TESTBERICHT
Das Radiogerät 3sixty von Teufel. Das Radiogerät 3sixty von Teufel.

Am 6. Mai 2015 wurde bei avguide.ch letztmals über ein Radio berichtet. Über ein Gerät also, mit dem man fast ausschliesslich Radio hören kann. Allzu häufig kommt es nicht mehr vor, dass man über Radios berichtet und sie sogar einem Test unterzieht. Schade eigentlich, denn Radios waren nach den Phonografen, den frühen Plattenspielern, die ersten Geräte, mit denen man Musik hören konnte.

Dabei gibt es auf dem Markt unzählige Radioempfänger vieler Marken zu kaufen – und sie werden auch weiterhin gekauft, denn das klassische Radio ist einfach, praktisch und überall verfügbar. Nielsen Soundscan findet immer wieder, Jahr für Jahr, heraus, dass Radiohören die am weitesten verbreitete Art des Musikhörens ist. Noch nicht einmal die Nutzung der beliebten Streamingdienste kann dem Radio das Wasser reichen. Das verwundert nicht: Die Verbindung von Information und Musik ist unschlagbar.

Radio-Formate

Die vergangen 20 Jahre haben Radio revolutioniert. Das bewährte Format UKW wurde mit RDS erweitert: Das «Radio Data System» ermöglicht die Anzeige des Senders, nicht nur als Empfangsfrequenz, sondern auch als Text. Dazu kamen Informationen über Sendungen und Musiktitel.

Dann erlebten wir die Anfänge von DAB: «Digital Audio Broadcasting» ist ebenfalls terrestrisch, wie UKW, aber die Inhalte werden als Datenpakete gesendet und empfangen. Erfolg hatte DAB anfangs vor allem in Grossbritannien. Die Verbreitung von DAB erfolgte dort so schnell, dass man trotz der Einführung des besseren Formats DAB+ das «alte» DAB nicht abschalten konnte. Im Gegensatz zur Schweiz: Hierzulande guckten die frühen Käufer von DAB-Geräten in die Röhre. DAB wurde einfach abgeschaltet, und die meisten Geräte konnten nicht aufgerüstet werden.

Internetradio unterscheidet sich wesentlich von UKW und DAB: Hier wird nicht gesendet. Die Programme werden als Live-Streams auf Servern im Internet bereitgestellt und von den Hörern gestreamt. Da es bei Internetradio keine Begrenzungen durch Radiofrequenzen gibt, umfasst das Angebot heute tausende von Radioanbietern. Dazu gehören sowohl die etablierten Stationen als auch Themensender, auf denen fast nur Musik zu hören ist.

Obwohl UKW unter optimalen Empfangsbedingungen immer noch am besten klingen soll und zudem ohne Zeitverzögerung ankommt, gehört es langsam wohl zum alten Eisen.

Radiohören ist einfach schön

Der Reiz des Radiohörens hat aber nichts mit den Formaten zu tun. Es ist die Verbindung von Information und Musik, die es ausmacht. Es ist der Bezug zu Musikredaktoren und -moderatoren, denen man gerne zuhört. «Radio DJ» lautet das treffende Wort in Englisch. Es ist wohl auch das Element der Überraschung: Man weiss nicht, was als Nächstes gespielt wird, und man braucht nicht zu entscheiden, was man hören möchte.

Radio ist beliebt wie kein anderes Medium und wird kaum jemals aussterben. Ausser, wenn wir uns dazu entschliessen, die redaktionelle Qualität von Radioprogrammen und ihre Finanzierung neo-liberalen Weltansichten zu opfern. Dafür kann Teufel, der Hersteller des Radio 3sixty aber nichts. Er kann auch nichts dagegen ausrichten, aber er hat ein tolles Radiogerät gebaut!

Form und Funktion

Sieht aus wie ein Radio, ist ein Radio.Sieht aus wie ein Radio, ist ein Radio.

Radio 3sixty ist ein schönes Gerät und erinnert ein wenig an Radiogeräte vergangener Zeiten. Es ist dekorativ, wertig und hat eine schöne Anfassqualität dank der seidigen Haptiklackierung des soliden Kunststoffgehäuses. Die Lautsprecher sind unter einer Stoffbespannung verborgen, der Bass mit seiner Reflex-Öffnung strahlt nach unten.

Hochton- und Mitteltontreiber strahlen rundum ab, also 360 Grad. Daher der Name «Radio 3sixty». In der Tat hört man Sprache und Musik nahezu gleich ausgeglichen, egal, in welcher Position man sich zum Gerät befindet – ob davor, dahinter oder seitlich, im Sitzen oder im Stehen.

Basstreiber und Bassreflex strahlen gegen unten ab.Basstreiber und Bassreflex strahlen gegen unten ab.

Auch die Bedienelemente sind ganz «Radio-like» und weitgehend selbsterklärend. Bewusst wird auf Touchscreen und Ähnliches verzichtet. Der moderne Weltempfänger soll sich wie ein Radio anfühlen. Technologie darf getrost ins Innere verschwinden.

Zu einem Radio gehört eine (Teleskop-)Antenne. Sie befindet sich auf der Rückseite des Geräts. Dort ist auch der analoge AUX-Eingang zu finden. Daneben ein USB-Anschluss, der ausschliesslich dem Aufladen von Smartgeräten dient, und die Buchse für die Stromversorgung.

Das Netzteil ist extern, was ein wenig verwundert. Es hätte im Gehäuse problemlos Platz gefunden. Etwas lästig, wenn man schon wieder ein Steckernetzteil unterbringen muss. Einen Akku sucht man vergebens, das Gerät ist für stationären Betrieb ausgelegt. Natürlich kann man es an einen anderen Ort tragen, aber ein Mobilgerät ist es nicht.

Bedienung

Der Downfiring-Basstreiber strahlt mit 90 mm Durchmesser gegen unten ab – und so tut es auch die Bassreflex-Öffnung.Der Downfiring-Basstreiber strahlt mit 90 mm Durchmesser gegen unten ab – und so tut es auch die Bassreflex-Öffnung.

Radios soll man einfach bedienen können. Dieser Vorsatz ist eine der Stärken des Radio 3sixty. Bei erstmaliger Inbetriebnahme kommt der Setup-Assistent und fragt nach dem WLAN-Code, damit Internetradio und Spotify Connect in Gang gebracht werden können. Danach hat man Ruhe mit Setup.

Die Bedienung erfolgt über zwei Drehgeber und einige Tasten. Mit der Source-Taste gleich neben der Einschalttaste wählt man die Quelle: UKW, DAB+, Internetradio, Spotify, Bluetooth, Netzwerk oder die analoge Quelle – simpel. Gleich daneben befindet sich die Pairing-Taste für Bluetooth sowie fünf Speichertasten für die Lieblingssender – pro Radio-Format – oder für Spotify-Favoriten. Die nächste Taste ist für die Weckfunktion, dann folgen noch zwei Tasten für Titelsprung (z.B. in Playlisten von Spotify oder anderen Streamingdiensten).

Der linke Drehregler ist für die Lautstärke, der bei Druck die Stummschaltung aktiviert. Der rechte Drehregler («Select») dient der Senderauswahl und zum Scrollen durch die Menüs. Neben diesem Drehregler gibt es nochmals zwei Tasten: «Menu» für die unterschiedlichen Menüs sowie «Back», um wieder an den Ausgangspunkt zurückzukommen.

Den Radio 3sixty kann man ausschliesslich als Radio nutzen – und das sehr einfach, ohne dass man aufgrund der Funktionsvielfalt, die von Bluetooth über das Abspielen von analogen Quellen reicht, verwirrt würde. Damit eignet sich dieses Radio auch für Oma und Opa, obwohl es nicht nur ein Radio ist.

Die Bedienung ist so gestaltet, dass man nicht zu oft bedienen muss. Wenn man z. B. aus der DAB+-Senderliste mit Drücken auf den rechten Drehregler einen Sender gewählt hat, kommt man mit Drehen wieder auf die Senderliste zurück und scrollt zu einem anderen Sender. Mit erneutem Drücken wählt man den Sender. Das ist intuitiv und praktisch.

Schaltet man das Radio ein, ist man wieder exakt am selben Ort/Programm/Sender wie vor dem letzten Ausschalten.

Klangerlebnis

Der Downfiring-Basstreiber strahlt mit 90 mm Durchmesser gegen unten ab – und so tut es auch die Bassreflex-Öffnung.Der Downfiring-Basstreiber strahlt mit 90 mm Durchmesser gegen unten ab – und so tut es auch die Bassreflex-Öffnung.
Die X10 ist für die Hände von anspruchsvollen und versierten Digitalfotografen konzipiert, die gerne auch manuelle EInstellungen an entsprechenden Tasten und Rädern vornehmen.
Die X10 ist für die Hände von anspruchsvollen und versierten Digitalfotografen konzipiert, die gerne auch manuelle EInstellungen an entsprechenden Tasten und Rädern vornehmen.
Die ältere silbergraue X100 und ihre kleine Schwester X10 im Vergleich (Grössenverhältnisse nur annähernd). Grösster äusserlicher Unterschied ist das Objektiv.
Die ältere silbergraue X100 und ihre kleine Schwester X10 im Vergleich (Grössenverhältnisse nur annähernd). Grösster äusserlicher Unterschied ist das Objektiv.
Die X-Familie: oben links die X100 und rechts daneben die getestetes X10.
Links unten die neue X-Pro1 Systemkamera und rechts unten, die aus der Art geschlagene Bridge-Kamera X-S1.
Die X-Familie: oben links die X100 und rechts daneben die getestetes X10. Links unten die neue X-Pro1 Systemkamera und rechts unten, die aus der Art geschlagene Bridge-Kamera X-S1.
Während die X10 und X100 ein fest eingebautes Objektiv besassen, ist die neue X-Pro1 eine kompakte (spiegellose) Systemkamera mit X-Mount.
Während die X10 und X100 ein fest eingebautes Objektiv besassen, ist die neue X-Pro1 eine kompakte (spiegellose) Systemkamera mit X-Mount.
Links ist die X10 in ausgeschaltetem Zustand mit eingezogenem Objektiv, das immer noch rund zwei Zentimeter herausragt. Rechts befindet sich das Zoom in 112 mm-Stellung.
Links ist die X10 in ausgeschaltetem Zustand mit eingezogenem Objektiv, das immer noch rund zwei Zentimeter herausragt. Rechts befindet sich das Zoom in 112 mm-Stellung.
Schematische Darstellung des optischen Suchers der X10.
Schematische Darstellung des optischen Suchers der X10.
Das Menü der X10 besteht aus zwei Registern mit vier und sechs Seiten. Zu sehen sind Einstellungen zur Bildqualität. Das RAW-Format wird jedoch woanders gewählt.
Das Menü der X10 besteht aus zwei Registern mit vier und sechs Seiten. Zu sehen sind Einstellungen zur Bildqualität. Das RAW-Format wird jedoch woanders gewählt.
Der mitgelieferte Silkypix RAW-Converter bietet die üblichen Funktionen und Einstellmöglichkeiten, um aus dem rohen bzw. unbearbeiteten Sensorbild ein optimales Bild zu
Der mitgelieferte Silkypix RAW-Converter bietet die üblichen Funktionen und Einstellmöglichkeiten, um aus dem rohen bzw. unbearbeiteten Sensorbild ein optimales Bild zu "entwickeln". Andere RAW-Konverter können heutzutage aber weit mehr.
Durch Schwenken lassen sich Panoramabilder mit verschiedenen Bildwinkeln (120, 180 und 360 Grad) erstellen. Wird die Kamera dabei zusätzlich gedreht entstehen Verzerrungen wie beim unteren Bild.
Durch Schwenken lassen sich Panoramabilder mit verschiedenen Bildwinkeln (120, 180 und 360 Grad) erstellen. Wird die Kamera dabei zusätzlich gedreht entstehen Verzerrungen wie beim unteren Bild.
Pro Focus Effekte: Im Advanced Modus schiesst die X10 drei Fotos und montiert sie um den Hintergrund unscharf darzustellen, wie es sonst nur DSLRs mit grossem Sensor können.
Pro Focus Effekte: Im Advanced Modus schiesst die X10 drei Fotos und montiert sie um den Hintergrund unscharf darzustellen, wie es sonst nur DSLRs mit grossem Sensor können.
Starke Reflexe werden bei der X10 manchmal als gleichmässig runde Scheiben abgebildet. (Siehe zum Vergleich nächstes Motorradbild ohne Reflexe.)
Starke Reflexe werden bei der X10 manchmal als gleichmässig runde Scheiben abgebildet. (Siehe zum Vergleich nächstes Motorradbild ohne Reflexe.)
Beispielaufnahme der X10. Bei Aufnahmen von oben herab, über Hindernisse oder auch aus der Fioschperspekte vermisst man einen schwenkbaren LCD.
Beispielaufnahme der X10. Bei Aufnahmen von oben herab, über Hindernisse oder auch aus der Fioschperspekte vermisst man einen schwenkbaren LCD.

Ein Chamäleon

Teufel scheint dieser qualitativen Ausgangslage mit DSP-gesteuertem Klangdesign und grosszügiger Akustik Rechnung zu tragen. Das Radio 3Sixty klingt immer dem Musikmaterial und dem Sound-Design des Radiosenders angepasst. Bei gängiger Popmusik hört man einen Beat, der auch bei hoher Lautstärke pusht und punkto Dynamik hervorragend rüberkommt. Es sind keine Verzerrungen zu hören, und der Bass scheint wirklich alles zu bewältigen.

Man kann aber über das Menü auch noch die sogenannte DRC-Dynamikkontrolle in zwei Stufen aktivieren. Sie sorgt dafür, dass bei hoher Lautstärke die Beats nicht aus dem Ruder laufen. Sollte man zufällig oder bewusst einen Klassiksender erwischen, dann kann man mit dem Ergebnis ebenfalls zufrieden sein. Es klingt natürlich und authentisch ohne störende Klangverfärbungen.

Besonderes Lob verdient die so wichtige Sprachverständlichkeit. Wohl nicht zuletzt dank dem exzellenten Rundstrahlverhalten versteht man die Moderatoren und Nachrichtensprecher, wie schon erwähnt, in allen Hör-Positionen rund ums Radio ausgezeichnet. Der 3sixty hat alles, was ein Radio braucht!

Fazit

Radio 3Sixty ist praktisch überall einsetzbar.Radio 3Sixty ist praktisch überall einsetzbar.

Das Radio 3Sixty gibt es ab sofort im Teufel Shop für 329 CHF.

Dieses Radio ist eine dicke Empfehlung wert. Es fühlt sich an wie ein Radio, es kann alles, was es können muss, und es klingt wunderschön – besser, als Radios einst klangen, zumindest alle, die ich bis jetzt gehört habe. Es überzeugt mit grosszügiger Bauweise, bei der Lautsprecher genug Platz haben. Das Gerät verfügt über einen sehr guten DSP für individuellen Wohlklang, unabhängig vom Geschmack und Lieblingssender.

Mit Radio 3Sixty macht es irgendwie wieder Freude, Radio zu hören.

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