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Testbericht · Meitner Audio · Digital-Analog-Wandler

Digital Excellence

Test Meitner MA3

Der Trend zu kompakten, digitalen Audiozentralen ist auch im High-End-Audio-Bereich unverkennbar. Mit dem Meitner MA3 ist nun ein digitales «All-In-One-Frontend» von einem der renommiertesten Hersteller der Audiobranche in der Schweiz erhältlich.

Von Daniel Schmid · · Seite 1 von 4
Im Test: der Meitner MA3.
Im Test: der Meitner MA3.

Erst mal zur Klärung des Markennamens: «Meitner Audio» ist ein 2008 lancierter Subbrand der EMM Labs mit Sitz in Calgary, Kanada. Ziel ist es, die   Kerntechnologie der in der preislichen Oberliga angesiedelten EMM-Labs-Produkte einer breiteren Käuferschicht zugänglich zu machen. Wie der Name andeutet, ist die MA3-Digitalzentrale das dritte Produkt in der «Meitner Audio»-Serie.

Die EMM Labs gehören – zusammen mit dCS und Weiss Engineering – zum exklusiven Club von Herstellern digitaler Audioprodukte, die mit mindestens einem Standbein auch im professionellen Studiobereich aktiv sind und dort breites Ansehen geniessen. Mit einem kleinen Team an hoch qualifizierten und innovativen Köpfen entwickelt die Firma «Cost-No-Object»-Produkte mit Referenzcharakter für die Audioindustrie und für engagierte Heimanwender.

Erstmals bekannt wurde EMM Labs mit DSD-Konvertern. Die EMM-Labs-Wandler wurden zum De-facto-Standard der Aufzeichnungsindustrie für DSD-Produktionen. Praktisch alle SACD-Produktionen beruhen auf Wandler-Technologien von EMM Labs. Das Unternehmen entwickelte unter anderem auch das erste vollständige Mehrkanal-DSD-Wiedergabesystem von der Disc bis zum Vorverstärker. Letzteres entstand unter der  Beteiligung von Andreas Koch, dem ehemaligen Leiter von Studer Digital. Er gehörte ebenfalls zum Team der EMM Labs.

Der Mastermind der EMM Labs ist Ed Meitner – seine Initialen dienten der Namensgebung. Ed Meitner ist eine Legende in der Audiowelt. In den Neunzigerjahren arbeite er im Auftrag von Sony und Philips am DSD-Format. So entwickelte er den ersten Analog-zu-Digital-DSD-Konverter für Sony und machte damit die DSD-Technologie in den Aufnahmestudios erst nutzbar.

Schon bald als «Mister DSD» bekannt, hatte er entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Hardware für das neue digitale Format und wurde zur weltweit anerkannten Koryphäe für Wandlertechnologien. Legendär ist der in der 1995 unter dem Label Musatex lancierte BiDAT. Dieser überragte die meisten DAC-Konkurrenten seiner Zeit. Ende der Neunzigerjahre bündelte er seine Aktivitäten für DSD-Wandler in der Gründung der EMM Labs.

Ed Meitner gab sich nie zufrieden mit den von der Industrie angebotenen DAC-Chips ab Stange. Die diskreten DA-Wandler-Module von EMM Labs beruhen auf einer eigenen Entwicklung fernab der grossen Fertigungstrassen von Burr-Brown, AKM, ESS und anderen.

Neben den digitalen Meriten geht fast unter, dass Ed auch im analogen Bereich bahnbrechende Entwicklungen vorantrieb, wie etwa den ersten VCA-gesteuerten Vorverstärker in Olive Studiokonsolen 1972. Für viele überraschend ist sein neustes Projekt: ein rein optisch abtastender Tonabnehmer für Vinyl-Schallplatten.

Für alle, die mehr zu Ed Meitner aus erster Hand erfahren möchten, verweisen wir ausnahmsweise hier auf ein in Englisch geführtes Interview der Kollegen von «Audiophile Style»:

Quelle: YouTube
Der Autor Daniel Schmid

Mitgründer, Hauptinhaber und Redaktor von avguide.ch seit 1999. Ausgebildeter Audio-Engineer mit einer Schwäche für Erfindergeist und technische Exzellenz. Am meisten faszinieren ihn Entwickler, die aus Liebe zum guten Klang eigene Wege gehen.

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