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FILMREZENSION
ARTIKEL
Publikationsdatum
17. Januar 2005
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Im von Bomben zerstörten Kabul sucht ein frommer, alter Kutscher nach einem Ort, wo er mit Tochter, Schwiegertochter und Enkel Unterschlupf finden kann.

Die Familie zieht unaufhörlich von Ruine zu Ruine. Der Sohn ist noch nicht aus Pakistan zurückgekehrt. Die Tochter, anstatt zur Gebetsstunde zu gehen, besucht die Schule und träumt davon, eines Tages Präsidentin von Afghanistan zu werden. Der Enkel ist wegen Unterernährung und Krankeit dem Tode nahe.

In ruhigen, ästhetischen Bildern schreitet die Handlung weiter, als wäre es ereignisarmer Alltag. Die Menschen tragen ihre Bürde, ohne aufzuschreien.

Bis zum bitteren Ende um fünf Uhr nachmittags, wo nichts weiter geschieht, als dass sich das Licht ändert. Die Sonne geht dem Untergang entgegen.

Die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit im von westlichen Truppen "befreiten" Afghanistan wird in den Bildern und in jedem einzelnen Gesicht eindrücklich geschildert.

Der Film der damals 23 jährigen Samira Makhmalbaf gewann 2003 den Preis der Jury in Cannes.
STECKBRIEF
Filmtitel:
At Five in the Afternoon
Herkunft:
Iran
Label:
Frenetic
Jahr:
2003
Regie:
Samira Makhmalbaf
Darsteller:
Agheleh Rezaie, Abdolgani Yousefrazi, Razi Mohebi, Marzieh Amiri
Code:
2
Sprache:
persisch
Genre:
Drama
Untertitel:
deutsch, französisch
Ausstattung:
Trailer, Fotogalerie
Bildformat:
16:9
Tonformat:
Dolby Digital 2.0
Bildwertung:
8
Tonwertung:
7
Preis:
35.9
Bezugsquellen
Wettbewerb