20. Juni 2018 | seit 1999
MUSIKREZENSION
ARTIKEL
Publikationsdatum
21. Juni 2004
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter
Er sieht aus wie 14, ist aber 24 und traktiert die Klaviertasten und seine Stimme wie ein alter Routinier: Jamie Cullum aus England ist ein neuer Superstar am Jazzhimmel.

Um sich einen Namen zu schaffen, verschandelt er die Musik nicht mit pseudomodernen Ergüssen, die vor ihm noch kein Sterblicher jemals erzeugt hat.

Ganz im Gegenteil, seine Sounds sind klassisch aber quicklebendig. Ohne die geringsten Hemmungen wagt er sich an ohrwurmartige Evergreens wie auch an Rock-Klassiker und interpretiert sie auf seine eigene Weise.

Aber auch seine Eigenkompositionen und diejenigen seines Bruder Bens brauchen sich nicht zu verstecken und reihen sich nahtlos in die Hitlisten ein.

Neben seinen bemerkenswerten Fähigkeiten als Pianoplayer und seiner vollen, runden Stimme, die einem ausgewogenen Single Malt mit dezent rauchigen Anklängen zu vergleichen ist, verfügt er auch über echten Humor.

Diesen offenbart er, nur um ein Beispiel zu nennen, in Begleitung von schluchzenden Geigen in der triefend süssen Einleitung “Old Devil Moon”.

Es war einmal..
Bereits als Jugendlicher spielte Jamie brav in der Band seiner Eltern Klavier. Als er sich dann "erwachsen" fühlte, schlug er sich mit einer Gitarrre bewaffnet in der Rock-Szene herum. Bald erkannte Jamie, wo er wirklich hingehört, nämlich da, wo er begann, in die Jazz-Szene.

Nach einem Auftritt in einer Samstag-Nacht-TV-Show kam explosionsartig der grosse Durchbruch. Sein Album verkaufte sich mit über 400'000 Einheiten alleine in UK schneller als jedes andere Jazz-Album zuvor. Zudem stieg er rasch auf Platz fünf der Charts.

Und dann der Sound:
Auch der warme, satte Surround Sound dieser Hybrid-SACD kann überzeugen.
Eine geballte Ladung an highfidelen Klängen lässt der Sound Egineer aus den drei Frontboxen auf die Hörer los. Der Centerspeaker hat dabei die Hauptaufgabe. Wehe dem, der hier eine minderwertige Centerbox einsetzt! Er verpatzt so den gesamten Sound.

Jamies Stimme mixt man recht trocken mit unterschiedlichen Pegeln und Klangspektren raffiniert auf alle fünf Speaker, was ihr eine enorme Grösse verleiht und den Hörer regelrecht in Sound badet.

Über die hinteren Kanäle lässt man ab und zu ein Paar Bläserfetzen fliegen, was sicher kein genialer Einfall ist, aber mindestens den Leuten die Gewissheit gibt, die Rearspeaker nicht umsonst gekauft zu haben.

Summa Summarum eine absolut aussergewöhnliche Hybrid-SACD mit einem jungen Musiker, der, falls er so weitermacht, das Zeugs zu einer Jazzgrösse hat.
STECKBRIEF
Albumtitel:
Jamie Cullum, Twenty Something
Komponist:
Div
Label:
Universal, UCI
Jahr:
2003
Bestellnummer:
986 632-2
Tonformat:
Stereo, 5.1 Multichannel
Medium:
Hybrid SACD
Musikwertung:
9
Klangwertung:
9
Preis:
33.00
Bezugsquellen