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Publikationsdatum
18. März 2001
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Der kostenlose Tausch von Files bei der Musiktauschbörse Napster ist seit Einbau des Filtering-Systems um 60 Prozent zurückgegangen. Das obwohl Napster nach einem Bericht der CNN nur 26.000 von den insgesamt geforderten 135.000 urheberrechtlich geschützten Tracks gesperrt hat. Diese Zahl steht im Gegensatz zu einem Bericht der Financial Times, die berichtete, dass es Napster gelungen sei, rund zwei Drittel der Songs zu sperren.

Napster macht für die geringe Blockierung der Songs die teilweise unvollständigen Daten der Musikindustrie verantwortlich. Viele der genannten Songs hätten keine Registriernummer gehabt. "Wenn es keine Registriernummer gibt, wird Napster die Songs nicht ausschließen", so ein Napster-Sprecher. Die RIAA (Recording Industry Association of Amerika) kritisierte das Vorgehen als Verzögerungstaktik.

Experten sprechen nichts desto trotz von erheblichen Fortschritten. So werde beispielsweise bei der Suche nach Madonna kein einziges Werk von den Suchmaschinen gefunden. Ein Experte vermutet, dass sich Napster vor Gericht auf die einstweilige Verfügung berufen könnte. Diese besagt, dass Napster bei der Sperrung der Songs im Rahmen seiner technischen Möglichkeiten handeln muss.

Zusätzlich hat Napster eine weitere Anhörung vor Gericht beantragt, weil das Unternehmen für Urheberrechtsverletzungen vor dem Prozess mit den Plattenfirmen nicht verantwortlich gemacht werden will. Napster habe nach Auffassung der Firmenanwälte kein Gesetz verletzt, als es zum damaligen Zeitpunkt ungeprüft Titel in den Bestand der Musiktauschbörse aufnahm. Vertritt auch das Gericht diesen Standpunkt, würde Napster von den Mrd-Forderungen der Plattenindustrie verschont bleiben.
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