TESTBERICHT
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Klangkünstler

Im Hörtest gefiel der Sony WF-1000XM3 mit seinem ausserordentlich guten Klang. Da hebt er sich deutlich von der Masse der Earbuds ab und kann auch gegenüber dem hauseigenen Vorgänger punkten. Vor allem im Hochtonbereich ist er nun mit seiner samtweichen Wiedergabe deutlich zurückhaltender, was sich bei jeder Art von Musik sehr angenehm auswirkt. Gleichzeitig agiert er in der Mittellage sehr transparent. Die Durchhörbarkeit ist auch bei klassischer Musik hervorragend. Tendenziell wünscht man sich vielleicht eine etwas breitere Klangbühne, aber das sind wirklich schon Details. Der Bassbereich ist wunderbar konturiert mit einer stilvollen Prägnanz.

Der Klang des WF-1000XM3 hat echt Klasse. Kein Dröhnen im Bass, keine nervenden Verfärbungen bei Stimmen, keine überzogenen Höhen. Das macht ihn auch auf langen Reisen zu einem angenehmen akustischen Begleiter, den man gerne mitnimmt.

Die Entwickler bedienten sich im breiten Fundus der Sony-Technologien und bearbeiteten das Audiosignal mit Algorithmen wie «ClearBass», einer Kombination aus Bassentzerrung und Kompressor sowie dem «DSEE HX», welches zusätzliche Werte in datenreduzierte Audiofiles interpoliert.

Der Sony WF-1000XM3 hat dank Bluetooth 5 eine sehr stabile Verbindung. Nimmt man ihn aus der Transportbox, verbindet er sich sogleich mit dem Smartphone.Der Sony WF-1000XM3 hat dank Bluetooth 5 eine sehr stabile Verbindung. Nimmt man ihn aus der Transportbox, verbindet er sich sogleich mit dem Smartphone.

Normalerweise bin ich keinen Freund von solchen «Klangverbesserern», aber welche Klangqualität Sony aus seinen In-Ears entlockt, hat Hand und Fuss. Beide Algorithmen bringen dezent eingesetzt einen deutlichen Gewinn.

Alles perfekt? Nein, nicht ganz. Leider gab man dem WF-1000XM3 keinen hochauflösenden Bluetooth-Audiocodec mit auf die Reise. Er kennt lediglich den standardmässigen und stark datenreduzierten SBC-Codec und den wenig besseren AAC für iPhone-Benutzer.

Schade, bieten doch alle Android-Smartphones ab Version 8 weit bessere Codecs wie aptX HD und LDAC an, die bereits ins Betriebssystem integriert sind. Mit LDAC hat Sony sogar den am besten klingenden Bluetooth-Audiocodec im Portfolio. Wieso man beim Sony WF-1000XM3 im Gegensatz zu den hauseigenen Over-Ear-Modellen darauf verzichtet, wollte Sony auf Anfrage nicht beantworten.

So ist es die Limitierung durch den SBC- und AAC-Codec in der Bluetooth-Übertragung, die ein noch besseres Klangerlebnis verhindert.

Die Messungen der Schalldruckkurve bestätigt der Höreindruck. Ab 4 kHz fällt die Amplitude ab. Entsprechend angenehm zurückhaltend klingt der Sony WF-1000XM3 im Hochtonbereich.Die Messungen der Schalldruckkurve bestätigt der Höreindruck. Ab 4 kHz fällt die Amplitude ab. Entsprechend angenehm zurückhaltend klingt der Sony WF-1000XM3 im Hochtonbereich.

Fazit

Mit dem WF-1000XM3 setzt Sony ein Statement unter der True-Wireless-In-Ear-Kopfhörern. Mit 249 Franken verlangt das Unternehmen einen satten Obolus, liefert dann aber fürs Geld einiges. Die hervorragende Klangqualität, das edle Design inklusive einer erstklassigen Verarbeitung, der Tragkomfort sowie die beeindruckende Akkulaufzeit überzeugen.

Die Geräuschunterdrückung hilft im Flugzeug und bei Bahnreisen, arbeitet aber nicht so effektiv, wie bei den Over-Ear-Kopfhörern von Bose oder Sony. Letztere verfügen auch über den hochwertigen LDAC-Bluetooth-Codec, den man beim WF-1000XM3 leider vermisst.

Übersicht zu diesem Artikel
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STECKBRIEF
Modell:
WF-1000XM3
Profil:
Edler True-Wireless-In-Ear Kopfhörer mit exzellenter Verarbeitung und hervorragendem Klang.
Pro:
Klangqualtiät
Hoher Tragkomfort
Lange Akkulaufzeit
Edle Materialien
Contra:
Hoher Preis
Keine aptX- und LDAC-Codecs
Preis:
249.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2019
Vertrieb:
Masse:
keine Angabe mm
Gewicht:
0,094 kg
Farbe:
Schwarz, Silber
Bluetooth:
Ja
Noise Cancelling:
Ja
True Wireless:
Ja
Wireless:
Ja
Bauprinzip:
In-Ear
Bluetooth Codecs:
SBC, AAC
Ladezeit:
1,5 h
Sprachsteuerung:
Google Assistant
Verwendungsdauer:
8 h