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25. April 2002
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Eine Verschlechterung der Rechte von Online-Musik-Hörern befürchten Konsumentenschützer in den USA durch die Regelung der Copyright-Rechte im US-Kongress. Der von der Politik angestrebte einheitliche Standard für die Vergütung von Urheberrechten bei über das Internet verbreiteter Musik gefährde das Recht der User auf Anonymität, berichtet die Washington Post. Eine Pay-per-Song-Gebühr wie sie dem Kongress vorschwebt kommt den Forderungen der RIAA nahe, die personalisierte Daten über die Hörer von Online-Musik sammeln will.

"Der Grund, warum die RIAA und die Content-Industrie personalisierte Informationen wollen, ist nicht der Schutz der Urheberrechte", warnt Chris Hoofnagle vom Electronic Privacy Information Center (EPIC). "Sie wollen Kundenprofile sammeln." Dieses Vorhaben der Musikindustrie kollidiere mit dem Recht auf Privatsphäre. Abgesehen vom substanziellen Recht der User auf Privatsphäre wäre es zudem unklug, den entscheidenden Vorteil der Musikverbreitung via Internet, die Anonymität, zu eliminieren, ergänzte Mike Godwin vom Zentrum für Demokratie und Technologie (CDT) im Gespräch mit der Washington Post.

Die RIAA fordert so genannte "Listeners´ Logs", die Daten über die Konsumenten von Online-Musik sammeln. Darin werde festgehalten, welcher User welchen Song konsumiert, wann er dies tut und von wo aus. Diese Daten sollen der Content-Industrie zur Verfügung gestellt werden. US-Konsumentenschützer hören spätestens hier die Alarmglocken läuten.