Die 38. High End in München zeigte sich mit 551 Ausstellern aus 42 Ländern als Ausstellung der Superlative. Vom 9.–12. Mai waren die Messehallen und die Räume rund um die Atrien in den oberen Etagen des MOC komplett belegt. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der ausstellenden Unternehmen um 3,8 %. Zwei Drittel davon internationale Unternehmen aus 42 verschiedenen Ländern. Am stärksten vertreten waren die USA, Grossbritannien, Italien, Frankreich, Japan, Dänemark, die Schweiz und China.
Vor allem am Freitag war der Besucherandrang an der Messe sehr hoch.Und auch der Besucherandrang war entsprechend gross: Die Messe zog 21'180 Besucher – darunter mehr als ein Drittel Fachbesucher – aus aller Welt an, die nach München reisten, um sich über die hochwertigsten Produkte und neusten Trends der High-End-Audiobranche zu informieren. Damit erfuhr die Besucherzahl eine Zunahme von 6,5 % gegenüber der Veranstaltung im Vorjahr. Dabei stellte sich der Freitag eindeutig als der stärkste Besuchertag dar, der mehrere tausend Musikbegeisterte zu den vielen Messeständen zog.
Besucher aus der ganzen Welt nutzen die Gelegenheit, an der High End Gerätschaften der Spitzenklasse ansehen und anhören zu können.International führender Event
Auch bei den 8208 Fachbesuchern (knapp neun Prozent mehr als im Vorjahr) aus 72 Nationen zeigt sich, das die High End in München die weltweit führende Messe für hochwertiges Audio ist. Der Anteil der internationalen Fachbesucher lag nämlich bei 75 Prozent. Das Gros davon kam aus dem europäischen Ausland, und zwar schwerpunktmässig aus Grossbritannien, Italien, Frankreich und der Schweiz. Aber auch aus Asien und Amerika finden immer mehr Fachbesucher den Weg nach München. Laut Veranstalter ist es die Mischung aus Musikvorführungen, dem Schaulaufen edelster Gerätschaften, Workshops und spannenden Vorträgen, welche die High End schon seit Jahrzehnten ausmacht und Händler, audiophile Musikliebhaber sowie Vertreter aus der Audio- und Zuliefererbranche zur Messe nach München zieht.
Auch reichlich «Swissness» war an der HIGH END zu sehen. So etwa die ganze Palette an Swissmade-Kabeln am Messestand von Swisscables.In Plex erstellt man sich seine erste Bibliothek, indem man auf das Plus-Symbol (1) klickt. Dann muss man wählen, was die Bibliothek enthält. Wir wählen „Filme“. (2). Den vorgeschlagenen Ordnernamen „Filme“ belassen wir. Bei Sprache wählen wir deutsch (3). Nun müssen wir Plex mit einem Klick auf „Nach Medienordner durchsuchen“ (4) mitteilen, wo sich unsere Filme befinden. Wir wählen dabei beispielsweise den Ordner C:Filme aus. Dadurch wird Plex auch dem Unterordner C:FilmeIndiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) in seine Sammlung einbeziehen.
Nach einem Klick auf „Mediathek hinzufügen“ analysiert Plex die Filmsammlung. Minuten später zeigen sich dann die ersten Filme in der bebilderten Bibliothek.
Gigantische Klangwelten
Eines der eindrücklichsten Lautsprechersysteme kam aus Hangzhou, China: Das aktive 5-Wege-Hornsystem «Dragon» von ESD Acoustic stellte alles in den Schatten, was monumentalen Klang betrifft. Kompetent vorgeführt von Sales-Managerin Nicole He.Bereits 2018 war ein Trend zur Präsentation immer exklusiverer, grösserer und entsprechend teurer Gerätschaften nicht zu übersehen. Diese Entwicklung nahm an der High End 2019 noch zu. «Normales» HiFi war praktisch gar nicht zu sehen, obwohl die High End im Münchner Raum auf Plakaten als «HiFi-Messe» propagiert worden war.
Die Mehrzahl der Aussteller zeigte Lautsprecher und Elektronik, die sich «Normalsterbliche» wohl kaum je leisten können. Aber vielleicht macht gerade dies das Erfolgsrezept dieses Events aus: Wie zu einer internationalen Automesse gehen viele Besucher, weil sie die unerschwinglichen Boliden aus der Nähe nicht nur betrachten, sondern – im Fall der High End – sogar noch anhören können. Erfreulich dabei, dass auch viele Swissmade-Gerätschaften und Lautsprecher der absoluten Spitzenklasse an der Ausstellung zu bewundern waren.
Mit der Initiative «SoundsClever» wollte der Veranstalter dem Trend zum immer abgehobeneren Preisen entgegensteuern. Hier eine Kombination von Nubert-Aktivlautsprechern X-6000, Streamer Coctail Audio X-45 und Inakustik-Verbindungskabel für 4500 Euro.Der Veranstalter, die deutsche High End Society, hatte im Übrigen die Gefahr der immer elitäreren Produktwelten erkannt und als Gegentrend für die diesjährige High End die Initiative «SoundsClever» ins Leben gerufen: Aussteller waren dazu aufgerufen, komplette Audio-Systeme zu präsentieren, die eine aussergewöhnliche klangliche Performance «schon» für weniger als 5000 Euro anbieten. Laut Veranstalter erfuhr «SoundsClever» sehr grossen Zuspruch sowohl bei Austellern wie bei Besuchern. Sie sollte die ganze Bandbreite der Audio-Branche abbilden – entweder strikt digital, anspruchsvoll analog oder beides vereint in einer Kette. Dies mit dem Ziel, ein musikalisches Erlebnis zu bezahlbarem Preis zu ermöglichen. Die High End Society will diese Initiative nächstes Jahr fortführen und rechnet mit noch mehr Teilnehmern.
Natürlich war auch der französische Traditionshersteller Cabasse an der High End vertreten und zeigte neben der neuen Pearl die grossen Aktiv-Kugellautsprecher.Ansonsten war die High End ein Stelldichein der besten Lautsprecher der Welt, die man zwar nicht direkt nebeneinander, aber doch nacheinander goutieren konnte. Wobei die Vorführqualität oftmals sehr zu wünschen übrig liess. Nach dem Motto: «Man zeigt, was man drauf hat» wurde vielerorts deutlich zu laut vorgeführt, was den Musikliebhaber eigentlich eher abstösst. Auch hatten die oftmals übergrossen Lautsprecher in den teils recht kleinen Örtlichkeiten Probleme mit der räumlichen Abbildung. Stimmen oder Einzelinstrumente wirkten aufgebläht oder viel zu nahe.
Monumentale Lautsprecher waren nicht nur aus aller Welt angereist. Auch der deutsche Hersteller Stein Music zeigte sein 2,3 m hohes Topmodell «TopLine Bob XL»: Eine Kombination aus Hörnern, offener Schallwand und DSP-Aktivsubwoofer.Trend zu Retro-Design
Dennoch konnte man faszinierende Höreindrücke gewinnen: Die audiophile Musikwiedergabe hat heute ein Niveau erreicht wie kaum je zuvor. Nebst teuren und grossen Lautsprechern wurde dies auch mit exklusiver Elektronik realisiert: Leider war bei Vor- und Endverstärkern, Wandlern und Co. derselbe Trend zu monumentalen Abmessungen und Preisen feststellbar. Nur wer gezielt suchte, fand bezahlbare Trouvaillen, die man auch in beengten Wohnumgebungen platzieren könnte.
D'Agostinos «Relentless» Monoblock-Verstärker vereinen monumentale Abmessungen und gigantische Ausgangsleistung mit wunderschönem Retro-Design.Nicht zu übersehen war der seit Jahren anhaltende Trend zu Retro-Design und Retro-Technik. Nebst einer Vielzahl von «Vintage»-Hornlautsprechern und -Röhrenverstärkern gab es auch jede Menge Plattenspieler im (mehr oder weniger) Retro-Look zu sehen. Und selbst topmoderne Verstärker kommen wieder mit grossen VU-Metern, wie man sie in den 70er- und 80-Jahren kannte. Sogar das Spulentonbandgerät, das eigentlich als ausgestorbene Spezies galt, feierte an der High End seine Wiederauferstehung.
Thorens präsentierte die exklusive Spulentonbandmaschine TM 1600 nur für die Wiedergabe. Wer noch abspielfähige 2-Spur-Tapes besitzt , wird sich die Finger lecken. Wunderschönes Retrodesign bietet auch der neue Plattenspieler TD 1601 für rund 3000 Euro.Umfangreiches Rahmenprogramm
Wer von der geballten Ladung an Technik, Gerätschaften und Lautsprechern genug hatte, durfte an der High End zum Ausgleich ein umfangreiches Rahmenprogramm in Anspruch nehmen. So etwa im «High End Kolleg», wo interessierte Besucher stressfrei und konzentriert ihr Wissen erweitern konnten. Hochkarätige Referenten berichteten über ausgewählte Themen. Die Resonanz seitens der Besucher war laut Veranstalter sehr positiv. Ausgewählte Vorträge sollen via Youtube und Internetseite verfügbar gemacht werden.
Im Rahmen des «High End Kolleg» wurden viele interessante Fachvorträge angeboten. So wie hier von Christof Faller (Illusonic) über Lautsprechermessungen im Freifeld.Von vielen Musikliebhabern offenbar geschätzt, fanden auch in diesem Jahr wieder Musikvorführungen der Extraklasse in der Reihe «Musik grenzenlos» statt. Dort war am Samstagnachmittag der Hornist und Echopreisträger Felix Klieser zu Gast. Im Gepäck hatte er sein neues Album mit sämtlichen Hornkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart, natürlich auch auf Vinyl. Er liess es sich nicht nehmen, live zu spielen und die Besucher mit spontanen Interpretationen zu verzaubern.
Hornist und Echopreisträger Felix Klieser gab im Rahmen der der Reihe «Musik grenzenlos» Live-Musik zum Besten.Ein weiterer interessanter Event war das Dynaudio Unheard Studio: Der dänische Lautsprecherspezialist und die Veranstalter der High End boten Künstlern die Gelegenheit, ihre Musikdarbietung in allerbester Qualität aufzuzeichnen. Beim Dynaudio Unheard Studio handelt es sich um eine hochmoderne Aufnahmeanlage, verbaut in Schiffscontainern und mit Einsatz neuster Technologien, die im Aussengelände zwischen den Hallen stationiert war. Über eine komplett verglaste Seitenfront konnten die Besucher hereinschauen und dank einer hochwertigen Audioübertragung auch alles hören, was sich musikalisch im Inneren abspielte.
Im Dynaudio Unheard Studio konnten junge Künstler ihre Musik in allerbester Klangqualität aufzeichnen. Davon war auch High End Markenbotschafter Steven Wilson beeindruckt.Fazit
Mehr als nur viel «Trara»: Auch nächstes Jahr wird die High End in München wohl Furore machen.Die High End in München konnte dieses Jahr Aussteller- und Besucherrekorde feiern. Tatsächlich lohnte sich ein Besuch der Messe sowohl für Fachbesucher wie auch für Endkonsumenten. Selbst wenn ein grosser Teil der ausgestellten Geräte und Lautsprecher unerschwinglich bleibt, ist es mehrheitlich faszinierend, Musikwiedergabe auf diesem Niveau so hautnah erleben zu können. Insgesamt ist das ausgestellte Portfolio so vielfältig, dass jeder Besucher die persönlichen Trouvaillen entdecken kann, wenn er denn gezielt danach sucht. Ein Problem war der grosse Besucherandrang vor allem am Freitag. Wer sich die Zeit nehmen kann, sollte mindestens zwei, besser drei Tage für einen Besuch einplanen. Die nächste High End findet vom 14.5. bis 17.5.2020 wieder im MOC in München statt.

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