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Publikationsdatum
11. Oktober 2017
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Dali (Danish Audiophile Loudspeaker Industries) produzierte 2016 250'000 Lautsprecher, was einem Umsatz von 90 Mio Euro entspricht. Der Exportanteil liegt bei 93 %. Seit 1990 gibt es die Lautsprecher unter der Eigenmarke Dali. Davor produzierte der Hersteller ausschliesslich für die Marke Hi-Fi Klubben, einem grossen Netzwerk von HiFi-Studios in Skandinavien und neu auch in Deutschland.

Dänemark ist mit gut 5 Millionen Einwohnern ein traditionelles HiFi-Land. Vielleicht hängt das mit dem windigen Wetter zusammen, das die Menschen in ihre Wohnungen treibt – Dänemark erlebte gerade den schlimmsten Sommer aller Zeiten. Jedenfalls hat HiFi dort Tradition, und Menschen aller Alterskategorien wissen dort immer noch, wie Stereo im Wohnzimmer klingt und wie erstrebenswert ein gutes Musikerlebnis ist. Warum soll man schlechten Sound hören, wenn es guten gibt?

Dänemark brachte aber auch grosse Wissenschaftler hervor, ohne die es die Musikwiedergabe nicht gäbe: Hans Christian Oersted entdeckte den Elektromagnetismus. Valdemar Poulsen erfand das Magnettongerät, und Peter L Jensen baute den ersten elektrodynamischen Lautsprecher.

Der Hauptaktionär von Dali ist Peter Lyngdorf. Ein Besitzerwechsel der Unternehmensgruppe, zu der auch Hi-Fi Klubben gehört, ist nicht in Sicht. Gottlob, denn Übernahmen von traditionellen Herstellern durch neue Investoren hinterlassen zurzeit den Beigeschmack der Vernachlässigung traditioneller Qualitätswerte. Ich vermeide eine Aufzählung der jüngsten Entwicklung und der Akteure.

Traditionsherstellern ging schon öfter das Geld aus. Neue Investoren waren willkommen, deren Beweggründe und Pläne vielleicht weniger. Die Existenzen sind zwar gesichert, aber die künftige Marschrichtung kann sich nach der Übernahme deutlich ändern.

Auch Dali steht vor Herausforderungen. Die zunehmende Banalisierung des Begriffs «Wiedergabequalität» bei vielen Konsumenten steht im Widerspruch zu den Kernkompetenzen des Unternehmens: Passive Lautsprecher, die immer besser klingen dank konstanter Verbesserungen in allen Bereichen: Eigene Schallwandler, Gehäuse, Frequenzweichen.

Gerade deshalb ist man sehr gespannt auf den bevorstehenden Rollout des neuen Callisto-Systems: Digital, aktiv, wireless und ... audiophil. Das ist der erste grosse Streich von Dali in die digitale Zukunft, ohne klangliche Kompromisse.

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