TESTBERICHT
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Publikationsdatum
27. Januar 2003
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Nachdem sich das Harddisc-Recording auf dem PC etabliert hat, entdeckt die HiFi-Branche darin ein neues Aufnahmemedium.

Während andere HiFi-Hersteller die Musik als MP3-Dateien auf die Festplatte abspeichern, verwendet Sony das hauseigene und kopiergeschützte ATRAC 3-Datenreduktionssystem, das als ATRAC Typ S und R schon seit ein paar Jahren den MiniDisc-Recordern zu längeren Aufnahmesessionen verhilft.

Mit der 40 GB-Festplatte offeriert Sonys Harddisk-Recorder damit bis zu 600 Stunden Musik-Auswahl.

Aufnahmen auf Harddisc

Das Display zeigts: Harddisc-Recorder im Synchro-AufnahmemodusDas Display zeigts: Harddisc-Recorder im Synchro-Aufnahmemodus
Aufgenommen werden kann beim HAR-D1000 über den Analog- oder den optischen Digitaleingang, wobei dank dem eingebauten Abtastratenwandler auch DAT-Aufnahmen digital überspielt werden können, falls sie kein Copybit enthalten.

Der SCMS-Kopierschutz tritt auch beim Kopieren mit dem integrierten CD-Laufwerk in Aktion, so dass sich eine kopiergeschützte CD-R nur mit einem externen CD- oder DVD-Player über den Analogeingang überspielen lässt.

Digital kopierbare CDs lassen sich mit dem eingebauten Laufwerk sehr bequem mit einem synchronisierten Betrieb – auf Wunsch auch mit zweifacher Geschwindigkeit – kopieren, wobei ein vorhandener CD-Text übernommen wird. Wird während der normalen CD-Wiedergabe auf der Fernbedienung die Taste "REC-IT" gedrückt, so wird der laufende Titel auf die Festplatte überspielt.
Analoge und digitale Anschlüsse
Analoge und digitale Anschlüsse
Eine Synchronaufnahme ist ebenfalls möglich, wenn der Recorder über einen Control-A1-Anschluss mit einem CD-Wechsler von Sony verbunden wird.

Neue Aufnahmen können wahlweise innerhalb einer bestehenden Gruppe, einem sogenannten Album, zu bestehenden Aufnahmen hinzugefügt werden, oder es wird ein neues Album eröffnet, welches automatisch nummeriert wird und später mit einem Namen versehen werden kann.

Komfortables Editieren

Fazit

Zugriff leicht gemacht

Der Zugriff auf die Musiktitel erfolgt über die Alben (Gruppen), innerhalb derer dann die einzelnen Musiktitel – über die Fernbedienung auch direkt - angewählt werden.

Neben den auch für den CD-Teil verfügbaren Wiedergabemodi wie Zufallswiedergabe und Wiederholung lassen sich für die Festplatte bis zu zehn verschiedene Abspiellisten erstellen, die aus beliebigen Titeln der gespeicherten Musikstücke bestehen können.

Diese Abspiellisten können – wie die Alben – mit einem Namen versehen werden und bleiben auch dann gespeichert, wenn der Recorder ausgeschaltet wird.

Titel, die mit einem Namen versehen worden sind, lassen sich mit einer Suchfunktion schnell und bequem auf der Festplatte lokalisieren. Dazu muss man nur ein Stichwort eingeben, um nach einem gewünschten Album oder Titel suchen zu lassen.

Hilfreich für die Wiedergabe ist auch das zweizeilige Display, welches wahlweise für den CD-, den Harddisk-Teil oder auch für beide gleichzeitig die Spielzeit, Namen und anderes anzeigt.

Ausserdem kann auch eingesehen werden, wie viel Prozent Speicherplatz die bisherigen Aufnahmen auf der Festplatte in Anspruch nehmen.

Musikalische Harddisc

Messungen bei datenreduzierenden Systemen sind nur bedingt aussagekräftig, weil die Datenreduktion nur bei komplexeren Signalen in Aktion tritt und beispielsweise die Hochtonauflösung oder die Dynamik limitiert.

Damit sollte dem Hörtest eine besondere Bedeutung zukommen. Zur Beurteilung wurden mit dem CD-Laufwerk Musiktitel auf die Festplatte kopiert, die dann in datenreduzierter Form gespeichert sind.

Im Hörtest konnten mit kritisch ausgewählter Musik die für das ATRAC 3-Datenreduzierungssystem typischen Klangverluste herausgehört werden.

So bewirkte die Datenreduktion bei einem Bläserensemble einen geringfügigen Verlust an Klangfarbe. Dennoch schmetterten die Blechbläser mit überzeugender Dynamik. Etwas stärker büsste aber Klaviermusik an Vitalität ein. Harte Anschläge im Forte verloren etwas an Impulskraft und metallischem Glanz, wie er bei diesem Instrument bei lauten Passagen typisch ist.

Insgesamt ist die Klangqualität jedoch erstaunlich gut und bei weniger kritischer Musik waren Klangverluste kaum feststellbar.

Fazit

Sony bietet mit diesem elegant gestylten Harddisc-Recorder ein vielseitiges HiFi-Gerät an, das mit einer hohen Speicherkapazität zu überzeugen vermag.

Die Datenreduktion arbeitet in den meisten Fällen gut, nur für kritische Musik wäre die Möglichkeit wünschenswert, diese ohne Datenreduktion auf der Harddisc abspeichern zu können.

Dieses Gerät spricht weniger den Klangpuristen, sondern vor allem jene an, die damit sowohl einen Audiorecorder als auch ein grosses Musikarchiv in einem haben möchten.
STECKBRIEF
Preis:
Fr. 1600.-
Profil:
Eleganter und bedienungsfreundlicher Harddisc-Recorder mit hoher Speicherkapazität sowie guter Klangqualität.
Pro:
hohe Speicherkapazität,
hohe Bedienungsfreundlichkeit,
integrierter CD-Spieler,
Contra:
Aufnahme ohne Datenreduktion nicht möglich
Ausstattung:
Harddisc-Recorder
CD-Player
USB/FireWire-Anschlüsse
Fernsteuerung
Technische Daten:
Abmessungen: 43 x 8,3 x 28,5 cm
Grösse der Festplatte: 40 GB
Aufzeichnungssystem: ATRAC 3
Datenübertragungsrate: 132 kbps