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Publikationsdatum
15. April 2021
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Alles begann mit Stereo

Seit den 1950er-Jahren gibt es Virtual Reality im Audio-Bereich. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Stereo-Wiedergabe erfunden. Erstmals war es möglich, die Musik bei der Wiedergabe zumindest auf einer Achse zu verteilen. Zu Beginn wurde diese Möglichkeit von den Tontechnikern rege genutzt, um die Vorzüge jedermann bekannt zu machen. So war es nicht selten, das einzelne Musikinstrumente und sogar Stimmen komplett auf links oder rechts abgemischt wurden. Die Möglichkeit einer authentischen Raumabbildung – beispielsweise eines Orchesters – wurde erst später intensiv genutzt.

Dolby Stereo

1975 kam Dolby mit dem Dolby-Stereo-Format in die Lichtspielhäuser. Eigentlich ein analoges 2-Kanal-Format, das neben dem Bild als Licht-Ton-Format mit auf den Film kopiert wurde. Durch das matrixartige Codieren fanden aber in den zwei Tonspuren insgesamt vier Kanäle Platz. Wobei folgendermassen codiert bzw. decodiert wurde: gleicher Pegel und gleiche Phase entspricht dem Center-Kanal, gleicher Pegel sowie umgekehrte Phase entspricht dem Rear-Kanal. Das 4.0-Surroundsystem war erfunden und ermöglichte erstmals auch rückwärtige Soundeffekte, wenn auch nur mit einem Kanal.

 

Tonspuren auf dem 35-mm-Film. Links und zwischen den Lochungen: digital; rechts: analoge Stereo-Spur (Bildquelle: https://commons.wikimedia.org).Tonspuren auf dem 35-mm-Film. Links und zwischen den Lochungen: digital; rechts: analoge Stereo-Spur (Bildquelle: https://commons.wikimedia.org).

Dolby Digital

Klassische 5.1-Anordnung gemäss Dolby (Bild: Dolby.com).Klassische 5.1-Anordnung gemäss Dolby (Bild: Dolby.com).

Ich erinnere mich noch genau an den ersten Test eines Dolby-Digital-Receivers, den ich in meinen jungen Jahre bei der Zeitschrift «SOUND» machen durfte. Es war um 1996 und ich hatte das Privileg, den brandneuen Yamaha-Receiver testen zu dürfen. DVD-Spieler gab es zu dieser Zeit noch keine, doch in der Redaktion hatten wir einen Laserdisc-Spieler, der über die AC-3-RF-Schnittstelle die diskreten 5.1-Kanäle übertragen konnte. Das Ergebnis war auf jeden Fall sehr überzeugend, die viel bessere Kanaltrennung war deutlich wahrnehmbar.

Damit wären wir bei einem der bis heute verwendeten Surround-Formate angelangt, bei Dolby Digital. Im Urformat sind insgesamt sechs Kanäle vorhanden, drei für vorne, zwei für hinten und einen für die ganz tiefen Töne – sprich für den Subwoofer. Im Unterschied zu allen analogen Vorgängerformaten sind bei Dolby Digital die zusätzlichen Kanäle nicht in einem Stereosignal codiert, sondern eben diskret, sprich einzeln, vorhanden.

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