Die weltweit grösste Messe für audiophile Musikwiedergabe
konnte mit Superlativen aufwarten: immer mehr Aussteller
und Besucher aus der ganzen Welt. Monumentale
Lautsprecher und ultrateure Elektronik dominierten
die Ausstellung in München.
Die 38. High End in München zeigte sich mit 551 Ausstellern aus 42 Ländern als Ausstellung der Superlative. Vom 9.–12. Mai waren die Messehallen und die Räume rund um die Atrien in den oberen Etagen des MOC komplett belegt. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der ausstellenden Unternehmen um 3,8 %. Zwei Drittel davon internationale Unternehmen aus 42 verschiedenen Ländern. Am stärksten vertreten waren die USA, Grossbritannien, Italien, Frankreich, Japan, Dänemark, die Schweiz und China.
Vor allem am Freitag war der Besucherandrang an der Messe sehr hoch.
Und auch der Besucherandrang war entsprechend gross: Die Messe zog 21'180 Besucher – darunter mehr als ein Drittel Fachbesucher – aus aller Welt an, die nach München reisten, um sich über die hochwertigsten Produkte und neusten Trends der High-End-Audiobranche zu informieren. Damit erfuhr die Besucherzahl eine Zunahme von 6,5 % gegenüber der Veranstaltung im Vorjahr. Dabei stellte sich der Freitag eindeutig als der stärkste Besuchertag dar, der mehrere tausend Musikbegeisterte zu den vielen Messeständen zog.
Besucher aus der ganzen Welt nutzen die Gelegenheit, an der High End Gerätschaften der Spitzenklasse ansehen und anhören zu können.
International führender Event
Auch bei den 8208 Fachbesuchern (knapp neun Prozent mehr als im Vorjahr) aus 72 Nationen zeigt sich, das die High End in München die weltweit führende Messe für hochwertiges Audio ist. Der Anteil der internationalen Fachbesucher lag nämlich bei 75 Prozent. Das Gros davon kam aus dem europäischen Ausland, und zwar schwerpunktmässig aus Grossbritannien, Italien, Frankreich und der Schweiz. Aber auch aus Asien und Amerika finden immer mehr Fachbesucher den Weg nach München. Laut Veranstalter ist es die Mischung aus Musikvorführungen, dem Schaulaufen edelster Gerätschaften, Workshops und spannenden Vorträgen, welche die High End schon seit Jahrzehnten ausmacht und Händler, audiophile Musikliebhaber sowie Vertreter aus der Audio- und Zuliefererbranche zur Messe nach München zieht.
Auch reichlich «Swissness» war an der HIGH END zu sehen. So etwa die ganze Palette an Swissmade-Kabeln am Messestand von Swisscables.
Klassisches HiFi zum vernünftigen Preis offeriert der Technics SL-1500C: Der Direktantrieb-Plattenspieler ist mit guter Ortofon-Einsteiger-Tonzelle und automatischer Endabschaltung ausgestattet. Er kommt jetzt für CHF 1190 auf den Markt. Technics feiert fünf Jahre Markt-Wiedereinführung…
Der deutsche Hersteller Transrotor zeigte einen der schönsten Messeauftritte, nach dem Motto: «Zeigs mit Rosen». Das Porfolio beinhaltet auch zahlreiche bezahlbare Plattenspieler sowie Phono-Pre und Kopfhörerverstärker.
Avantgarde führte die teilaktiven 2-Wege-Hornsysteme Uno Fino und Duo Messo mit zusätzlichem Digital-Subwoofer vor. Bei der grossen Duo ist sogar der Bassbereich als Horn ausgelegt. Es ist mit 2 x 12-Zoll-Basstreiber und 1000-Watt-Endstufe ausgestattet. Die sphärisch gestalteten Mitteltonhörner verfügen über eine ausgezeichnete Klangentfaltung.
Der deutsche Studio-Hersteller SPL führte u.a. mit dem neuen Referenz-Vorverstärker SPL Director Mk 2 vor. Er hat einen 32 Bit-/768 kHz-DAC eingebaut, der auch alle möglichen DSD-Datenraten unterstützt Die übrige Ausstattung lässt mit sechs analogen Stereo-Eingängen, Tape Monitor und zwei VU-Metern keine Wünsche übrig. Der Preis liegt bei 3.499 Euro.
Der deutsche Hersteller Octave zeigte die die exklusive Jubilee-Reihe mit dem Röhrenvorverstärker Jubilee Line. Eine ausgeklügelte Hybridschaltung und der aufwändige Spezialnetztrafo mit 5fach-Schirmung lassen die Röhren unter idealen Bedingungen arbeiten.
Ocatave zeigte innerhalb der Jubilee Linie auch die 300 B Single Ended Trioden-Röhrenmonoblöcke mit drei 300 B Single Ended Trioden in indirekter Parallelschaltung: Diese werden mit einer geregelten 7-Hz-Heizspannung in Rein-Sinus versorgt und generieren maximal 30 Watt Ausgangsleistung. Damit soll das klangliche Potenzial der 300 B voll ausgeschöpft werden.
AVM führte den brandneuen Aktiv-Monitor AM 6.3 mit Wireless-Option vor. Der 3,5-Wege-Lautsprecher gefällt mit apartem Design und sehr wenig Bautiefe. Er ist mit leistungsfähigen Class-D-Verstärkern und ausgefeiltem DSP bestückt und soll im Herbst für voraussichtlich 15‘000 Euro auf den Markt kommen.
Canton zeigte einige Highlights, so die passive Reference 2K, die zu einem interessanten Preis praktisch die gleiche Qualität wie die grosse 1K anbietet, und die aktive Smart Reference 5K, die im Herbst auf den Markt kommen soll. Auch letztere klang schon absolut vielversprechend. Sie kann mit anderen Smart Aktivboxen kombiniert werden und dekodiert auch Heimkinoton. Dazu passt der neue Smart Connect-Mehrkanal-Vorverstärker.
Kii Audio bot wie gewohnt eine überzeugend räumliche und im Bass ausgewogene Klangvorführung. Die kompakte Aktivbox Kii Three wird durch das Bassmodul Kii Three BXT unterstützt. Sie arbeitet als virtuelle Punktschallquelle, ohne lästige Raummoden im Bass.
Copland zeigte neben der Röhrenendstufe CTA 506 auch den neuen Vollverstärker CTA 408, ebenfalls mit vier KT 120 Endröhren und einer Ausgangsleistung von bis zu 2 x 90 Watt.
Von Geithan waren die neuen aktiven 3-Weg-Monitore RL921K und RL 934K zu sehen. Dank nierenförmiger Abstrahlcharakteristik im Bass ist ihre Tieftonwiedergabe im Hörraum deutlich weniger problembehaftet.
Cocktail Audio präsentierte neue, vielseitige DACs/Netzwerk-Streamer: Der X45 Pro kommt mit Sabre ES938Pro-Wandler, DAB+ Tuner, Phono-MM-Eingang und 7-Zoll-Farbdisplay, der X50 Pro ist speziell auch zum Rippen umfangreicher CD-Sammlungen ausgelegt und unterstützt Festplatten-Verbunde bis zu 8 TB.
Die originell gestylten NAR Hornlautsprecher vom Hersteller Once Custom Sound kombinieren feinste Iluminator-Chassis von Scan Speak und übertragen im Bass bis hinunter zu 49 Hz (-3dB). Beim kleinen Modell Su handelt es sich um einen schnuckeligen 70-Watt-Wireless-Aktivlautsprecher mit einer Röhre im Signalweg.
Opera Consonance führte den neuen Kopfhörer-Röhrenverstärker LinearQ mit ausgelagertem Netzteil vor. Er arbeitet u. a. mit 2A3-Röhren im Gegentaktbetrieb und eignet sich für Impedanzen von 30 - 600 Ohm. Über eine in drei Stufen wählbare Gegenkopplung lässt sich die Klangcharakteristik verändern.
Kuzma zeigte die in der Schweiz hergestellte Plattenspieler-Plattform Zerovibe 6050p (hier in Kombination mit dem Topmodell Stabi XL DC), welche Vibrationen aktiv über Sensoren und Piezo-Motoren eliminiert und sich selbständig und optimal an das Gewicht des betreffenden Laufwerks anpasst.
Canton zeigte einige Highlights, so die passive Reference 2K, die zu einem interessanten Preis praktisch die gleiche Qualität wie die grosse 1K anbietet, und die aktive Smart Reference 5K, die im Herbst auf den Markt kommen soll. Auch letztere klang schon absolut vielversprechend. Sie kann mit anderen Smart Aktivboxen kombiniert werden und dekodiert auch Heimkinoton. Dazu passt der neue Smart Connect-Mehrkanal-Vorverstärker.
Inakustik, der deutsche Piega-Vertrieb, hatte mit den Master Line Source 3 einen grossen Messe-Auftritt. Angetrieben wurden sie mit Primare-Elektronik, dem Preamp Prisma Pre 35 und den Monoblöcken R 35, natürlich via Inakustik Air-Lautprecherkabel.
Zwar hatten die neuen Delta-Verstärker von Classé bereits am Klangschloss Premiere gefeiert. Das europäische Publikum hörte den Vorverstärker Delta Pre und die Delta Monoblöcke aber zum ersten Mal. Vorgeführt wurde über die fantastisch klingenden 3-Weg-Standboxen WM-4 von FinkTeam.
Der italienische Hersteller Goldnote zeigte an HIGH END, was er als Vollsortimenter im Portfolio hat: So den Vollverstärker IS-1000 mit integriertem DAC/Netzwerkspieler, den Plattenspieler Mediterraneo und die Kompaktbox A3 Evo in wunderschönem Walnuss-Finish.
Harbeth bietet mit den Monitor 40.2 klassische britische 3-Wege-Lautsprecher mit 30-cm-Tieftöner an. In Verbindung mit einem Plattenspieler der absoluten Topklasse von L’Art du Son klangen sie ganz fantastisch.
Roger Roschnik von PSI Audio präsentierte den neuen Aktivlautsprecher für Heimanwender, der im Herbst auf den Markt kommen soll und auf der bewährten Technik der professionellen Studiomonitore aufbaut. Vorgeführt wurde mit Swissmade Digitalelektronik von Weiss.
Der südafrikanische Lautsprecherhersteller Vivid Audio hatte diverse Messeauftritte. Hier im Zusammenspiel mit Schweizer Elektronik von CH Precision klang es ganz ausgezeichnet. Auch CH Precision hatte verschiedene Präsentationen an der HIGH END.
Vom griechischen Hersteller Tune Audio stammen die monumental Hornlautsprecher Avaton, die an historische Western Electric erinnern, aber klanglich voll auf der Höhe sind und sogar Kammermusik anrührend realistisch wiedergeben. Preis: 220'000 Euro.
Auch Living Voice zeigte einen Hornlautsprecher der absoluten Spitzenklasse. Das Modell Palladium ist mit edelsten Vitavox- und TAD-Treibern bestückt und kostet schlappe 295‘000 britische Pfund.
Im Vergleich zur internationalen Konkurrenz kosten die neuen Hornlautsprecher Gran Gioia 1010 von Blumenhofer Acoustics nur einen Bruchteil: 40'000 Euro sind aber auch kein Pappenstiel. Dafür gibt’s anspringenden-vitalen Sound und wunderbare Echtholzfurniere.
Dürfen an keiner HIGH END fehlen: Die historischen Hornlautsprecher von Western Electric, die über ausgesuchte Single-Ended-Röhrenverstärker mit dem passenden Musikmaterial zauberhafte Soundwelten kreiierten.
Gigantische Klangwelten
Eines der eindrücklichsten Lautsprechersysteme kam aus Hangzhou, China: Das aktive 5-Wege-Hornsystem «Dragon» von ESD Acoustic stellte alles in den Schatten, was monumentalen Klang betrifft. Kompetent vorgeführt von Sales-Managerin Nicole He.
Bereits 2018 war ein Trend zur Präsentation immer exklusiverer, grösserer und entsprechend teurer Gerätschaften nicht zu übersehen. Diese Entwicklung nahm an der High End 2019 noch zu. «Normales» HiFi war praktisch gar nicht zu sehen, obwohl die High End im Münchner Raum auf Plakaten als «HiFi-Messe» propagiert worden war.
Die Mehrzahl der Aussteller zeigte Lautsprecher und Elektronik, die sich «Normalsterbliche» wohl kaum je leisten können. Aber vielleicht macht gerade dies das Erfolgsrezept dieses Events aus: Wie zu einer internationalen Automesse gehen viele Besucher, weil sie die unerschwinglichen Boliden aus der Nähe nicht nur betrachten, sondern – im Fall der High End – sogar noch anhören können. Erfreulich dabei, dass auch viele Swissmade-Gerätschaften und Lautsprecher der absoluten Spitzenklasse an der Ausstellung zu bewundern waren.
Mit der Initiative «SoundsClever» wollte der Veranstalter dem Trend zum immer abgehobeneren Preisen entgegensteuern. Hier eine Kombination von Nubert-Aktivlautsprechern X-6000, Streamer Coctail Audio X-45 und Inakustik-Verbindungskabel für 4500 Euro.
Der Veranstalter, die deutsche High End Society, hatte im Übrigen die Gefahr der immer elitäreren Produktwelten erkannt und als Gegentrend für die diesjährige High End die Initiative «SoundsClever» ins Leben gerufen: Aussteller waren dazu aufgerufen, komplette Audio-Systeme zu präsentieren, die eine aussergewöhnliche klangliche Performance «schon» für weniger als 5000 Euro anbieten. Laut Veranstalter erfuhr «SoundsClever» sehr grossen Zuspruch sowohl bei Austellern wie bei Besuchern. Sie sollte die ganze Bandbreite der Audio-Branche abbilden – entweder strikt digital, anspruchsvoll analog oder beides vereint in einer Kette. Dies mit dem Ziel, ein musikalisches Erlebnis zu bezahlbarem Preis zu ermöglichen. Die High End Society will diese Initiative nächstes Jahr fortführen und rechnet mit noch mehr Teilnehmern.
Natürlich war auch der französische Traditionshersteller Cabasse an der High End vertreten und zeigte neben der neuen Pearl die grossen Aktiv-Kugellautsprecher.
Ansonsten war die High End ein Stelldichein der besten Lautsprecher der Welt, die man zwar nicht direkt nebeneinander, aber doch nacheinander goutieren konnte. Wobei die Vorführqualität oftmals sehr zu wünschen übrig liess. Nach dem Motto: «Man zeigt, was man drauf hat» wurde vielerorts deutlich zu laut vorgeführt, was den Musikliebhaber eigentlich eher abstösst. Auch hatten die oftmals übergrossen Lautsprecher in den teils recht kleinen Örtlichkeiten Probleme mit der räumlichen Abbildung. Stimmen oder Einzelinstrumente wirkten aufgebläht oder viel zu nahe.
Monumentale Lautsprecher waren nicht nur aus aller Welt angereist. Auch der deutsche Hersteller Stein Music zeigte sein 2,3 m hohes Topmodell «TopLine Bob XL»: Eine Kombination aus Hörnern, offener Schallwand und DSP-Aktivsubwoofer.
Trend zu Retro-Design
Rechts neben den Klinkenbuchsen für Mikrofon und Kopfhörer befindet sich der HDMI-Anschluss in Typ-A-Grösse, darunter die beiden USB-C-Buchsen. Der 10-polige Zubehöranschluss wurde an der Front untergebracht.
D'Agostinos «Relentless» Monoblock-Verstärker vereinen monumentale Abmessungen und gigantische Ausgangsleistung mit wunderschönem Retro-Design.
Nicht zu übersehen war der seit Jahren anhaltende Trend zu Retro-Design und Retro-Technik. Nebst einer Vielzahl von «Vintage»-Hornlautsprechern und -Röhrenverstärkern gab es auch jede Menge Plattenspieler im (mehr oder weniger) Retro-Look zu sehen. Und selbst topmoderne Verstärker kommen wieder mit grossen VU-Metern, wie man sie in den 70er- und 80-Jahren kannte. Sogar das Spulentonbandgerät, das eigentlich als ausgestorbene Spezies galt, feierte an der High End seine Wiederauferstehung.
Thorens präsentierte die exklusive Spulentonbandmaschine TM 1600 nur für die Wiedergabe. Wer noch abspielfähige 2-Spur-Tapes besitzt , wird sich die Finger lecken. Wunderschönes Retrodesign bietet auch der neue Plattenspieler TD 1601 für rund 3000 Euro.
Umfangreiches Rahmenprogramm
Wer von der geballten Ladung an Technik, Gerätschaften und Lautsprechern genug hatte, durfte an der High End zum Ausgleich ein umfangreiches Rahmenprogramm in Anspruch nehmen. So etwa im «High End Kolleg», wo interessierte Besucher stressfrei und konzentriert ihr Wissen erweitern konnten. Hochkarätige Referenten berichteten über ausgewählte Themen. Die Resonanz seitens der Besucher war laut Veranstalter sehr positiv. Ausgewählte Vorträge sollen via Youtube und Internetseite verfügbar gemacht werden.
Im Rahmen des «High End Kolleg» wurden viele interessante Fachvorträge angeboten. So wie hier von Christof Faller (Illusonic) über Lautsprechermessungen im Freifeld.
Von vielen Musikliebhabern offenbar geschätzt, fanden auch in diesem Jahr wieder Musikvorführungen der Extraklasse in der Reihe «Musik grenzenlos» statt. Dort war am Samstagnachmittag der Hornist und Echopreisträger Felix Klieser zu Gast. Im Gepäck hatte er sein neues Album mit sämtlichen Hornkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart, natürlich auch auf Vinyl. Er liess es sich nicht nehmen, live zu spielen und die Besucher mit spontanen Interpretationen zu verzaubern.
Hornist und Echopreisträger Felix Klieser gab im Rahmen der der Reihe «Musik grenzenlos» Live-Musik zum Besten.
Ein weiterer interessanter Event war das Dynaudio Unheard Studio: Der dänische Lautsprecherspezialist und die Veranstalter der High End boten Künstlern die Gelegenheit, ihre Musikdarbietung in allerbester Qualität aufzuzeichnen. Beim Dynaudio Unheard Studio handelt es sich um eine hochmoderne Aufnahmeanlage, verbaut in Schiffscontainern und mit Einsatz neuster Technologien, die im Aussengelände zwischen den Hallen stationiert war. Über eine komplett verglaste Seitenfront konnten die Besucher hereinschauen und dank einer hochwertigen Audioübertragung auch alles hören, was sich musikalisch im Inneren abspielte.
Im Dynaudio Unheard Studio konnten junge Künstler ihre Musik in allerbester Klangqualität aufzeichnen. Davon war auch High End Markenbotschafter Steven Wilson beeindruckt.
Fazit
Die High End in München konnte dieses Jahr Aussteller- und Besucherrekorde feiern. Tatsächlich lohnte sich ein Besuch der Messe sowohl für Fachbesucher wie auch für Endkonsumenten. Selbst wenn ein grosser Teil der ausgestellten Geräte und Lautsprecher unerschwinglich bleibt, ist es mehrheitlich faszinierend, Musikwiedergabe auf diesem Niveau so hautnah erleben zu können. Insgesamt ist das ausgestellte Portfolio so vielfältig, dass jeder Besucher die persönlichen Trouvaillen entdecken kann, wenn er denn gezielt danach sucht. Ein Problem war der grosse Besucherandrang vor allem am Freitag. Wer sich die Zeit nehmen kann, sollte mindestens zwei, besser drei Tage für einen Besuch einplanen. Die nächste High End findet vom 14.5. bis 17.5.2020 wieder im MOC in München statt.
Klassisches HiFi zum vernünftigen Preis offeriert der Technics SL-1500C: Der Direktantrieb-Plattenspieler ist mit guter Ortofon-Einsteiger-Tonzelle und automatischer Endabschaltung ausgestattet. Er kommt jetzt für CHF 1190 auf den Markt. Technics feiert fünf Jahre Markt-Wiedereinführung…
Der deutsche Hersteller Transrotor zeigte einen der schönsten Messeauftritte, nach dem Motto: «Zeigs mit Rosen». Das Porfolio beinhaltet auch zahlreiche bezahlbare Plattenspieler sowie Phono-Pre und Kopfhörerverstärker.
Avantgarde führte die teilaktiven 2-Wege-Hornsysteme Uno Fino und Duo Messo mit zusätzlichem Digital-Subwoofer vor. Bei der grossen Duo ist sogar der Bassbereich als Horn ausgelegt. Es ist mit 2 x 12-Zoll-Basstreiber und 1000-Watt-Endstufe ausgestattet. Die sphärisch gestalteten Mitteltonhörner verfügen über eine ausgezeichnete Klangentfaltung.
Der deutsche Studio-Hersteller SPL führte u.a. mit dem neuen Referenz-Vorverstärker SPL Director Mk 2 vor. Er hat einen 32 Bit-/768 kHz-DAC eingebaut, der auch alle möglichen DSD-Datenraten unterstützt Die übrige Ausstattung lässt mit sechs analogen Stereo-Eingängen, Tape Monitor und zwei VU-Metern keine Wünsche übrig. Der Preis liegt bei 3.499 Euro.
Der deutsche Hersteller Octave zeigte die die exklusive Jubilee-Reihe mit dem Röhrenvorverstärker Jubilee Line. Eine ausgeklügelte Hybridschaltung und der aufwändige Spezialnetztrafo mit 5fach-Schirmung lassen die Röhren unter idealen Bedingungen arbeiten.
Ocatave zeigte innerhalb der Jubilee Linie auch die 300 B Single Ended Trioden-Röhrenmonoblöcke mit drei 300 B Single Ended Trioden in indirekter Parallelschaltung: Diese werden mit einer geregelten 7-Hz-Heizspannung in Rein-Sinus versorgt und generieren maximal 30 Watt Ausgangsleistung. Damit soll das klangliche Potenzial der 300 B voll ausgeschöpft werden.
AVM führte den brandneuen Aktiv-Monitor AM 6.3 mit Wireless-Option vor. Der 3,5-Wege-Lautsprecher gefällt mit apartem Design und sehr wenig Bautiefe. Er ist mit leistungsfähigen Class-D-Verstärkern und ausgefeiltem DSP bestückt und soll im Herbst für voraussichtlich 15‘000 Euro auf den Markt kommen.
Canton zeigte einige Highlights, so die passive Reference 2K, die zu einem interessanten Preis praktisch die gleiche Qualität wie die grosse 1K anbietet, und die aktive Smart Reference 5K, die im Herbst auf den Markt kommen soll. Auch letztere klang schon absolut vielversprechend. Sie kann mit anderen Smart Aktivboxen kombiniert werden und dekodiert auch Heimkinoton. Dazu passt der neue Smart Connect-Mehrkanal-Vorverstärker.
Kii Audio bot wie gewohnt eine überzeugend räumliche und im Bass ausgewogene Klangvorführung. Die kompakte Aktivbox Kii Three wird durch das Bassmodul Kii Three BXT unterstützt. Sie arbeitet als virtuelle Punktschallquelle, ohne lästige Raummoden im Bass.
Copland zeigte neben der Röhrenendstufe CTA 506 auch den neuen Vollverstärker CTA 408, ebenfalls mit vier KT 120 Endröhren und einer Ausgangsleistung von bis zu 2 x 90 Watt.
Von Geithan waren die neuen aktiven 3-Weg-Monitore RL921K und RL 934K zu sehen. Dank nierenförmiger Abstrahlcharakteristik im Bass ist ihre Tieftonwiedergabe im Hörraum deutlich weniger problembehaftet.
Cocktail Audio präsentierte neue, vielseitige DACs/Netzwerk-Streamer: Der X45 Pro kommt mit Sabre ES938Pro-Wandler, DAB+ Tuner, Phono-MM-Eingang und 7-Zoll-Farbdisplay, der X50 Pro ist speziell auch zum Rippen umfangreicher CD-Sammlungen ausgelegt und unterstützt Festplatten-Verbunde bis zu 8 TB.
Die originell gestylten NAR Hornlautsprecher vom Hersteller Once Custom Sound kombinieren feinste Iluminator-Chassis von Scan Speak und übertragen im Bass bis hinunter zu 49 Hz (-3dB). Beim kleinen Modell Su handelt es sich um einen schnuckeligen 70-Watt-Wireless-Aktivlautsprecher mit einer Röhre im Signalweg.
Opera Consonance führte den neuen Kopfhörer-Röhrenverstärker LinearQ mit ausgelagertem Netzteil vor. Er arbeitet u. a. mit 2A3-Röhren im Gegentaktbetrieb und eignet sich für Impedanzen von 30 - 600 Ohm. Über eine in drei Stufen wählbare Gegenkopplung lässt sich die Klangcharakteristik verändern.
Kuzma zeigte die in der Schweiz hergestellte Plattenspieler-Plattform Zerovibe 6050p (hier in Kombination mit dem Topmodell Stabi XL DC), welche Vibrationen aktiv über Sensoren und Piezo-Motoren eliminiert und sich selbständig und optimal an das Gewicht des betreffenden Laufwerks anpasst.
Canton zeigte einige Highlights, so die passive Reference 2K, die zu einem interessanten Preis praktisch die gleiche Qualität wie die grosse 1K anbietet, und die aktive Smart Reference 5K, die im Herbst auf den Markt kommen soll. Auch letztere klang schon absolut vielversprechend. Sie kann mit anderen Smart Aktivboxen kombiniert werden und dekodiert auch Heimkinoton. Dazu passt der neue Smart Connect-Mehrkanal-Vorverstärker.
Inakustik, der deutsche Piega-Vertrieb, hatte mit den Master Line Source 3 einen grossen Messe-Auftritt. Angetrieben wurden sie mit Primare-Elektronik, dem Preamp Prisma Pre 35 und den Monoblöcken R 35, natürlich via Inakustik Air-Lautprecherkabel.
Zwar hatten die neuen Delta-Verstärker von Classé bereits am Klangschloss Premiere gefeiert. Das europäische Publikum hörte den Vorverstärker Delta Pre und die Delta Monoblöcke aber zum ersten Mal. Vorgeführt wurde über die fantastisch klingenden 3-Weg-Standboxen WM-4 von FinkTeam.
Der italienische Hersteller Goldnote zeigte an HIGH END, was er als Vollsortimenter im Portfolio hat: So den Vollverstärker IS-1000 mit integriertem DAC/Netzwerkspieler, den Plattenspieler Mediterraneo und die Kompaktbox A3 Evo in wunderschönem Walnuss-Finish.
Harbeth bietet mit den Monitor 40.2 klassische britische 3-Wege-Lautsprecher mit 30-cm-Tieftöner an. In Verbindung mit einem Plattenspieler der absoluten Topklasse von L’Art du Son klangen sie ganz fantastisch.
Roger Roschnik von PSI Audio präsentierte den neuen Aktivlautsprecher für Heimanwender, der im Herbst auf den Markt kommen soll und auf der bewährten Technik der professionellen Studiomonitore aufbaut. Vorgeführt wurde mit Swissmade Digitalelektronik von Weiss.
Der südafrikanische Lautsprecherhersteller Vivid Audio hatte diverse Messeauftritte. Hier im Zusammenspiel mit Schweizer Elektronik von CH Precision klang es ganz ausgezeichnet. Auch CH Precision hatte verschiedene Präsentationen an der HIGH END.
Vom griechischen Hersteller Tune Audio stammen die monumental Hornlautsprecher Avaton, die an historische Western Electric erinnern, aber klanglich voll auf der Höhe sind und sogar Kammermusik anrührend realistisch wiedergeben. Preis: 220'000 Euro.
Auch Living Voice zeigte einen Hornlautsprecher der absoluten Spitzenklasse. Das Modell Palladium ist mit edelsten Vitavox- und TAD-Treibern bestückt und kostet schlappe 295‘000 britische Pfund.
Im Vergleich zur internationalen Konkurrenz kosten die neuen Hornlautsprecher Gran Gioia 1010 von Blumenhofer Acoustics nur einen Bruchteil: 40'000 Euro sind aber auch kein Pappenstiel. Dafür gibt’s anspringenden-vitalen Sound und wunderbare Echtholzfurniere.
Dürfen an keiner HIGH END fehlen: Die historischen Hornlautsprecher von Western Electric, die über ausgesuchte Single-Ended-Röhrenverstärker mit dem passenden Musikmaterial zauberhafte Soundwelten kreiierten.