24. Oktober 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
ARTIKEL
Publikationsdatum
25. Dezember 2006
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Wireless ist "in". Viele Leute haben die Nase voll von langen Kabeln, die umständlich verlegt werden müssen. Aber auch diese aktiven Lautsprecher kommen nicht ganz ohne Kabel aus, denn sie benötigen Power aus dem Stromnetz.

In etlichen Fällen hat es sich auch gezeigt, dass "wireless" seine Tücken haben kann. Deshalb darf man gespannt sein, wie sich das hochwertige Stereo-HiFi-Lautsprecher-System "CD 3500 wireless" des deutschen Lautsprecherspezialisten Canton in der Praxis bewährt.

Ohne Rauschen und Klirren...

Bekannt ist die Audio-Übertragungsqualität von Infrarot-und Funk-Kopfhörern.

In der Regel handelt ist sich dabei um analoge Übertragungs- Systeme, die zwar gar nicht schlecht klingen, aber alle ein leicht erhöhtes Grundrauschen liefern.

Anders das digitale System, welches Canton hier einsetzt. Es arbeitet in der Qualität des CD-Standards und garantiert damit niedrigstes Grundrauschen und ebenso niedrigen Klirr.

Thema Elektrosmog

Leute, die Angst vor Elektrosmog haben, können beruhigt sein: Der Sender leistet lediglich 100 mW. Die Reichweite beträgt in Wohnräumen rund 25 Meter, im Freien etwa das Doppelte.

Wer die Boxen hundertprozentig frei von Elektrosmog betreiben will, kann diese Aktivboxen auch direkt über Kabel ansteuern, denn sie verfügen über ähnliche Anschlüsse wie der Sender. So können die Boxen während rauschender Parties beim Swimming Pool via Sender und im Wohnzimmer über Kabel mit Signal versorgt werden.

Auf Sendung

Canton nennt den Sender dieses Systems Transceiver, da er auch noch diverse andere Aufgaben zu erfüllen hat.

An ihn können Signalquellen wie CD-Player, Audio-Ausgänge von Flachbildschirmen oder auch Verstärkerausgänge über nieder- und hochpegelige Anschlüsse geschaltet werden. Hier können auch bis zu zehn Sendekanäle gewählt werden, damit man auch ja niemanden, der ähnliche Geräte betreibt, stört und auch nicht von anderen gestört wird.

Die Laustärkeregelung kann an der Front dieses kleinen Gerätchens oder aber auch an einer separaten, ultrasimplen kleinen Fernsteuerung vorgenommen werden. Die bei früheren Geräte-Serien noch sichtbaren Antennen am Transceiver und an den Boxen sind ins Innere der Geräte verschwunden.

Warnung!

Um Übersteuerungen zu vermeiden, kann der Eingangspegel um 10 dB oder 20 dB abgesenkt werden. Zwei Leuchtdioden geben Aufschluss über den Betriebszustand. Leuchten sie grün, ist alles ok.

Wechseln sie kurzzeitig auf Orange, so bedeutet dies, dass eine Soft-Limiterschaltung zu arbeiten beginnt und die Lautstärke weich begrenzt. Mit Vorteil reduziert man die Lautstärke, wenn die LEDs permanent orange leuchten und Verzerrungen hörbar werden.

Blinken in roter Farbe gibt an, dass die Verbindung vom Sender zu den Boxen unterbrochen ist. So zum Beispiel bei zu grosser Distanz.

Aktivlautsprecher

Die Lautsprecher dieses Systems entsprechen den bekannten Aktivboxen "CD 3200 active" von Canton, mit dem hauptsächlichen Unterschied, dass die "drahtlosen" über einen Empfänger verfügen.

Diese gerade mal 12,5 cm breiten, dafür beachtliche 1,2 Meter hohen Schallwandler drohen aber nicht gleich beim ersten lauen Lüftlein umzufallen, denn sie ruhen auf einem stabilen, relativ grossen Sockel aus solidem Alu-Druckguss.


Die Lautsprecher arbeiten als sogenannte 2 1/2 Wege-Systeme mit Bassreflex. Im tiefen Bass werkeln alle vier 11 cm-Chassis. Zwei davon quittieren ihren Dienst ab 200 Hz. Die anderen zwei spielen hinauf bis 3000 Hz, wo sie vom 25 mm - Kalottenstrahler abgelöst werden.

Die Chassis sind magnetisch abgeschirmt. Damit können sie unmittelbar neben Röhrenfernseher und Monitore gestellt werden, ohne dass sich eventuell bleibende (!) Bildstörungen ergeben.

Die in die Boxen eingebauten Verstärker sind vom Typ Class D, also topmoderene Digitalverstärker, die aufgrund ihres exzellenten Wirkungsgrades praktisch ohne Kühlkörper auskommen.

Wireless in der Praxis

Bei der Erprobung lief alles so reibungslos ab, dass es schon fast verdächtig war. Keine Knaller beim Einstecken der Signalquellen oder beim brutalen Abziehen der Netzstecker während des Betriebs! Alles lief und läuft sicher und ohne Fehl und Tadel...


Die Position des Transceivers erwies sich als unkritisch. Auch in Nebenräumen aufgestellt, war der Klang aus den Boxen kristallklar. In der harten Wirklichkeit soll es jedoch auch Fälle gegeben haben, wo die Funksignale Mühe hatten, sich durch speziell beschichtete Glasscheiben fortzupflanzen. In kritischen Fällen eventuell doch zuerst ausprobieren...

Locker und beschwingt

Nach gebührender Einlaufzeit - Canton empfiehlt 15 bis 20 Stunden - lieferte dieses System beachtliche klangliche Leistungen.

Jazzige Klänge kommen swingend-dynamisch, locker und entspannt. Sowohl grossräumige Big Bands wie auch kammermusikalisch kleinere Jazz-Ensembles werden überzeugend in den Abhörraum gebracht.

Der brillante Klang löst sich sehr schön von den Boxen, was gewiss als Vorteil schlanker Säulen zu werten ist. Sogar bei Bass-Zupf-Solis kam der Wunsch nach einem separaten Subwoofer nicht auf.

Die Bassabstimmung dieser Systeme ist offenbar perfekt gelungen. Wer in extrem bass-absorbierenden Räumen dennoch einen separaten Woofer haben will, kann diesen ohne Probleme an die Ausgänge der Aktivboxen anschliessen.

Auch bei rockigen Sounds kann dieses Drahtlos-System gehörig auftrumpfen. Gewiss ist diese Einheit kein PA-System, das unbegrenzte Pegel liefern kann. Für normales Hören und für die gediegene Heim-Party stehen jedoch bei weitem ausreichende, unverzerrte Schallpegel zur Verfügung.

Bei zarten Streicherklängen bietet dieses System durchaus akzeptable Leistungen, wenngleich die Alu-Mangan Kalotten nicht an die Klangkultur eines guten Bändchens oder eines Heil-AMT-Lautsprechers herankommen. Dafür können diese hell und frisch timbrierten Lautsprecher gerade bei perkussiven Klängen und gewissen Bläsern ganz tüchtig losfetzen.

So erschien David Sanborns Saxophon in "time again" ( Label: Verve) an der Grenze zur Schärfe. Doch beim etwas weniger brillant abgemischen CD-Album "Altered State" mit den Yello Jackets (Label: Heads Up) konnte ein satter Sound mit warm-brillanten Bläserklängen und einem beachtlichen Bass echt begeistern.

Fazit

Die Erprobung dieses offensichtlich ausgereiften Wireless-Systems von Canton ging ohne die geringsten Probleme vonstatten. Einfache und komfortable Bedienung, sowie gute klangliche Leistungen zeichnen dieses aussergewöhnliche System aus.
STECKBRIEF
Modell:
CD 3500 wireless
Profil:
Technisch ausgereifter Funklautsprecher mit frischem, hellem Klangtimbre.
Pro:
ausgereifte Technik;problemlose Bedienung;Boxen benötigen nur Netzkabel;Betrieb über Audiokabel möglich
Contra:
Kann je nach Aufnahme etwas spitz klingen
Preis:
1,299.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2007
Vertrieb:
Masse:
125 x 1200 x 160 mm
Gewicht:
13,5 kg
Farbe:
Aluminium silber, Lack schwarz
Bass:
2 x 110 mm Aluminium
Bauprinzip:
2½-Wege Bassreflexsystem Aktive
Frequenzgang:
27- 30.000 Hz ± 3dB
Hochton:
1 x 25 mm Aluminium
Mittelton:
2 x 110 mm Aluminium
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