsmann wolle sich mit dieser Aktion die Kontrolle über die umstrittene Tauschbörse sichern, heißt es. Napster soll laut dem Bericht bei dem deutschen Mediengiganten bereits mit 85 Mio. Dollar (97,5 Mio. Euro) in der Kreide stehen.

Napster-Chef Konrad Hilbers hatte vor kurzem gegenüber der "Financial Times Deutschland" erklärt, dass sich der ursprünglich für April geplante Relaunch seiner Online-Börse mindestens bis zum Herbst verzögern werde. Als Grund gab er die Verweigerung der Musikkonzerne an, Lizenzen für ihre Musiktitel mit Napster abzuschließen. Laut dem aktuellen "BusinessWeek"-Bericht soll Napster nach einem internen Machtkampf am Rande zum Bankrott stehen. Anfang März hat Hilbers den Abbau von zehn Prozent des Napster-Personals bestätigt.

Eine positive Wendung gab es für Napster indes beim Rechtsstreit mit der US-amerikanischen Musikindustrie. So erhält die Tauschbörse nun doch Zugang zu bisher unter Verschluss gehaltenen Dokumenten der Musikindustrie, um ihre Argumentation zu untermauern. Napster hatte behauptet, dass die klagenden Musiklabels die Urheberrechte an zahlreichen Songs gar nicht besitzen und ihre Copyright-Rechte missbrauchen, um Konkurrenz zu verhindern.
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