20. August 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Schlammbäder sind gesund

Immer gründlich prüfen. Hier könnten Wasser, Dreck und Staub eindringen: Hintere Abdeckung mit weisser, wasserdichter Versiegelung, Zoomwippe und Display-Scharnier.

Für alle, die zum ersten Mal eine solche Quad-Proof-Kamera in den Händen halten, braucht es etwas Mut und gut zureden, um sie "einfach so" ins und unters Wasser zu nehmen. Man möchte ja nichts kaputt machen.

Ist diese Hemmung mal überwunden, machten die beiden Camcorder einen Riesenspass. Natürlich gibt es gegenüber «richtigen» Actioncams Grenzen bei der Anwendung. Aber es ist schon erstaunlich, wie problemlos die Kameras auch "härtere Strapazen" unbeschadet überstanden.

Quad-Proof-Camcorder sind wasserfest nach IEC-Standard 529, IPX8 und IPX6. IP steht als Abkürzung für "International Protection" oder "Ingress Protection" (Schutz gegen Eindringen). X8 und X6 bedeuten, dass die Kamera in einer Wassertiefe von maximal fünf Metern höchstens 30 Minuten lang verweilen darf, ohne Schaden zu nehmen.

Das tönt nach wenig, doch für Einsätze im Pool, am Strand oder beim Schnorcheln reicht es allemal. Der naheliegende Waldsee gab so einiges preis von seiner Unterwasserflora. Und auch das Hallenbad zeigte sich aus einer etwas anderen Perspektive.

Bevor es unter Wasser geht, muss sichergestellt werden, dass alle Schotten dichtgemacht wurden. Besonders die wasserdichte Versiegelung sollte auf Beschädigungen überprüft werden. Auch Haare, Schmutz, Sand oder Staub an den Kanten der hinteren Abdeckung sind zu entfernen. Zudem sollte nach dem Schliessen die rote Markierung an der Abdeckungsverriegelung nicht mehr sichtbar sein.

Auf dem Rückweg durch den Wald lagen da zwei tiefe Traktorspuren, verführerisch mit Wasser und Schlamm gefüllt. Das durfte ich mir selbstverständlich nicht entgehen lassen. So bekam der JVC GZ-R415 einige Schlammbäder verpasst. Und der Tester bekam selbst noch eine Schlammpackung ab, so spritzte der Dreck auf.

Die Rache des Camcorders. Noch lacht der Tester, bevor er seine eigene Schlammpackung abkriegt. Aufnahme aus Sicht der JVC GZ-R415.
Auch diese schlammige Tortur überstand der Camcorder unbeschadet.

Zuhause wurde die Kamera gründlich mit frischem Wasser abgebraust und dann trockengelegt, genau nach Vorschrift. Bei allen Prozeduren drang absolut kein Wasser ein und der Camcorder lief jeweils fröhlich weiter.

Zwar fielen auch nach intensiver Reinigung noch Tage danach ab und zu kleine Reste wie Rindenstücke oder sonstige "Waldbestandteile" vor allem beim Klappmechanismus des Display heraus, aber es hielt sich in Grenzen.

Der Akku hält auch bei längeren Touren erfreulich lange durch. Die ungefähre Leistung gemäss Manual beträgt gut zweieinhalb Stunden, abhängig von Displayhelligkeit und Aufnahmeformat. Dennoch schade, dass man ihn nicht wechseln kann, denn für eine volle Ladung muss er, das heisst die gesamte Kamera, für rund sechs Stunden ans Netz.

Interessant ist die Möglichkeit, mit geschlossenem Monitor zu filmen. Man kontrolliert kurz das Aufnahmebild und klappt dann das Display ein, wenn der nun rundum geschützte Camcorder am Bike oder Helm montiert wurde.

Trotz des leichten Gewichts von 290 Gramm ist der Camcorder immer noch rund 100 Gramm schwerer als eine kompakte Actioncam im Schutzgehäuse. Dies ist vor allem bei höheren Geschwindigkeiten zu berücksichtigen. Durch die grössere Fläche ist zudem noch mehr Windbeeinflussung möglich.

Die Quad-Proof-Camcorder besitzen ein genormtes ¼-Zoll-Stativgewinde. Damit können sie auf das gesamte Sortiment an Befestigungszubehör für Foto- und Videokameras zugreifen. Es sind keine herstellereigenen Halterungen nötig.

Ab unter die Brause. Reinigung der Kamera nach Einsatz im Dreck und Schlamm.
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