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Testbericht · Elac · Passiv-Lautsprecher

Diamant oder Perle?

Test: ELAC Vela BS 403 Regallautsprecher

Von Thomas Flammer · · Seite 2 von 2

Wiedergabequalitäten

Kleiner Lautsprecher, kleiner Sound? Nicht bei der Vela BS-403. Der 15-cm-Tieftöner ist als Langhubtreiber ausgelegt, was man unschwer an der breiten Sicke erkennen kann. Im Grenzbetrieb vollführt dieser Treiber beängstigende Hübe, aber ohne jegliche Störgeräusche. Die Präzision ist dann nicht mehr so hoch wie bei moderaten Lautstärken, was wohl mit der nicht ganz so lang gewickelten Schwingspule zusammenhängt.

Doch aus meiner Sicht ist der Kompromiss zwischen Maximalpegel und Wirkungsgrad gut gelungen. Im Hörtest standen immerhin zweimal 150 W RMS zur Verfügung. Nebst einer guten Grobdynamik brilliert die kleine Vela mit einem kultiviertem Sound bei moderaten Lautstärken – dies ist schliesslich ihr Hauptaufgabengebiet. Egal, ob Jazz-Klassiker, moderne Elektrosounds oder klassische Musik: Die Elac konnte mit einer guten Bühne auftrumpfen und spielte ausgewogen, mit einer leichten Betonung zu den obersten Höhen hin. Dies ist je nach Bedämpfung des Raumes gar nicht oder nur wenig feststellbar. Was weiter positiv ist: Der Lautsprecher klingt recht resonanzarm und musiziert dadurch weitestgehend verfärbungsfrei. Das liegt unter anderem daran, dass das Gehäuse praktisch keine parallelen Wände aufweist und somit im Innern keine stehenden Wellen entstehen können. Wie viele andere Zweiwegsysteme zeigt auch die Elac eine schöne Homogenität; der Klang wirkt aus einem Guss.

15-cm-Tiefmitteltöner mit starkem Antrieb und geschätzten +/-4 mm linearem Hub.15-cm-Tiefmitteltöner mit starkem Antrieb und geschätzten +/-4 mm linearem Hub.

Es stellt sich auch ab und zu die Frage, wie ein solch klassisches Lautsprecherkonzept gegenüber einem «All-in-One-Multiroom»-Lautsprecher abschneidet. Eine Vela BS-403 bietet zwar keine dynamischen Spielereien wie dies die DSP-gesteuerten Kollegen tun. Doch das massive Gehäuse der Elac macht sich deutlich bezahlt, die Verfärbungen sind dadurch sehr gering. Da können die «smarten» Kollegen aus Plastik nicht mithalten.

Mittels einem cleveren Streamingverstärker muss heute nicht auf eine dynamische Loudness verzichtet werden, da diese und ähnliche Funktionen solche Geräte teilweise auch beinhalten. Auch die Multiroom-Tauglichkeit ist gegeben, bieten doch die meisten Multiroom-Anbieter auch MR-Verstärker an, mit denen jedes konventionelle Lautsprecherpaar betrieben werden kann. Dann hat man das Beste aus beiden Welten.

Massives Bi-Wiring-Terminal und elegant im Aluminium-Fuss eingelassener Bassreflex-Kanal.Massives Bi-Wiring-Terminal und elegant im Aluminium-Fuss eingelassener Bassreflex-Kanal.

Fazit

Wer Wert auf kunstvolle Handfertigung legt, sollte sich die Vela BS-403 bei einem Fachhändler vorführen lassen und bei Gefallen auch dort kaufen. Es ergibt durchaus Sinn, auch die grösseren Modelle der Vela-Serie anzuhören: Es sind drei Standmodelle verfügbar sowie für Heimkino-Fans auch ein Centerspeaker. Elac hat mit dem BS-403 einen angenehmen, eher hell abgestimmten Regallautsprecher entwickelt, der den Hörer ein gutes Stück in die virtuelle Klangwelt hineinversetzt. Die kleine Vela ist zudem in ein elegantes Gewand verpackt. In diesem Sinn ist die hübsche Kielerin eine echte Perle.

Der Paarpreis für die Standardversion liegt 2320 Franken bei und für die Variante in Nussbaum bei 2420 Franken.

Steckbrief
ModellVela BS 403
Preis2,320.00 CHF
HerstellerElac
VertriebTelanor AG
Jahrgang2021
Masse362 x 191 x 240 mm mm
Gewicht7.1 kg
FarbeWeiss, Schwarz, Nussbaum (hochglanz)

Testurteil

9 / 10

Plus

  • edle Verarbeitung
  • toller Klang
  • made in Gemany JET Hochtöner
  • drei verschiedene Gehäusevarianten erhältlichoberes

Minus

  • Dekorelement etwas scharfkantig

Profil: Kompakter, edler Zweiweg-Regallautsprecher mit knackigem, verzerrungsarmem Sound. Die BS 403 kommt mit allem Musikstilen zurecht und zeigt, dass es auch 2021 mit Made in Gemany aufgeht!

Der Autor Thomas Flammer

Thomas Flammer schreibt für avguide.ch über Heimkino und Bildtechnik — Projektoren und Displays — und geht in Magazinbeiträgen Fragen zu Dynamik, Bandbreite und Raumakustik nach.

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