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13. Juni 2001
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Die EU-Kommission hat eine Untersuchung über die hohen DVD-Preise in der Eruopäischen Union angeordnet und kommt damit Konsumentenbeschwerden nach. Dies berichtet die Financial Times in ihrer Montagsausgabe. Wettbewerbskommissar Mario Monti wird dem Vernehmen nach heute in Stockholm Konsumentervertreter treffen und ihnen mitteilen, dass er bei Hollywoods Filmunternehmen bezüglich der DVD-Preispolitik schriftlich angefragt hat. Hintergrund dafür seien signifikante Preisunterscheide zwischen den USA und Europa.

In Großbritannien kosten DVDs zwischen 18 und 28 Dollar, während sie in den USA um 15 bis 25 Dollar erhältlich sind. Die EU-Kommission will nun herausfinden, warum die Filmunternehmen den Weltmarkt in Regionen teilen. Hinzu kommt noch, dass in den USA gekaufte DVDs auf europäischen Geräten nicht abspielbar sind. Vor allem wegen der Preisunterschiede und Schwierigkeiten bei Bestellungen in den USA seien der Kommission Beschwerden zugegangen.

Die angesprochenen Filmunternehmen begründen ihre Preispolitik traditionell damit, dass es mit der Trennung der Märkte leichter ist, die Lizenzgebühren einzuheben und die unerlaubte Content-Vervielfältigung bekämpfen zu können. In den vergangenen zwei Jahren hat sich der DVD-Markt jedenfalls um das vierfache ausgedehnt, da immer mehr private Haushalte dem runden Datenträger gegenüber der klassischen Videokassette den Vorzug geben.

Bereits im Januar dieses Jahres hat die EU-Kommission die CD-Preise unter die Lupe genommen. Ausgangspunkt waren Beschwerden von Supermärkten, dass die Musikunternehmen mit gezielten Werbeschemen die Verkaufspreise kontrollieren würden. Montis Untersuchungen zufolge hätten tatsächlich einige Unternehmen die CD-Preise auf nationaler Ebene manipuliert, was aber durch eine Warnung aus Brüssel gestoppt worden sei.
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