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22. Februar 2002
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Filmclips und Spots können dank einer neuen Technologie bald auf Mobiltelefone verschickt werden. Drei Unternehmen arbeiten zurzeit an der Entwicklung praktikabler Software für Multimedia-Applikationen, berichtet die BBC. Apple Computers und Sun Microsystems wollen eine Software auf der Basis von Apples Quick Time anbieten. Microsoft arbeitet an einer eigenen Lösung, um einen Videoservice auf den Markt zu bringen. Die von den drei Unternehmen angepeilten Systeme sollen es dem Provider und/oder User ermöglichen, Content in Form von Clips anzubieten.

Der neue Service soll Filmtrailer und Werbespots auf dem Mobiltelefon ermöglichen. Susan Kevorkian von der International Data Corporation zweifelt an der Leistbarkeit des Services für den Konsumenten. Es könne ausserdem derzeit noch nicht beurteilt werden, ob der Kunde das Angebot interessant genug findet, um dafür zu zahlen. Hauptanwendungsgebiet wäre vor allem die Werbung, aber auch die Kreation eigener Filme durch den User. Die Werbeeinnahmen, die damit lukriert werden können, reizen Mobilfunkbetreiber am meisten. In Europa wurden enorme Summen für den Erwerb der Lizenzen ausgegeben, die wieder verdient werden wollen.

Cyriac Roeding, Vorsitzender von Wireless Advertising Association in Europa, verweist auf Japan als Vorbild für europäische Provider. Dort können Kunden in Tokyo seit Oktober 2001 die Dienste des 3G-Mobilnetzes FOMA (Freedom of Mobile Multimedia Access) in Anspruch nehmen. "Jeder Mobilfunkbetreiber, der besorgt über die Kosten für den Aufbau eines 3G-Netzes ist, täte nicht schlecht daran, nach Japan zu schauen", so Roeding. Alle japanischen Mobilfunkbetreiber haben sich mit Anzeigenagenturen zusammengetan, um diesen neuen Werbemarkt zu erschliessen. Wichtig sei lediglich, dass der Konsument wählen kann, ob er Werbung bekommt oder nicht.

In Japan blickt man eher nüchtern auf FOMA. In den ersten drei Monaten seit dem Start am 1.Oktober des Vorjahres wurden erst 30 000 Neukunden verzeichnet. Der japanische Mobilfunkriese NTT DoCoMo hält jedoch weiterhin an dem Ziel fest, dass bis März 2003 1,5 Mio. Japaner den UMTS-Service FOMA nutzen.
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