20. August 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Publikationsdatum
22. Dezember 2003
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Bereits der ideelle Vorgänger der BS 204.2, das Modell 205, bot erstaunlich viel Klang fürs Geld. Leichte Abstriche musste man lediglich bei der Gehäusequalität verzeichnen.

Nun hat Elac gleich in doppelter Hinsicht nachgelegt. Die Lackierung und die Verarbeitung der Box wirken deutlich wertiger. Zudem kommt der überarbeitete Hochtöner der dritten "JET"-Generation zum Einsatz.

JET III

Die Folie des JET-Hochtöners wird in aufwendiger Handarbeit unter dem Mikroskop gefaltet.
Die Folie des JET-Hochtöners wird in aufwendiger Handarbeit unter dem Mikroskop gefaltet.
Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des berühmten "Air Motion Transformers" des Lautsprecherpioniers Dr. Oskar Heil.

Sein Prinzip: Eine mäanderförmig gefaltete Folienmembran bewegt die Luft wesentlich schneller, als es bei der konventionellen Kalottenmembrane der Fall ist.

Der neue "JET III" verfügt über eine vergrösserte Schallaustrittsöffnung sowie über ein stärkeres Magnetsystem aus Neodymstäben.

Insgesamt konnten im Vergleich zum Vorgänger der Wirkungsgrad und der Frequenzgang (nun bis 50 kHz) verbessert werden.

Während die High-Tech-Membrane – die Faltenbreite beträgt winzige 0,84 mm – nach wie vor in diffiziler Handarbeit unter dem Mikroskop gefaltet und montiert wird, fügt ein Roboter die insgesamt sieben Montageteile hochpräzise zusammen.

Sandwich-Membrane

Auch beim Tiefmitteltöner handelt es sich um ein ausgesprochenes "Sahnestück".

Zum Einsatz kommt eine sogenannte Sandwich-Membrane: In einem besonderen Klebeverfahren wird hierzu eine 0,2 mm starke Aluminium-Schicht mit einem Zellstoff-Konus verbunden.

Dadurch wird eine enorme Steifigkeit der Membrane erzielt – wichtig für ein optimales Impulsverhalten – und gleichzeitig das Ausschwingverhalten im Übergangsbereich zum Hochtöner kontrolliert bedämpft.

Hinzu kommt eine speziell entwickelte Langhubsicke, dank der der zierliche 18-cm-Tieftöner bis zu ±15 mm lineare Auslenkung verkraftet.

Das ermöglicht erstaunliche Pegelreserven auch im Tiefbass. Als echtes High-End-Bauteil kennzeichnet den Tiefmitteltöner auch der stabile Druckgusskorb

Power im Bass

Der lange Bassreflexkanal der BS 204.2 wurde aerodynamisch optimiert und erlaubt erstaunlich hohe Tieftonpegel
Der lange Bassreflexkanal der BS 204.2 wurde aerodynamisch optimiert und erlaubt erstaunlich hohe Tieftonpegel
Die BS 204.2 ist als Bassreflexbox ausgelegt.

Da die Reflexöffnung nach hinten zeigt, sollte man den Lautsprecher nicht unbedingt im Regal oder sehr wandnah aufstellen.

Wer dies trotzdem tun muss, für den liefert Elac zwei Schaumstoff-Stöpsel mit, die den Schallaustritt nach hinten deutlich bedämpfen.

Auf einem Ständer frei im Raum aufgestellt zeigt die kleine Elac immer noch ein ahnsehnliches Bass- und Grundtonfundament und kann so ihre Kleinboxen typisch superbe Räumlichkeit entfalten. Als ideal erwies sich ein Abstand zur Rückwand von ca. 30 - 50 cm.

Vitaler Swing

Die insgesamt sieben Bauteile des JET-Hochtöners werden von einem eigens entwickelten Roboter präzise zusammengebaut.
Die insgesamt sieben Bauteile des JET-Hochtöners werden von einem eigens entwickelten Roboter präzise zusammengebaut.
Bei akustischem Jazz fällt auf Anhieb die rhythmisch "swingende" und vitale Spielweise der Kompaktbox auf. Einem erstaunlich tiefreichenden und druckvoll-konturierten Bass steht ein brillanter, aber in keiner Weise aggressiver Hochtonbereich gegenüber.

Der JET-Hochtöner setzt sich bei Perkussion hervorragend in Szene: Becken wirken fein ziseliert, die Obertöne einer Querflöte nie aufgesetzt.

Homogenität wird grossgeschrieben, was man beispielsweise daran merkt, dass ein Vibraphon über die BS 204.2 wie aus einem Guss klingt.

Räumlich führt einen die Elac hautnah ans Klanggeschehen heran, überzeichnet jedoch nicht und präsentiert insgesamt eine hervorragende Stereoauffächerung. Man kann die Boxen weit auseinander aufstellen, ohne dass das Klangbild zerfällt.

Schöne Klangfarben

Bei orchestraler Musik gefällt neben dem getreulichen, aber nicht übertriebenen Auflösungsvermögen wiederum die präzise räumliche Abbildung, die Solisten und Einzelinstrumenten differenziert ihren Platz zuordnet.

Ausgesprochen schöne, natürliche Klangfarben stellen dem Klassikliebhaber den begehrten Genussfaktor sicher.

Stimmen, aber auch Streicher und Blasinstrumente verfügen über viel Schmelz, ohne an "ätherischen" Qualitäten einzubüssen.

Hardrock tauglich

Das stabile Anschlusspanel nimmt Litzen, Kabelschuhe sowie Bananenstecker auf und erlaubt Bi-Wiring.
Das stabile Anschlusspanel nimmt Litzen, Kabelschuhe sowie Bananenstecker auf und erlaubt Bi-Wiring.
Zeigt sie schon bei Jazz ihr quicklebendiges Temperament, so legt sich die BS 204.2 bei Pop und Rock ebenso tüchtig ins Zeug und legt eine bühnenreife Vorstellung hin, die man so einem kleinen Monitor kaum zutrauen würde.

Satte, schnelle Bassdrums beherrscht sie ebenso wie knallige Bassgitarren-Läufe. Und dies bei Volumen, wo sonst andere Kleinboxen längst an den Anschlag kommen.

Grosses Plus: der spritzige Jet-Hochtöner erlaubt sehr hohe Abhörlautstärken, ohne dass einem das Klangbild auf die Nerven geht.

Fazit

Bei der BS 204.2 haben die Ingenieure bei Elac ein goldenes Händchen bewiesen: Anstatt mittels üblichem Brillanzanstieg unüberhörbar auf die Tugenden des neuen JET-Hochtöners hinzuweisen, haben sie mit diesem kompakten Lautsprecher eine äusserst homogen und verfärbungsfrei klingende High-End-Box realisiert, die sich für sämtliche Musikarten gleichermassen eignet und mit gehörigem Spass- und Genussfaktor aufwartet.

Kompliment nach Kiel.
STECKBRIEF
Preis:
1780.- / Paar
Profil:
Äusserst homogen und verfärbungsfrei klingende High-End-Box, die sich für sämtliche Musikarten gleichermassen eignet.
Pro:
hohe Verfärbungsfreiheit,
exzellente Klangdefinition,
schöne Klangfarben,
basstüchtig,
kompakte Abmessungen,
gute Verarbeitung
Contra:
-
Ausstattung:
Prinzip: 2-Wege, Bassreflex,
Tieftöner: 1 / 18 cm AS Konus,
Hochtöner: 1 / JET III (magnetisch geschirmt)
Technische Daten:
Abmessungen: (HxBxT) 33 x 20 x 27 cm, empfohlene Verstärkerleistung: 30-200 W ,
Nenn -/ Impulsbelastbarkeit: 80 / 120 W,
Trennfrequenz der Weiche: 2800 Hz,
Empfindlichkeit: 88 dB bei 2,83 V und 1 m,
Nennimpedanz: 4 Ohm (minimal 3,4 Ohm bei 210 Hz
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