20. August 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Manuelle Tücken

Manuelles Fokussieren per Fingertippen auf das Display ist sehr schwierig (Abb. links). Etwas besser geht es mittels Objekterkennung (Person, Farbe, Bereich) und automatischer Belichtungs- und Schärfe-Nachführung (Abb. rechts).

Wer manuelle Einstellungen bevorzugt und die Automatik verlässt, muss sich bewusst sein, dass auch diese nur über das Touch-Display anzupassen sind. Beispiel manueller Fokus: Es werden die beiden typischen Symbole "Berg" und "Einzelperson" angezeigt. Das Scharfstellen muss über den eingeblendeten Schieberegler per Fingerdruck erfolgen, da es weder Schärfering, -rädchen oder -tasten gibt.

Ein Bestätigungsdruck auf "Einst.", was immer diese Abkürzung auch bedeuten mag, fixiert die Scharfstellung, und der Schieberegler verschwindet und macht Platz für den Zoomregler.

Um erneut zu fokussieren, muss erst wieder das manuelle Menü und die Funktion "manueller Fokus" gewählt werden. Bis dahin ist das anvisierte Objekt längst aus der Schärfe raus.

Etwas Hilfe bringt hier die "Touch-Erkennung", die die Belichtung und Schärfe auf dem per Fingerzeig bestimmten Bereich (Gesicht, Farbe oder Bereichswahl) nachführt.

Die meisten übrigen manuellen Einstellungen funktionieren jedoch so, wie man es sich gewohnt ist. Beim manuellen Weissabgleich gibt es neben den bekannten Symbolen wie Sonne, Wolken, Glühbirne oder Leuchtstoffröhre zwei spezielle Unterwasser-Einstellungen mit Fischli-Symbolen.

Je nach Aufnahmeort und Wassertiefe wählt man zwischen «Unterwasser blau» oder «Unterwasser grün» aus. Die Kamera versucht dann, die Farben unter Wasser für eine möglichst natürliche Darstellung anzupassen.

Starten und Stoppen der Videoaufnahme und die Fotoauslösung sind statt Drücken der einzigen Taste am Gerät auch per Fingertipp am Display möglich. Mit dem kleinen, feinen Unterschied, dass beim Fotografieren via Display fokussiert wird, solange das Symbol gedrückt bleibt. Erst nach Wegnehmen des Fingers wird ausgelöst, während beim Drücken des Auslösers sofort fotografiert wird.

Die Menü-Punkte "Aufnahmeeffekt" und "Animationseffekt" lassen darauf schliessen, dass die JVC-Quad-Proof-Camcorder nicht unbedingt die actionversessenen Extremsportler und Powerfrauen im Visier haben, sondern eher die gemütlicheren Freizeitaktivisten und Familien mit Kindern.

Unter "Aufnahmeeffekt" lassen sich "Körnig Monochrom", "Essen" und "Baby" auswählen. Für "filmartig monochrome" Bilder, für "appetitlich aussehende" Lebensmittelbilder und zur "Betonung der Schönheit und Weichheit von Babys Haut". So die Beschreibung im Handbuch.

Beim "Animationseffekt" hat sich wohl ein kindlicher Nachwuchsprogrammierer (der mit Baseball-Chäppli und Spitzbärtli, oder war es ein Pferdeschwänzli) ausgetobt. Da gibt es rosa Herzli, gelbe Sunneblüemli, bunte Notensymbole und glitzernde Sternli auszuwählen, die dann liebevoll animiert über den Bildschirm huschen, wenn ein Lächeln erkannt oder das Display berührt wird. Wem es denn gefällt.

Brauchbarer sind die automatischen Aufnahme- und Wiedergabemodi, die sich mit einstellbaren Intervallen, Zeitmessungen und Zeitlupenfunktion ideal zur Kontrolle von (eigenen) Sportaktivitäten eignen.

Der Bildstabilisator kennt drei Zupack-Stufen. Normalerweise reicht die erste völlig aus. Die zweite kommt vor allem im Weitwinkelbereich zum Tragen. Die dritte Stufe darf mit Vorsicht genossen werden, da hier der dynamische Zoom nicht mehr zur Verfügung steht und sich die Bildauflösung verkleinert. Zudem "zieht" das Bild beim Schwenken verzögert hinterher.

Körnige Videos in Schwarzweiss und optimierte Essens- und Baby-Szenen verspricht der Aufnahme-Effekt (Abb. links). Jööh-Momente gibt es mit den Animationseffekten (Abb. rechts).
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