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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
4. Februar 2014
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Den CP-800 hatten wir bereit im November 2011 im Test (siehe:"Digitale Versuchung"). Er überzeugte sowohl als klassischer analoger Vorverstärker wie auch im Einsatz als DA-Wandler. Damals versprach Classé, das Digital-Board bald schon mit einem Ethernet-Audio-Streaming-Modul zu ergänzen. Seither ist einige Zeit vergangen. Nun haben die Kanadier aber Nägel mit Köpfen gemacht und anstelle eines blossen Updates gleich eine grundlegend neue Digitalsektion entwickelt.

Umfassender Digitalverbund

Bereits mit der ersten Version des Digital-Boards konnte der CP-800 verschiedenste digitale Quellen wiedergeben. Die Anschlussperipherie des neuen Moduls sieht unverändert aus und offeriert jede Menge an Digital-Eingängen inklusive zweier USB-Anschlüsse. Derjenige an der Gerätefront eignet sich für die Wiedergabe ab Apple-Geräten und versorgt iPhone, iPad & Co. auch mit Ladestrom.

Beim rückwärtigen USB-Anschluss handelt es sich um einen asynchronen USB-DA-Wandler, über den man beispielsweise ab einem Notebook oder PC Musik selbst in sehr hohen Samplingraten mit bis zu 192 kHz sehr präzise wiedergeben kann. Dazu generiert der Wandler den digitalen Takt neu und zwingt ihn dem übertragenen Musiksignal auf. Klangverschlechternder Jitter wird damit weitgehend unterdrückt.

Asynchrone USB-DACs stellen heutzutage eine bewährte Lösung für die hochwertige Wiedergabe digital gespeicherter Musik dar. Entsprechend kommen sie bei den vielen Herstellern zum Einsatz. Dem gegenüber hat das Streaming über Ethernet einen weniger guten Ruf, was die Anfälligkeit gegenüber digitalen Taktschwankungen betrifft.

Classé hat beim neuen Digital-Board für den CP-800 auch beim Ethernet-Streaming einen sehr hohen technischen Aufwand betrieben und will mit dieser Variante der digitalen Musikübertragung eine genau so hohe Präzision sicherstellen. Wie genau das im Detail bewerkstelligt wird, darüber schweigt sich Classé aus. Tiefer reichende Dimensionen der Digitaltechnik wären jedoch für den Laien wie für den Fachjournalisten eh nur schwer verständlich, so dass letztlich der Hörtest über die Richtigkeit dieser Behauptung entscheiden muss.

Im Streaming-Einsatz fungiert der CP-800 als DLNA-Renderer und kann auch Musik direkt ab NAS-Festplatten wiedergeben, sofern diese einen Netzwerk-Mediaplayer wie JRiver, Twonky oder Media Monkey implementiert haben. Gesteuert wird die Wiedergabe über Apps, welche diese Software-Anbieter zur Verfügung stellen.

Die Einbindung des CP-800 ins Heimnetzwerk geschieht problemlos per DHCP-Modus und automatischer Zuteilung einer eigenen IP-Adresse. Ist der Classé-Vorverstärker erstmal angemeldet, so stellt er ohne weiteres Zutun auf Netzwerk-Wiedergabe, sobald ein gestreamtes Signal eintrifft.

Ebenfalls gut zu wissen: Die Lautstärke lässt sich im Streaming-Betrieb direkt auch vom jeweiligen Media-Player aus einstellen. Dies tröstet darüber hinweg, dass eine Classé-eigene Bedien-App nur für iOS verfügbar ist. Per Netzwerk nimmt der CP-800 Hi-Res-Files mit einer Sampling-Frequenz von bis zu 192 kHz und einer Auflösung von maximal 24 Bit entgegen.

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