20. August 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Licht und Schatten

Der kleine Bildsensor der GZ-R415 holt aus den rund 2,5 Megapixeln bei genügend Licht natürlich anmutende Bilder mit ausgewogenen Farben.

Die Quad-Proof-Camcorder filmen in Full-HD-Videoauflösung mit 1920 x 1080 Pixel. Modell GZ-R415 mit 50 Halbbildern pro Sekunde (50i) und in drei Qualitätsstufen. Beim GZ-RX615 kommt noch die progressive Aufnahme mit 50 Vollbildern (50p) hinzu.

Fotos können während der Videoaufnahme im Verhältnis 16:9 mit 1920 x 1080 Pixeln geknipst werden. Im Fotomodus beträgt die maximale Bildgrösse im 4:3-Seitenverhältnis 3680 x 2760 Pixel, dies entspricht rund 10,15 Megapixeln.

Der CMOS-Bildsensor der beiden Camcorder bringt auf der kleinen Fläche von 1/5,8 Zoll rund 2,51 Millionen Pixel unter. Wie wir wissen, bedeuten viele Pixel pro Fläche auch kleinere Zellen, und damit reduzierte Lichtempfindlichkeit und schnellere Farbverfälschungen bei grossen Helligkeitsunterschieden.

Ist wenig Licht vorhanden, muss die Elektronik zudem verstärkend eingreifen, und dies führt zu vermehrtem Rauschen im Bild. Durch manuelles Einstellen von Helligkeit, Gegenlichtkorrektur und Weissabgleich lässt sich die Bildqualität oft noch etwas verbessern, bzw. genauer der jeweiligen Situation anpassen. Wenn genügend Zeit fürs Ausprobieren vorhanden ist.

Im Allgemeinen ist dies jedoch nicht nötig, denn die intelligente Automatik der beiden Kameras arbeitet erstaunlich gut. Schmunzelnd habe ich im Handbuch zu diesem Thema folgenden Satz gelesen: "Sie können aufnehmen, ohne über die Einstellungsdetails nachzudenken!"

Videoaufnahmen und Fotos bei viel Licht und keinen grossen Helligkeitssprüngen kamen angenehm ausgewogen und natürlich daher. Für mich persönlich vielleicht ein wenig zu flau. Auch bei Innenaufnahmen passte sich die Automatik gut den Lichtbedingungen an.

Ausgewogene Lichtverhältnisse bringen natürliche Aufnahmen. Video-Standbild aus der GX-R415.
Bei dieser Innenaufnahme erkannte die Automatik die Leuchtstoffröhren-Beleuchtung und schaltete auch auf Makro um. Bereits sind leichte Störungen und Rauschen vorhanden.

Grosse Hell-dunkel-Übergänge quittieren die kleinen Bildsensoren mit blauen, grüngelben oder violetten Farbsäumen in den Aufnahmen. Weisse Bereiche werden überstrahlt und haben keine Strukturen mehr.

Bei Aufnahmen unter Wasser wird das Licht noch zusätzlich abgeschwächt. Je nach Sonnenstand oder künstlicher Beleuchtung und Tauchtiefe können die Bilder noch überzeugen oder wandern gleich per Löschfunktion in die ewigen digitalen Jagdgründe.

Zu grosse Helligkeitsunterschiede: Weisse Flächen zeigen keine Strukturen mehr und Farbsäume entstehen. Besonders deutlich im oberen Bildbereich links und in der Mitte sichtbar.
Voller Unterwasser-Einsatz für die Kamera. Hier wird das Licht durch Fenster gedämpft und das automatische Scharfstellen durch Wasser erschwert. Trotz leichtem Bildrauschen für Trainingszwecke noch gut zu verwenden.
Bei richtigem Sonnenstand zeigt auch der sonst trübe Waldsee etwas von seiner Unterwasser-Flora.

Bei aller Kritik darf man nicht vergessen, dass die Optik zusätzlich durch eine Glasabdeckung geschützt ist. Hier muss sich das Licht erst mal durchkämpfen, bevor es auf Pixel und Elektronik trifft. Spiegelungen oder Linsenflecken verursacht durch dieses Glas waren jedoch sehr selten auszumachen.

Dieses Schutzglas erschwert auch die Arbeit des Autofokus. Doch er stellte mehrheitlich zügig und genau scharf, nur bei schnellerer Fahrt und an der Wassergrenze hatte er manchmal Mühe, an einem Objekt dranzubleiben. Abhilfe schafft hier das Filmen im Weitwinkelbereich.

Dieser ist seinen 40,5 mm (35 mm KB-Vergleich) im Gegensatz zu den Actioncams deutlich enger ausgefallen und zeigt damit auch nicht die typischen nach innen verbogenen Bildkanten.

Ein Stereomikrofon befindet sich gleich unterhalb des Objektivs. Es ist ausreichend empfindlich und nimmt neben der Umgebung auch das Hantieren und Einstellen am Kameragehäuse klar und deutlich mit auf.

Beim Eintauchen des Camcorders ist zuerst ein dezentes Gurgeln zu hören. Dann werden die Unterweltgeräusche etwas gedämpft aufgezeichnet und hören sich oft lustig oder geheimnisvoll an.

Der Tonpegel lässt sich auf dem Display anzeigen, die Zoom-Funktion des Mikrofons ist abschaltbar und der Pegel kann in drei Stufen grob eingestellt werden.

Eine WiFi-Funktion gibt es nur beim Modell GZ-RX615. Hier kann zum einen das Smartphone oder Tablet als Fernbedienung eingesetzt werden, zum andern können Aufnahmen via Smartphone und Internet live zu einem beliebigen Ziel übertragen werden.

Auch umgekehrt funktioniert es, dann dient der Camcorder auch als Überwachungskamera, und die Bilder werden laufend auf ein Handy übertragen (Babyphone-Funktion). Mittels JVC-Everio-Sync-Software erfolgt die Anbindung entweder direkt von Kamera zu Smartphone oder bei der "Innenüberwachung" über ein WLAN und bei der "Aussenüberwachung" über den dynamischen JVC-DNS-Service, bei dem man sich natürlich erst mal registrieren muss.

Eine weitere Anwendung ist die Synchronisierung der Bilder mit Standortdaten, wenn bei den Aufnahmen ein GPS-taugliches Smartphone dabei war. Bei WiFi-Verbindungen wird von progressiven 50p-Aufnahmen automatisch auf das weniger datenintensive 50i hinuntergeschaltet.

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