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Publikationsdatum
14. März 2001
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Während Napster gerade sein Versprechen erfüllen will, alle urheberrechtlich geschützten Titel der Musiktauschbörse zu sperren, basteln Programmierer bereits an einer neuen Software, die den kostenlosen Tausch von Musikfiles weiterhin ermöglicht. Das Freenet Programm http://www.freenet.com ist der Napster-Software ähnlich, mit dem Unterschied, dass es ein anderes Abspeicherungs- und Wiederauffindungssystem verwendet. Dieses enthält kein zentrales Verzeichnis, das bekanntgibt, wo die Dateien abgespeichert sind, wie bbc berichtete. Urheberrechtsverletzungen könnten auf diesem Weg nicht mehr verhindert werden.

Eine zentrale Plattform, um Songs legal oder aus welchen Gründen auch immer aus dem Netz zu entfernen, könnte dann erst gar nicht mehr anvisiert werden. Ian Clarke, Gründer von Freenet zum Projekt: "Ein Charakteristikum des neuen Systems ist, dass es die Verteilung von Information ohne Furcht vor Zensur ermöglicht". Nach eigenen Angaben sei das System immun gegen virtuelle Attacken

Ein zensurresistentes System würde natürlich eine Verminderung des Urheberrechtsschutzes bedeuten, doch wäre es dieser Preis wert, gezahlt zu werden, so Clarke. Bilder, Sounds und Dokumente könnten auf dem System gespeichert und getauscht werden, ohne dass User wüssten, wer das Material ins Netz gestellt hat bzw. wo sich das Material befindet. Obwohl sich das System noch in der Entwicklungsphase befindet, kann es bereits von der Freenet-Website heruntergeladen werden.

Ein Sprecher der BPI (British Phonographic Industry) sagte: "Noch ist Freenet kein großer Fisch auf dem Markt, aber die Urheberrechte müssen weiterhin geschützt werden. Die Künstler haben das Recht, für ihre Arbeit dementsprechend honoriert zu werden." Freenet hat keinen Zweifel, dass die Urheberrechtsschützer gegen das neue System vorgehen werden.
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