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Testbericht · Nikon · Systemkameras

Mehr Foto- und Videoleistung

Test: Spiegellose Vollformatkamera Nikon Z6 III

Von Hanspeter Frei · · Seite 2 von 4

Fotoeinsatz

Übersichtlich: Die Nikon Z6 III lässt sich über das Funktionswahlrad links und die beiden Einstellräder rechts hinten und rechts vorne sowie viele Direkttasten zügig und sicher bedienen.Übersichtlich: Die Nikon Z6 III lässt sich über das Funktionswahlrad links und die beiden Einstellräder rechts hinten und rechts vorne sowie viele Direkttasten zügig und sicher bedienen.

Wer die Z6 III in die Hand nimmt, spürt sofort die robuste Bauweise und die hochwertige Verarbeitung des Gehäuses, die Nikon auch seinen Kameras im Mittelfeld zukommen lässt. Die Z6 III ist zwar kein Leichtgewicht, doch durch den etwas «bauchigeren» Griff lag sie mir noch besser in der Hand als die Z6 II.

Nikon-Fotografinnen und -Fotografen werden sich bei der Bedienung der Z6 III sofort heimisch fühlen. Wer von einer früheren Z6 oder Z7 kommt, wird nach einigen Fehlgriffen auf die Taste für die Aufnahmebetriebsart anstatt der Wiedergabe die geänderte Tastenposition an der Z6 III schnell intus haben.

Für Nikon-Neulinge gibt die Kamera auch keine Rätsel auf. Links finden sie das Funktionswahlrad mit den bekannten «PSAM»-Einrastungen sowie drei Abruftasten für gespeicherte Benutzereinstellungen (U1 bis U3). In der grünen «AUTO»-Position lässt sich gleich sorglos losfotografieren oder -filmen. Die Kamera wählt hier zusätzlich zu Belichtungszeit und Blende auch andere Einstellungen wie Weissabgleich, Bildprofil und Belichtungsmessung automatisch.

Rechts vom Sucher gibt es ein beleuchtbares Schulterdisplay, das die wichtigsten Kamera-Parameter anzeigt. Daneben folgt das hintere Einstellrad und rechts vorne befinden sich die Tasten für Videostart, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungskorrektur. Unter dem Ein-/Ausschalter und dem Auslöser sitzt das vordere Einstellrad.

Drehen oder Tippen: Die Nikon Z6 III lässt sich über Direkttasten und Einstellrädchen oder den Touchscreen bedienen.Drehen oder Tippen: Die Nikon Z6 III lässt sich über Direkttasten und Einstellrädchen oder den Touchscreen bedienen.

Rädchen, Tasten oder Display

Auf der Rückseite befinden sich die von Nikon gewohnten Tasten für Menüsteuerung und Bildwiedergabe. Ein Joystick, von Nikon als «Sub-Wähler» bezeichnet, ist oberhalb der «i»-Taste platziert. Mit ihr wird das «i-Menü» zur Änderung wichtiger Werte aufgerufen.

Man kann die Z6 III über die vielen Direkttasten und mechanischen Einstellrädchen bedienen, was am schnellsten geht. Für die Smartphone-Generation oder Fingertipper sind die meisten Funktionen auch über den Touchscreen zugänglich.

Die Nikon Z6 III lässt sich zudem in weiten Teilen auf die eigenen Foto- und Videogewohnheiten hin konfigurieren. Man kann Tastenfunktionen ändern und die Auswahl bevorzugter Anzeigen bei Aufnahme und Wiedergabe festlegen. Der Inhalt des «i-Menüs» kann ebenfalls selber bestimmt werden, sogar unterschiedlich für Fotografieren und Filmen. Häufig benutzte Einstellungen sind über drei Benutzerspeicher sofort wieder abrufbar, oft gebrauchte Menüpositionen sammelt man unter «Mein Menü».

Besitzt das eingesetzte Objektiv einen Einstellring, kann auch dieser mit verschiedenen Funktionen belegt werden, zum Beispiel mit der Blendensteuerung.

Schnellzugriff: Das i-Menü-Angebot der Nikon Z6 III lässt sich vom Benutzer anpassen. Getrennt nach Foto- und Video-Einsatz.Schnellzugriff: Das i-Menü-Angebot der Nikon Z6 III lässt sich vom Benutzer anpassen. Getrennt nach Foto- und Video-Einsatz.

Autofokus und Motivwahrnehmung

Die Nikon Z6 III erkennt bei Foto- und Filmaufnahmen unterschiedliche Motive. Diese von Nikon als «Motivwahrnehmung» bezeichnete Erkennung kann automatisch erfolgen oder auf Personen, Tiere, Verkehrsmittel oder Flugzeuge fixiert werden. Natürlich lässt sie sich auch ganz abschalten. Eine eigene «Vögel»-Motiverkennung gibt es nicht.

Das Verhalten der automatischen Fokussierung lässt sich dem Motiv anpassen. Einzel- oder Dauerfokus, Art und Grösse des Messfelds sowie die AF-Geschwindigkeit und Tracking-Empfindlichkeit können verändert werden.

Durch den neuen Sensor und den schnelleren Prozessor werden sowohl Motiverkennung als auch Scharfstellung um einiges beschleunigt. Bei Schnelligkeit und Treffsicherheit überholt die Z6 III die AF-Leistung einer Nikon Z 6II ohne Probleme. Im Vergleich mit einer Nikon Z8 oder Z9 muss sie sich jedoch geschlagen geben.

Motivwahrnehmung: Der Autofokus der Nikon Z6 III erkennt Motive automatisch oder kann für Personen, Tiere, Fahrzeuge oder Flugzeuge fixiert werden.Motivwahrnehmung: Der Autofokus der Nikon Z6 III erkennt Motive automatisch oder kann für Personen, Tiere, Fahrzeuge oder Flugzeuge fixiert werden.

Es stehen 299 Fokusmessfelder für die automatische Messfeldsteuerung und 273 für den Einzelfeld-AF zur Verfügung. Das Fokusfeld lässt sich mit dem Joystick, den Cursortasten oder per Fingertipp direkt auf dem Touchdisplay positionieren.

Werden bei der Personen-Wahrnehmung mehrere Gesichter oder Augen erkannt, kann per Pfeiltasten das gewünschte ausgewählt werden. Bewegt sich ein erkanntes Gesicht, wird es von der Kamera verfolgt und der Fokus nachgeführt.

In der Praxis gelang die Erkennung bei freiem Blickfeld auch bei weniger Licht problemlos und schnell. Augen und Gesichter wurden durch Haarsträhnen, Äste oder Laub hindurch meistens zügig scharf gestellt. Hier waren oft die Grösse des Motivs und der Kontrast zum Hintergrund ausschlaggebend, ob die Kamera das richtige Ziel fand.

nikon_z6iii_menue_71_605.jpg
Nikon Z6 III AF-Motiverkennung: Flugzeug erkannt und auf Cockpitfenster scharfgestellt.
Bei genügend grosser Abbildung wird mit der Tier-Motiverkennung der Nikon Z6 III auch beim kleinen Spatz das Auge meistens erkannt und fokussiert.
Trotz Tier-Motiverkennung hat die Nikon Z6 III manchmal etwas Probleme mit der Augenerkennung.
Tier-Motiverkennung und AF-Tracking: Die Nikon Z6 III verfolgt den Vogel auch durch Blätter und Äste hindurch
Bei der Personen-Motiverkennung mit Fokussierung aufs Auge gab sich die Nikon Z6 III keine Blössen und funktionierte zuverlässig.
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Dauerfeuer

Die Nikon Z6 III ermöglicht Serienbilder in RAW und JPEG mit bis zu 14 Bildern pro Sekunde mit dem mechanischen Verschluss. Mit elektronischem Verschluss sind bis zu 20 Fotos pro Sekunde drin. Noch schneller gehts mit Highspeed-C30, -C60 und -C120, dies jedoch nur im JPEG-Format. Bei C120 zudem nur im APS-C- und nicht im Vollformat, was dann noch rund 10 MP Auflösung entspricht. Die Zahl hinter dem «C» steht für die Bilder pro Sekunde. Ob mechanisch oder elektronisch: Die Serienaufnahmen erfolgen immer mit kontinuierlicher Schärfe- und Belichtungsnachführung!

Diese Serienbildraten der Z6 III dürften auch vielen Sport-, Wildlife- und Actionfotografen genügen. Dank Klappdisplay kann das AF-Feld dabei nicht nur per Joystick schnell positioniert werden, sondern auch per Finger auf dem Display, während man durch den Sucher schaut. Ich kam jedoch beim Ausprobieren nicht so richtig klar damit. Oft kam mir meine grosse Nase in die Quere oder mein Daumen war zu kurz, um bequem die Touchfläche zu erreichen.

Durch die neue Sensor/Prozessor-Kombination der Z6 III ist bei schnellen Serienbildern mit elektronischem Verschluss der bei bewegten Motiven oder Kameraschwenks oft auftretende Rolling-Shutter-Effekt (verzerrte senkrechte Linien) gegenüber den Vorgänger-Kameras kaum mehr sichtbar. Im Bild unten wurde im Serienbildmodus und AF-C den Autos nachgeschwenkt. Strassenschilder und Bahnmasten bleiben senkrecht und werden nicht verzerrt abgebildet.

Verzerrungsfrei: Die neue Sensor/Prozessor-Kombination der Nikon Z6 III reduziert den Rolling-Shutter-Effekt (verzerrte senkrechte Linien) bei bewegten Motiven oder Serienbildern mit Kameraschwenks aufs Minimum und ist kaum mehr sichtbar.Verzerrungsfrei: Die neue Sensor/Prozessor-Kombination der Nikon Z6 III reduziert den Rolling-Shutter-Effekt (verzerrte senkrechte Linien) bei bewegten Motiven oder Serienbildern mit Kameraschwenks aufs Minimum und ist kaum mehr sichtbar.

Bildgrössen und Qualität

Die Z6 III besitzt zwei Speicherkartenfächer, eines für eine CFexpress- oder XQD-Speicherkarte und ein weiteres Fach für eine SD-Speicherkarte. Vom Einbau eines winzigen Micro-SD-Steckplatzes wie bei der Nikon Z f hat man sich zum Glück wieder verabschiedet.

Die Anschlüsse zu Aussenwelt befinden sich an der linken Kameraseite und die bewährte Anordnung der Z6 II wurde übernommen. Ein Mikrofon-Eingang, neu auch auf Line-Signale umschaltbar, ein Kopfhörer-, ein USB-C-, ein Zubehör- sowie ein HDMI-Anschluss sind vorhanden. Der HDMI-Anschluss hat nun die robuste Standardgrösse (Type A) und nicht mehr die kleinere Typ-C-Ausführung wie bei Z6 II und Z7 II.

Die Z6 III kommuniziert kabellos über WiFi (IEEE 802.11b/g/n/a/ac) sowie Bluetooth 5.0. Die SnapBridge-App verbindet Kamera und Mobilgerät, das eingebaute WLAN Computer oder FTP-Server. Bilder lassen sich auch direkt nach der Aufnahme automatisch hochladen.

Neu im Netzwerkmenü der Z6 III ist der «Nikon Image Cloud»-Reiter. Der kostenlose Cloud-Service von Nikon ermöglicht die Bildübertragung von der Kamera, automatische Firmware-Updates und den Bezug von kostenlosen Farbprofilen. Nach einer einmaligen Einrichtung stellt die Kamera die Verbindung automatisch her, sobald sie eingeschaltet wird.

Mit der Nikon-Software NX-Tether kann die Kamera von einem Computer aus gesteuert werden. Das ferngesteuerte, synchrone Auslösen mehrerer Kameras ist auch möglich.

Schwierig einzuordnen: Ist die Nikon Z6 III eine Hybrid-Kamera für jedermann?Schwierig einzuordnen: Ist die Nikon Z6 III eine Hybrid-Kamera für jedermann?

Was schrieb ich beim Fazit der Nikon Z f? «Wer sich mit der Drehrädchen-Bedienung und dem Oldie-Look der Kamera nicht so recht anfreunden kann, wartet wohl besser auf eine Nikon Z6 Mark III. Die sollte dann alle technischen Leckerbissen der Z f in einem modernen Gehäuse mitbringen.»

Nikon hat meine Voraussagungen bei weitem übertroffen. Die Serienbild-Leistung und das AF-System wurden gegenüber der Z6 II um ein Vielfaches verbessert und vor allem bei den Videofunktionen wurde richtig Dampf gemacht. Da steht auch eine Z f etwas blass daneben.

Wer jedoch alle neuen Möglichkeiten bei den Videoformaten optimal nutzen möchte, kommt nicht umhin, sich Fachwissen anzueignen und das Handbuch zu studieren. Also eher eine Kamera für Videospezialisten?

Doch auch im Fotosektor hat die Z6 III einige interessante Neuheiten vorzuweisen. Wer mit der 24-Megapixel-Auflösung leben kann, erhält eine ausgezeichnete Kamera für Fotojournalismus, Wildlife-, Sport- und Eventfotografie.

Und da wäre noch der Preis. Wer als Beispiel Landschaften in hoher Auflösung fotografiert, der ist mit einer Z7 II besser und günstiger bedient. Wer die hohe Auflösung auch noch schnell haben möchte, besorgt sich eine Z8, die zurzeit für knapp 600 Franken mehr ein sehr attraktives Angebot darstellt.

Wird etwas mit den «Picture Control»-Profilen und «Hautverschönerungen» herumgespielt und verschiedene Kombinationen ausprobiert, lassen sich «fertige» Porträts ohne Retusche direkt aus der Z6 III ausgeben. Die «Picture Control»-Konfigurationen können zudem individuell angepasst (Schärfe, Kontrast, Lichter, Schatten etc.) und unter eigener Bezeichnung abgespeichert werden.

Schliesslich lassen sich neu auch die von Nikon als «Bildbearbeitungs-Rezepte» bezeichneten Profile von der «Nikon Imaging Cloud» herunterladen und auf eigene Fotos anwenden. Da sich «Picture Control»-Profile nur auf JPEGs auswirken, besitzt man immer noch eine unveränderte RAW-Datei, wenn man in JPEG+RAW fotografiert.

«Picture Control»-Profile wirken auch auf Videoaufnahmen, ausser bei N-Log- und HLG-Filmen. Im Videoaufnahmemenü kann über die Option «Gemäss Fotoeinstellungen» bestimmt werden, ob die für Fotos gewählte «Picture-Control»-Konfiguration auch für Filme gelten soll.

Neben den grundlegenden «Picture-Control»-Konfigurationen wie «Automatisch», «Neutral», «Monochrom» oder «Landschaft» sind noch 20 «Creative Picture Control»-Stile auswählbar. Sie bieten individuelle Kombinationen aus Farbton, Helligkeitsverteilung und Sättigung sowie anderen Einstellungen für besondere Effekte und heissen etwa «Ausgewogen», «Traum», «Morgen», «Pop», «Sonntag», «Verblichen», «Jeans», «Pink», «Holzkohle» oder «Russ».


Für die Bilderstrecke wurden die originalen JPEG-Dateien direkt aus der Nikon Z6 III genommen und nur auf Web-Grösse reduziert. Bemerkungen bei den Bildern: Verwendete Objektiv-Brennweite; Belichtungsmodus Auto = Automatik, P = Programm, A = Blendenvorwahl bzw. Zeitautomatik, S = Zeitvorwahl bzw. Blendenautomatik, M = manuelle Einstellung; Blende; Verschlusszeit; ISO-Wert; Weissabgleich; «Picture Profile»; spezielle Anmerkungen. Die Nikon Z6 III besass die Firmware-Version 1.00.

Nikon Z6 III, Z 180-600 mm, Brennweite 600 mm, S, f/6.3, 1/800 sec., ISO 125, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm, Brennweite 600 mm, S, f/32, 1/2000 sec., ISO 10000, WB Auto, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm, Brennweite 600 mm, S, f/6.3, 1/2000 sec., ISO 125, WB Auto, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 14-30 mm, Brennweite 30 mm, Auto, f/16, 1/250 sec., ISO 200, WB Auto, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 14-30 mm, Brennweite 30 mm, Auto, f/11, 1/250 sec., ISO 200, WB Auto, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 14-30 mm, Brennweite 14 mm, Auto, f/5, 1/500 sec., ISO 100, WB Auto, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 14-30 mm, Brennweite 20.5 mm, S, f/4.5, 1/500 sec., ISO 100, WB Auto, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 24-120 mm, Brennweite 59 mm, S, f/4, 1/800 sec., ISO 280, WB Auto, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 24-120 mm, Brennweite 120 mm, Auto, f/4, 1/250 sec., ISO 8000, WB Auto, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 24-120 mm, Brennweite 120 mm, M, f/8, 1/1000 sec., ISO 640, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 24-120 mm, Brennweite 120 mm, M, f/8, 1/1000 sec., ISO 140, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 24-120 mm, Brennweite 120 mm, M, f/8, 1/1000 sec., ISO 400, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 840 mm, M, f/9, 1/640 sec., ISO 360, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 640 mm, M, f/8.5, 1/640 sec., ISO 560, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 252 mm, M, f/8, 1/640 sec., ISO 100, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 530 mm, M, f/8.5, 1/640 sec., ISO 140, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 400 mm, M, f/8, 1/640 sec., ISO 200, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 252 mm, M, f/8, 1/200 sec., ISO 640, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 650 mm, M, f/8.5, 1/250 sec., ISO 280, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 840 mm, M, f/9, 1/250 sec., ISO 220, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 650 mm, M, f/10, 1/110 sec., ISO 280, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 252 mm, M, f/10, 1/160 sec., ISO 220, WB Wolken, «Picture Profile» Auto.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 550 mm, M, f/9, 1/2000 sec., ISO 1100, WB Sonne, «Picture Profile» Standard.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 840 mm, M, f/9, 1/2000 sec., ISO 1400, WB Sonne, «Picture Profile» Standard.
Nikon Z6 III, Z 180-600 mm TC 1.4x, Brennweite 252 mm, M, f/9, 1/2000 sec., ISO 1100, WB Sonne, «Picture Profile» Standard.
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Bearbeitung in RAW und Spezialfunktionen

Fotografiert man im RAW- oder JPEG+RAW-Format ist eine nachträgliche Bearbeitung der Aufnahme direkt in der Kamera möglich. Die Werkzeugauswahl reicht dabei von Beschneiden, Verkleinern, Ausrichten über verschiedene Korrekturen bis hin zu Filtereffekten und «Picture Control»-Profilen. Auch eine «D-Lighting»-Einstellung ist nachträglich veränderbar. Bearbeitete Fotos werden als neue JPEG-Varianten gespeichert, die originale RAW-Aufnahme bleibt unangetastet.

Dieselbe nachträgliche Bearbeitung ermöglicht auch die Nikon-Software NX-Studio. An einem grossen Bildschirm gehen die Anpassungen doch um einiges komfortabler vonstatten als in der Kamera.

Die Nikon Z6 III beherrscht an speziellen Funktionen verschiedene automatische Belichtungsreihen, Mehrfachbelichtung, Langzeitbelichtung, Intervallaufnahme, Zeitraffervideo, die bereits erwähnte Pixelverlagerung sowie Aufnahmen mit Fokusverlagerung.

Die Z6 III kann sowohl HLG- als auch HDR(I)-Fotos aufnehmen. HDR (High Dynamik Range) ist ein Bildgebungsverfahren, das einen grösseren Bereich an Tonwerten (Dynamikbereich) in den Mitteltönen und Lichtern unterstützt als üblich. Das Verfahren ist nicht zu verwechseln mit HDR-Aufnahmen, bei denen mehrere unterschiedlich belichtete Fotos miteinander verschmolzen werden (HDRI, High Dynamic Range Imaging). Dies beherrscht die Z6 III auch und wird im Menü «HDR-Überlagerung» eingestellt.

Hybrid Log Gamma (HLG) ist ein HDR-Monitorstandard und wird im «Tonmodus»-Menü der Z6 III ausgewählt. HLG-Fotos werden im Format HEIF (Erweiterung «*.HIF») gespeichert. Für die optimale Tonwertwiedergabe beim Anschauen von HLG-Bildern sollten Monitore, Computer, Betriebssysteme, Programme und sonstige Komponenten HLG-kompatibel sein.

Die Bezeichnung «Tonmodus» ist etwas verwirrend und hat nichts mit Musik oder sonstigem Audio zu tun. Es ist der «Tonwert» oder «Dynamikbereich» der Bilder gemeint. Hier wurde einfach der englische Ausdruck «Tone Mode» etwas unglücklich übersetzt.

Spezialfunktionen: Die Menüauswahl der Nikon Z6 III für spezielle Anwendungen.Spezialfunktionen: Die Menüauswahl der Nikon Z6 III für spezielle Anwendungen.

Interessant bei Serienaufnahmen ist auch das «Pre-Release Capture». Hier schreibt die Z6 III bis maximal 90 Sekunden fortlaufend Fotos in den Zwischenspeicher, bevor die eigentliche Aufnahme erfolgt.

Damit lassen sich unvorhersehbare Ereignisse wie zum Beispiel der Abflug eines Vogels einfangen, ohne vorher unzählige Bilder im «Dauerfeuer» zu verschiessen. Leider können bei dieser Option die Bilder nach wie vor nur in JPEG und nicht in RAW gespeichert werden. Liebe Nikon, bitte im nächsten Firmware-Update ermöglichen, auch für die Z8 und Z9.

Der Autor Hanspeter Frei

Hanspeter Frei ist der Foto- und Videospezialist von avguide.ch und einer der versiertesten Fachjournalisten seines Gebiets. Er testet Kameras, Objektive und Videotechnik.

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