TESTBERICHT

Fazit

Die TomTom Bandit mit der Bike-Pack-Verpackung.Die TomTom Bandit mit der Bike-Pack-Verpackung.

Mit einer Actioncam filmt man keine Familientreffen oder Hochzeiten (oder wäre es nicht doch mal cool, mit dem Oktokopter über den Altar zu schweben …?), sondern nimmt sie mit aufs Velo, in die Luft und auf bzw. unter Wasser und in den Schnee. Hier fühlt sich die TomTom Bandit zuhause.

Die Verarbeitung der Kamera ist solide, auch gröbere Strapazen, nasse Elemente und Rüttelfahrten übersteht sie unbeschadet. Die eigenständige Schnellkupplung ist eine gute Idee. Einige Detailverbesserungen sind aber noch nötig, damit sie richtig satt und ohne Spiel befestigt werden kann.

Genial ist die Gehäusekonstruktion mit herausziehbarem USB-Akku-SD-Karten-Stick. So schnell und einfach konnte ich noch nie die Daten übertragen oder den Akku laden.

Die Bedienung ist simpel, die Menü-Steuerung nicht überladen. Die Videoclip-Schüttelfunktion ist eher ein Gag, aber immer als Hingucker gut. Die Bildqualität der Video- und Fotoaufnahmen überzeugen, an den Ton sollte man keine allzu grossen Erwartungen stellen. 4K-Filme mit 15 Bildern pro Sekunde kann man schlicht vergessen.

Mit dem "Banditen" bereichert TomTom den Markt für Actioncams um ein interessantes Modell, das ohne grosses Schrauben oder Umverpacken sofort einsatzbereit ist.

Der Preis für das Bike Pack beträgt 439 Franken. Für das ebenfalls erhältliche Adventure Pack bezahlt man 379 Franken.

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Durch die Weitwinkeloptik tritt der typische Fass-Effekt mit nach innen gebogenen Bildkanten und die Neigung zu dunklen Randbereichen (Vignettierung) auf. Im Foto-Modus kann nicht viel dagegen gemacht werden. Hier muss nachträglich in einem Bildbearbeitungsprogramm korrigiert werden. Wenn einem dieser "Actioncam-Look" nicht anspricht.

Bei Videoaufnahmen kann in den Kameraeinstellungen das Sichtfeld von "breit" auf "normal" gestellt werden. Diese Einstellung ist etwas irreführend im Menü unter "Anzeige" versteckt.

Gut gelingen auch Zeitraffer-Aufnahmen, obwohl man Blende, Belichtung oder ISO-Zahl auf keine fixen Werte einstellen kann. Alles läuft automatisch ab.

Die Audioqualität reicht leider nicht an das Bild heran. Das Mikrofon ist eigentlich empfindlich genug. Es nahm als Beispiel auch weiter entfernte Kuhglocken differenziert hell und klar auf. Aber nur so lange man nicht oder nur sehr langsam fährt und auch kein Wind ins Spiel kommt. Denn dann war ausser Windgeräuschen kaum noch etwas Anderes zu erkennen.

Es liegt zwar ein kleiner Windschutz bei, der wie ein Ziegenbärtchen aussieht, und aufgeklebt werden kann. Der dämpft die Geräusche ein wenig, ist aber nur bis 35 km/h zugelassen und darf zudem nicht nass werden. Besser wäre wohl ein übers Menü zuschaltbarer elektronischer Filter, der die tieferen Frequenzen abschneidet.

Manche werden zudem einwenden, dass bei einer Actioncam vor allem das Bild zählt, Ton ist Nebensache. Die Videoclips werden später eh mit rassiger – oder sagt man "hipper"? – Musik unterlegt.

Umso überraschter vom Ton waren wir auf dem Rückweg vom See, wo die Bandit das nasse Element kennengelernt hatte. Nun klangen die Mountainbike-Fahraufnahmen richtig gut und kamen beinahe ohne störende Windgeräusche daher. Des Rätsels Lösung: Ich hatte immer noch die wasserdichte Schutzlinse drauf, die auch die Mikrofonöffnung abdichtete und damit tiefere Töne wegfiltert.

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