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Testbericht · Spendor Loudspeakers · Lautsprecher

Auf die feine englische Art

Test Spendor A4.2 mit britischem Charme

Den bewährten Klang bewahren, Räumlichkeit und Präzision verbessern sowie Gehäuseresonanzen reduzieren: Die Entwickler hatten klare Ziele für die neue Spendor A4.2. Ist ihnen dieser Spagat gelungen?

Von Roland Pfenninger · · Seite 1 von 2
Die neue Spendor A4.2 – eine schlanke Erscheinung.
Die neue Spendor A4.2 – eine schlanke Erscheinung.

Spendor A4.2

Ohne mich vorgängig im Internet über die Spendor A4.2 informiert zu haben, nahm ich die beiden Lautsprecher in Empfang. Enzo Nolli vom Schweizer Vertrieb Audiosphere brachte mir die Lautsprecher persönlich nach Hause. Mit im Gepäck hatte er eine preislich passende Elektronik, bestehend aus dem Vollverstärker Rega Brio MK7 und dem Netzwerk-Transporter Silent Angel Munich M1T. Der kompakte Rega liefert 2 × 50 Watt an 8 Ohm. Als ungefähre Preisgrössen standen rund CHF 1'000 für den Verstärker und CHF 750 für den Netzwerk-Transporter im Raum.

Rega Brio MK7 und einen Netzwerkspieler Silent Angel Munich M1T.Rega Brio MK7 und einen Netzwerkspieler Silent Angel Munich M1T.

Auch die mitgebrachten Lautsprecherkabel wirkten erfreulich unspektakulär. Dem Aussehen nach hätten sie ebenso gut aus dem Baumarkt stammen können. Keine aufwendige Materialschlacht, keine geheimnisvollen Zutaten. Die Installation verlief entsprechend unkompliziert und zügig. Eine gute Voraussetzung, um sich auf die Musik zu konzentrieren.

Ein Name mit Geschichte

Der Name Spendor setzt sich aus den Vornamen Spencer und Dorothy zusammen. Das Ehepaar Hughes gründete das Unternehmen Ende der 1960er-Jahre. Spencer Hughes brachte seine Erfahrungen als Toningenieur bei der BBC ein und entwickelte den Lautsprecher BC1, der später bei Rundfunkanstalten und in Tonstudios weltweit Verbreitung fand. Hinter der zurückhaltenden Erscheinung der A4.2 steht somit eine lange britische Lautsprechertradition.

Die aktuelle A-Line wird in England entwickelt und gefertigt. Das Spendor-Werk befindet sich in Catcliffe bei Rotherham, im Advanced Manufacturing Park unweit von Sheffield. Dort setzt das Unternehmen auf eine hohe Fertigungstiefe. Nolli erläuterte mir dazu, dass dort die Schwingspulen gewickelt, geprüft und verbaut werden. Durch die weitgehend eigene Fertigung behält Spendor die einzelnen Produktionsschritte und deren Qualitätskontrolle selbst in der Hand.

Die A4.2 nimmt innerhalb der A-Serie eine mittlere Position ein. Unter ihr rangieren der kleinere Standlautsprecher A2.2 und die Kompaktbox A1.2, darüber steht die grössere A7.2.

Mit einem Schweizer Paarpreis von CHF 3'290 bewegt sich die A4.2 in einem gut besetzten Marktsegment. Ihre kompakte Gestalt und die Fertigung in England geben ihr ein eigenständiges Profil. Angeboten wird sie in den Ausführungen Walnuss, Eiche natur, Eiche schwarz und Weiss seidenmatt.

Die Spendor A4.2 in der Ausführung Eiche Natur.Die Spendor A4.2 in der Ausführung Eiche Natur.

Als kleine «Tuning-Massnahme» empfiehlt Nolli spezielle Gerätefüsse aus POM-Kunststoff (Polyoxymethylen mit Carbon-Anteil). Sie sorgen für einen sicheren Stand und schonen beim Verschieben empfindliche Böden. Laut Nolli verbindet das Material eine feste Ankopplung mit einer dosierten Schwingungsdämpfung. Klanglich soll sich dies gegenüber den mitgelieferten Spikes durch etwas mehr Dichte bemerkbar machen. Ein Set kostet bei Audio-Plan laut Nolli CHF 120.

Gerätefüsse aus schwingungsarmem POM-Kunststoff.Gerätefüsse aus schwingungsarmem POM-Kunststoff.

Feinarbeit unter der Oberfläche

Chefentwickler Torin Wilson hatte den Auftrag, die bewährten Eigenschaften der bisherigen A4 zu erhalten und gleichzeitig ihre Schwächen zu beseitigen. Gehäuseformat und klanglicher Charakter bildeten den Rahmen. Besonderes Augenmerk galt einer gleichmässigeren Wiedergabe ausserhalb der zentralen Hörposition sowie dem Zusammenspiel der beiden Chassis.

18-cm-Tief- Mitteltöner aus speziellem Polypropylen und der 27-mm-Poliamid-Hochtöner.18-cm-Tief- Mitteltöner aus speziellem Polypropylen und der 27-mm-Poliamid-Hochtöner.

Spendor bleibt beim bewährten Zweiwegprinzip. Ein 18-cm-Tiefmitteltöner mit der hauseigenen EP77-Polymermembran übernimmt die tiefen und mittleren Frequenzen. Darüber arbeitet ein neuer 27-mm-Hochtöner mit Polyamidkalotte, breiter Sicke und rückwärtiger Dämpfungskammer. Er wird nach Angaben aus dem Fachhandel vom norwegischen Chassis-Spezialisten SEAS nach Vorgaben von Spendor gefertigt. Die Übergangsfrequenz wurde gegenüber dem Vorgängermodell von 3'700 auf 2'000 Hertz abgesenkt.

Der neue Hochtöner übernimmt damit einen grösseren Teil des oberen Mitteltonbereichs. Gleichzeitig wurde die Frequenzweiche überarbeitet, um das Zusammenspiel beider Chassis und die Wiedergabe ausserhalb der zentralen Hörposition zu verbessern. Auch das Gehäuse wurde weiterentwickelt. Eine überarbeitete Innenversteifung und zusätzliche Dämpfungsmassnahmen sollen störende Resonanzen reduzieren. Zudem wurde die Bassreflexabstimmung optimiert. Von aussen bleibt diese Feinarbeit weitgehend unsichtbar. Umso interessanter ist die Frage, wie sich die Veränderungen beim Musikhören bemerkbar machen.

Die rückseitige Bassreflexöffnung wurde für die A4.2 neu abgestimmt.Die rückseitige Bassreflexöffnung wurde für die A4.2 neu abgestimmt.
Hochwertige, versenkte Anschlussklemmen für ein Lautsprecherkabelpaar.Hochwertige, versenkte Anschlussklemmen für ein Lautsprecherkabelpaar.
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Der Autor Roland Pfenninger

Testet für avguide.ch Lautsprecher und High-End-Komponenten — von der bezahlbaren Standbox bis zum Flaggschiff. In seinen Reportagen porträtiert er Schweizer Audio-Manufakturen und berichtet von den Messen.

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